Auszug einer email an Kollegen Josef Graspointner, der die Idee eines Netzwerks von Homöopathen propagiert:

 
…….¬† ……
 
ich seh da keine chance, wir sind die letzte Generation der „richtigen Hom√∂opathen“, nach uns kommt keiner mehr nach
 
erstmals werden Hom√∂opathie und Hom√∂opathen institutionell verfolgt. Ich bearbeite gerade eine Anzeige des Sozialministeriums gegen meine Banerji-Seite „Werbeverbot“, daraufhin eine Anzeige der √Ė √Ąrztekammer Disziplinar-Konferenz –> https://ganzemedizin.at/banerji-protokolle.¬† Ich hab jetzt meinen Banerji-Vortrag vom Netz genommen, aber die Website v√∂llig unver√§ndert belassen, da ich hier keinerlei Werbung sehen kann.
 
und das liegt v.a. auch daran, dass wir es nicht geschafft haben, die aktuellen neuen gesundheitlichen Probleme zu integrieren und die Tools zu optimieren sowie Antworten auf die vorherrschenden Heilungshindernisse zu finden:
 
Die klassische Homöopathie ist de fakto ein Schrebergarten voller verschiedener Ansätze, die alle nur aus dem einen Notstand heraus geboren wurden:
dass nämlich nur 20% der chronischen Fälle mit dem Simile-Gesetz erfolgreich geheilt werden können.
So versucht jeder Рder länger dabei ist und ernsthaft engagiert ist und den Kopf und das Wissen hat Рirgendwann mal seine Performance zu optimieren, in dem er verschiedene zusätzliche Analyse-Strategien etabliert:
 

später Hahnemann

  • Miasmatik (–> Anerkennung der Infektions-KH als Hauptausl√∂ser chronischer KH),
  • oftmaliges Interponieren von Sulphur ¬†( –> Anerkennung der Toxikologie als Haupt-Heilungshindernis)

–> sehr realistisch, besonders f√ľr die aktuelle Situation. Es ist wichtig zu bemerken, dass Hahnemann mit der Miasmatik und der Behandlung der chronischen Krankheiten, der einf√ľhrung von Antipsorika und Ab-Differenzierung der Nicht-Antipsorischen Mittel das Similie-Gesetz und damit seine eigene Grundregeln bewusst verl√§sst!

 

Kent/K√ľnzli/Spinedi:

  • weg vom herd,
  • historische koh√§rente Symptome als Indiz f√ľr grundlegende genetische Schwachstellen.
  • Durch ewig langes draufknallen mit Hochpotenzen erhofft man den Durchbruch durch die Heilungshindernisse.
  • manchmal¬† passieren dadurch aber auch einfach AMP die einen Symptomenwechsel durchf√ľhren, der dann als Besserung re-interpretiert wird, weil keine ordentliche Struktur der Prozess-Analyse inkludiert ist (Vijaykar)

–> wegen „Switching-Mentalit√§t“ des modernen Klientels heute kaum mehr viabel. Wenn Klientel aber mitspielt und eine lange und langsame Krankheitsdauer vorliegt, zB Behinderung, Autismus, …. dann oft erfolgreich. Die beste Methode um behinderte Kinder zu unterst√ľtzen!¬†

 

Boger

  • rasch wechselnde Abfolge bew√§hrter Indikationen auf das aktuelle Hauptsymptom,
weniger systematisch und vermutlich weniger erfolgreich als Hahnemann, weil dessen Sichtweise immer auf die Infektion und die Intoxikation gerichtet war und er deren Spuren gefolgt ist.
Dieser „systematische Ansatz“ der v.a. das Rausfiltern der Infektions-assoziierten Symptome als Analyse-Grundlage verwendet und best√§ndig die Intoxikationen mitbehandelte, geht hier bei Boger verloren, es werden einfach die obenauf-liegenden Symptome verwendet.
Sicherlich sehr viabel in der heutigen Zeit da in jedem Fall mit einem Response gerechnet werden darf, bei chronischen Krankheiten k√∂nnen leichter Unterdr√ľckungen passieren.
 

Massimo, (KJ M√ľller)¬†

technische Tiefsch√ľrfungen in Riesen-Repertorium erg√§nzt um Signaturenlehre um kleine Mittel f√ľr Spezial-F√§lle zu heben. Spitzfindig, in wenigen F√§llen v.a. funktioneller Natur extrem erfolgreich, eher Forschungsarbeit, inspirierend und erweitert unser Wissen um die MM. Absolut berechtigt aber Minderheitenprogramm.
 

die Franzosen

funktionelle pathophysiologische Anwendung bewährter Indikationen ohne wirklicher Similarität und homöopathische Detox-arbeit. Eher Hahnemannisch ohne es eigentlich zu verstehen, hat wenig mit klassischer Homöopathie (=Anwendung des Similie-Gesetzes) zu tun.
 

Sankaran

R√ľckzug aus dem Heilanspruch auf k√∂rperlicher Ebene, Behandlung neurotischer Beziehungsmuster durch focusing-√úbungen. Verwirrung und Abzock-Kiste, perfekt f√ľr heutiges urban-neurotisches Klientel, welches sich lieber „hom√∂opathisch“ behandeln l√§sst als „psychotherapieren“.
 

Scholten

Salze: echte tiefgehende Erweiterung der AML

–> Durch das Verwenden von basalen Bestandteilen der Materie, die zumeist im K√∂rper irgendeine physiologische Funktion haben, kann genau diese gesteuert, modifiziert und ev. deblockiert werden. Hat selber keinen Universalit√§ts-Anspruch, eher ein Schmetterling der das Leben als Abfolge von Momenten und Krankheiten dann als Abfolge von tempor√§ren St√∂rungen dieser Momente empfindet.

Mir fällt jetzt erst auf, dass ich mit der C30 der Scholten-Salze die besten Erfolge hatte, was den Konnex zu Glady macht.

 

Australier mit genetischer Miasmatik  

Typologie zeigt Hauptrichtung bestimmter genetischen Schw√§chen, da drauf wird dann mit bew√§hrten Indikationen verschrieben. Genetischer Support, erg√§nzung zu Kent/Spinedi –> ich geb zu, ich hab das nicht sorgf√§ltig studiert sondern das Buch nur gut angefangen, es ist aber sehr spannend zu lesen
 
Facial Analysis and Homeopathy
  • Bentley, Grant (Autor)
  • 488 Seiten - 01.04.2012 (Ver√∂ffentlichungsdatum) - B Jain Publishers Pvt Ltd (Herausgeber)
 
 

Gienow

Miasmatik wird re-deklariert als umgestimmtes (gestört-) funktionelles Reaktions-Muster der Physiologie, es wird nur noch antimiasmatisch verschrieben. Miasmatische Religion.
wird aussterben, hat aber die Reaktions-Muster-These sehr sauber rausgearbeitet, ist desswegen sehr hilfreich im Lehr und Lern-Prozess, ohne es zu ende Gedacht zu haben (–> Retzek)
 

Vijaykar

  • Miasmatik als Reaktions-Muster, es werden nur die tiefst-miasmatischen Symptome repertorisiert.
  • Arzneimittel m√ľssen in ihren 3 Ebenen unterschiedlich verstanden und gelernt werden
  • Prozess-Analyse mit sehr differenzierter „Heringscher-Regel“
–> sehr erfolgreich bei syphilitischen Prozessen, ziemlich hilflos bei sykotischen Prozessen („KH t√§uscht uns alles m√∂gliche vor“). Bestes Verst√§ndnis der Hering-Regel. Vermutlich erfolgreichste Methodik auf physischer Ebene, sollte jeder klassische Hom√∂opath nach dem Erarbeiten der Spinedi Vorgehensweise durcharbeiten
 

Gilbert Glady – Mikroimmuntherapie

  • Physiologische Modulation bestimmter biochemischer/immunologischer Lebensprozesse durch niedrig- und mittel-Potenzen. Die D6 eines Interleukins verst√§rkt dessen Wirkung, die D12 moduliert (normalisiert), die C30 blockiert sie. zB Sch√ľssler 7 = Magn-Phos D6 verst√§rkt die Magnesium-Wirkung im K√∂rper, die C30 w√ľrde die Magnesium-Wirkung aufheben oder abschw√§chen.
  • Integration modernster biochemischer und molekularbiologischer Grundlagenforschung mit Hom√∂opathie
  • verwendet potenzierte Mikro-RNA, Interleukine, Gen-Sequenzen, Protein-Bestandteile
 
–>Funktioniert sehr pr√§zise. K√∂nnte die Hom√∂opathie wissenschaftlich retten. Wird von vielen Schulmedizinern wegen Erfolg angewendet.¬†
 
 
 

Retzek

  • Heilungshindernisse systematisch aufdecken und nicht-hom√∂opathisch eliminieren, danach kann genetische Schw√§che (Australier / Kent/K√ľnzli/Spinedi) optimal durchgreifen.
  • Klares Verst√§ndis der Pathophysiologie und zielgerichtete Anwendung einer optimalen, am wenigsten supprimierenden Therapie aus einem Bauchladen von (nicht hom√∂opathischen und schulmedizinischen) Methoden.
  • Hom√∂opathie wird in diesem Prozess sowohl pathophysiologisch (Boger, Franzosen) wie genetisch (Spinedi/Australier) als auch modulierend (Glady) eingesetzt, spielt aber insgesamt eine untergeordnete Rolle, da sich viele ernste St√∂rungen (erst) durch gezieltes Eliminieren der Ursachen (Infektionen, Intoxikation) und Heilungshindernisse (Z√§hne, Infektionen, Intoxikation) einfach aufl√∂sen.
Vorteil: Hand on schwerste Prozesse (Demenz, Parkinson, Krebs, …)
Nachteil: hoher Ausbildungsgrad notwendig (Arzt wegen Schulmedizinischer Medikamente wie Antiparasitika o. Antibiotika, Detox, Testsysteme wie zB Kinesiologie, Boel-Akupunktur, …)
 
 

Fazit

insgesamt hat es die Community der Hom√∂opathen nicht geschafft einen kritischen Diskurs √ľber¬†

  1. was funktioniert eigentlich
  2. wieso funktioniert eigentlich vieles nicht
  3. wie bringe ich aus den vielen Einzel-Methoden eine kohärente Sicht auf das Modell der Erkrankung und deren Behandlung zusammen
  4. wo ist die indikation und besonders die Grenze der Indikation

zu f√ľhren. Hom√∂opathie ist in weiten teilen im magischen Denken stecken geblieben. Viele Hom√∂opathen agieren dabei nach dem Prinzip von „ich muss nur das richtige Mittel finden, dann l√∂st sich alles von selber auf“ und ignorieren dabei die wegbleibenden Patienten oder die tw. grandiosen Erfolge anderer Heil-Disziplinen, sodass der abwertende Einwurf des „Elphenbein-Turms“ durchaus gerechtfertigt ist.

Es gibt wohl keinen Zweifel an der Wirksamkeit des Grundprinzips, trotzdem ist es in 250 Jahren noch nicht gelungen √ľberzeugende und unwiderlegbare Beweise f√ľr die Wirkungshaftigkeit in der Praxis zu f√ľhren, es bleibt dann doch immer bei Einzelf√§llen die tw. grandios sind – aber in der Statistik einer Studie m√ľssen leider alle F√§lle gez√§hlt werden, auch diejenigen, die man in der internen Statistik der eigenen Praxis immer ausblendet: die weggebliebenen Patienten, die woanders hingehen weil es nicht das erhoffte Ergebnis gebracht hat.¬†

Selbst nach 250 Jahren und 60 Jahren Computer gibt es keine guten Tools, keine Schärfung sondern nur unschärfung der Repertorien bis zur Unrepertorisierbarkeit der Fälle. 

Mit unstatthaften Tricks wird dann 20% Hom√∂opathie gemacht (Spinedi-Sch√ľler: Fieberblasen x Warzen = 5 Mittel, die werden dann abgeklopft und bis in die Arzneimittelpr√ľfung – gegeben werden aus der Delusion heraus „das Mittel stimmt, der K√∂rper reagiert halt noch nicht drauf“ —> dabei werden die schlimmsten Kunstkrankheiten gesetzt)

Wichtige theoretische Einw√ľrfe (zB aus theoretischen √ľberlegungen der Symtpomen-Lexikon-Hom√∂opathie) werden nicht integriert.¬†

Als Sch√ľler h√ľpft man von einer Methode zur n√§chsten in der Hoffung bessere Erfolge zu bekommen: es werden nicht mehr sondern nur andere Patienten die funktionieren. Ein systematisches Abpr√ľfen welche Vorgehensweise wann wo wie erfolgreich ist, bleibt aus, weil keiner mehr als 2 oder 3 Methoden beherrscht.

Diskussionen zwischen ernsthaften Vertretern der Methode ersch√∂pfen sich √ľber Jahr’s Rubriken oder Boenninghausens kleine Schriften, was insgesamt Sektenhaft ist und √ľberhaupt nicht der vielf√§ltigen Realit√§t der Patienten entspricht.

Diskussionen und Vergleiche mit anderen Heilsystemen sind verboten und werden quasi mit dem „Bastard-Paragraphen nach Hahnemann“ ausgeblendet. Fast jeder der mir bekannten Hom√∂opathen verwendet mindestens 1 oder 2 oder 3 andere Methoden, weil die Hom√∂opathie alleine zu kurz greift, traut sich dies aber nie √∂ffentlich zu erkl√§ren aus Angst verachtet und abgewertet zu werden. Je mehr andere Methoden, desto erfolgreicher aber die Gesamt-Praxis.

90% der praktisch tätigen haben nur wenige Patienten und können nicht davon leben.

Homöopathen gehören oft selber zu den CK.

All dies zusammen rechtfertigt meine pers√∂nliche Analyse: „wir werden die letzten sein, der Beruf des klassischen Hom√∂opathen ist zum Aussterben verurteilt“. Dies ist wie oft schon in der Geschichte der Hom√∂opathie nur ein tempor√§rer R√ľckgang, denn die Hom√∂opathie repr√§sentiert ein bisher physikalisch unerkanntes Naturgesetz und kann desswegen nicht aussterben. In wenigen Praxen wird sie bestehen bleiben und dort tolle Hilfen leisten, in ganz vielen vielen Laien-Praxen wird sie universelle indikationsbezogene Anwendungen finden, Mischpr√§parate haben ja mittlerweile weltweiten Erfolg (Traumeel, Zeel, ….).
(Visited 394 times, 1 visits today)

Arzt f√ľr Allgemeinmedizin,¬†multiple pr√§ventivmedizinische, schulmedizinische und komplement√§re¬†Zusatzausbildungen.¬†

Wissenschaftliche Arbeit und Forschungs-Beiträge. Zahlreiche Artikel und Vorträge. 

Umfangreiche Recherchen¬†in der aktuellen medizinischen Forschung zum Zweck der Selbst-Weiterbildung und als Ged√§chtnis-St√ľtze. ¬†

Mässige Legasthenie, daher Rechtschreib- und Beistrichfehler, bitte nicht kommentieren, wer es nicht aushält bitte einfach nicht lesen
- Dr. Retzek's Youtube - Kanal mit Testimonials usw.
- neue Einträge abonnieren --> im Footer der Seite

√Ąrztekammer Disclaimer

√Ąrztekammmer Disclaimer

die Ober√∂sterreichische √Ąrztekammer moniert weite Teile diese Website als „aufdringlich, marktschreierisch und beim Laien den Eindruck medizinischer Exklusivit√§t erweckend“.

Dies ist keinesfalls beabsichtigt, die Website ist ein absichtsloses Weiterbildungsmedium von Dr. Retzek, der seine wissenschaftlichen Pubmed-Recherchen hier mit √§rztlichen Kollegen unentgeltlich teilt, wof√ľr Dr. Retzek von vielen Kollegen aus dem In- und Ausland regelm√§ssig Anerkennung ausgesprochen bekommt.

Dass Wissenschaftsrecherchen und Studien „das Standesansehen der √Ąrzte“ verletzen k√∂nnte, war Dr. Retzek nicht bewusst, er bedauert dies zutiefst und entschuldigt sich bei den betroffenen Kollegen.