Unter der Lupe: Hält Knoblauch Infektionen fern? 
(27.07.2009) 

Wenn Knoblauchpr√§parate im Hinblick auf ihre sch√ľtzende Wirkung gegen Erk√§ltungen angepriesen werden, dann erfolgt dies auf wissenschaftlich √§u√üerst d√ľnnem Boden. Das geht aus einer Meta-Analyse australischer Forscherinnen und Forscher hervor, die in der renommierten Cochrane Library publiziert wurde. Elizabeth Lissiman von der University of Western Australia in Crowley und Kollegen hatten die medizinische Literatur nach Studien zu den Effekten von Knoblauch bei Verk√ľhlungen durchforstet.¬†

Dabei stie√üen sie nur auf eine einzige Untersuchung, die den von ihnen angelegten Qualit√§tskriterien entsprach. In der aufgefundenen Studie, die diesen Anspruch erf√ľllte, zeigte sich tats√§chlich ein f√∂rderlicher prophylaktischer Effekt der w√ľrzigen Knolle. Gesucht hatte das Wissenschafterteam nach Untersuchungen, bei denen die Wirkung von Knoblauch mit jener einer Standardtherapie, gar keiner Behandlung oder der Anwendung eines Placebos verglichen worden war.

Weitere Studien erforderlich 

Das Design der vorgefundenen Studie: 146 Personen hatten zw√∂lf Wochen lang per Zufall einen Knoblauch-Wirkstoff oder ein wirkungsloses Scheinmedikament (Placebo) erhalten. In dieser Zeit kam es in der Knoblauchgruppe zu 24 F√§llen von grippalen Infekten, in der Placebogruppe hingegen zu 65. Auch die Dauer der Erkrankung war in der Wirkstoffgruppe k√ľrzer. Die Zeit, die bis zur g√§nzlichen Erholung von der Verk√ľhlung verging, war dagegen in beiden Gruppen gleich. Zu den beobachteten unerw√ľnschten Nebenwirkungen der vorbeugenden Knoblaucheinnahme z√§hlten Hautreaktionen und Geruchsbelastungen. ¬†

Die Ergebnisse dieser Untersuchung sprechen also durchaus f√ľr eine g√ľnstige Wirkung des Lauchgew√§chses. Doch insgesamt sei die Forschungslandschaft zu den Effekten von Knoblauch bei Erk√§ltungen ausgesprochen d√ľrftig bestellt, lautet das Fazit von Lissiman und Team. Pr√§parate mit Knoblauch w√ľrden zwar damit beworben, vor Ansteckungen mit Erk√§ltungskrankheiten zu sch√ľtzen und die Genesung zu beschleunigen ‚Äď doch Belege f√ľr diese Behauptungen seien derzeit knapp, halten die Autorinnen und Autoren fest.¬†
ks 
Quellen: Cochrane Database of Systematic Reviews; Reuters Health

aus http://www.netdoktor.at/nachrichten/?id=120611&date=2009-07-27

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