Abraham MorgentalerTestosteron-Experte Nr1 ist heute Abraham Morgentaler, Arzt und Urologe sowie Professor der Harvard Medical School. Aktuell 65 Pubmed Studien demonstrieren Morgentalers Expertise. 

Morgentaler räumt mit vielen Mythen und Unklarheiten rund ums Testosteron auf:

  • Testosteronmangel trifft nur ganz wenige
  • Testosteron-Therapie ist gef√§hrlich –> l√∂st Prostatakrebs aus
  • Testosteron darf bei Prostatakrebs keinesfalls gegeben werden, es heizt den Krebs ein

 

Friedrich DouwesAls Testosteron-Experte im Deutschsprachigen Raum darf ich √ľbrigens hier Prof. Dr. Friedrich Douwes zitieren, der in seiner Bad Ablinger St. Georgs Klinik √ľber 3000 Prostatakrebsf√§lle hervorragend betreut (im privaten Gespr√§ch erz√§hlte er mir von 4 R√ľckf√§llen), den Patienten ebenfalls – nach Morgentaler – Testosteron gibt und die M√§nner regelrecht aufleben sieht.

 

 

Symptomatisches Testosteron-Defizit = „low T-Syndrom“

Viele M√§nner erleben einen einen „mir fehlt der Kick“ Zustand. Wie es ein Patient ausdr√ľckte:

„die Couch lacht mich so an“

„fr√ľher habe ich keine unt√§tige Minute verbracht, war st√§ndig unterwegs oder habe gearbeitet. Nun lacht mich die Couch an und ich habe Schwierigkeiten nicht zur√ľckzulachen“.

„ich habe einfach nicht mehr den Punch wie fr√ľher. Da konnte man mich nicht stoppen, was ich mir in den Kopf gesetzt habe, wurde einfach gemacht. Nun muss ich mich zu allem aufraffen und vieles bleibt liegen.“

„mir fehlt einfach mein alter Kick“

M√§nner berichten, dass sie sich nur noch schwer motivieren und aufraffen k√∂nnen. Vieles wird verschoben und bleibt unerledigt, es fehlt (auf einmal) die (fr√ľhere) Energie und Elan um ihre Pflichten und W√ľnsche umzusetzen.

„meine Libido hat nachgelassen“

„fr√ľher wollte ich mehrmals w√∂chentlich Kontakt zu meiner Frau. Oft habe ich dran gedacht. Die H√§ufigkeit und Intensit√§t des Bed√ľrfnisses ist stark zur√ľckgegangen“, ¬†„ich bin eben auch niht mehr der J√ľngste“.

 Erheblicher Prozentsatz ist betroffen

Testosteron Morgentaler

Es ist tatsächlich eine erhebliche Menge von Männern in den produktiven Jahren, die von dem bisher kaum bekannten Testosteron-Mangel-Syndrom betroffen sind.

30% aller 50 j√§hrigen hat zwar einen offiziell „normalen“ Spiegel von Testosteron, jedoch eine Verminderung des bioverf√ľgbaren Anteiles.¬†

Dies ist gleichbedeutend mit einem Testosteronmangel welcher die nachfolgen aufgef√ľhrten „weichen Zeichen“ und Symptome ausl√∂st.

Tatsächlich ist laut Morgentaler die MESSUNG weniger entscheidend als die Symptome, wenn diese nicht bereits lebenslang bestanden haben sondern neu aufgetreten sind..

 

SYMPTOME des Low-T-Syndroms

nach Abraham Morgentaler

 

Symptome im Bereich Sex

vermindertes Verlangen

Verlangen nach Beischlaf ist zwar da, auch der Genuss aber nicht mehr die Frequenz. Viele bezeichnen dies als „altersgem√§ss“, es entspricht der Abnahme des bioverf√ľgbaren Testosterons.

Erectyle Dysfunction

M√§nner beschreiben, sie m√ľssen sich auf die Erektion konzentrieren, fr√ľher gen√ľgte es mit Sex zu beginnen und ausreichend anhaltend versteift zu sein.

Schwierigkeit den Orgasmus zu bekommen

hier sind zwar Medikamente die Hauptschuldigen, v.a. SSRI Antidepressiva.

Intensität des Orgasmus vermindert oder fehlt

man f√ľhlt den Orgasmus nicht mehr als „WOW“, es pl√§tschert so dahin

 

Nichtsexuellen Symptome von Low-T

Wenig Energie, verminderter Elan, gesteigerte M√ľdigkeit

(c) Pixabay Lillycantabile

ich bin nicht mehr so wie fr√ľher / ich habe daf√ľr nicht mehr die Energie / die Couch lacht mich an / ich tu mich schwer eine ordentliche Haltung einzunehmen

ich bin die ganze Zeit m√ľde / ich muss mich nach dem Essen hinlegen

Verlust der Motivation

die Leidenschaft f√ľr Arbeit, Beziehung und das Leben insgesamt geht zur√ľck

Stimmungs-Einfl√ľsse von Low-T

M√§nner f√ľhlen sich weniger „vom Leben“ betroffen, weniger „Genuss am Leben“. Fr√ľhere Aktivit√§ten die viel Spass gemacht haben sind jetzt nur noch „so lala“.

Vermehrte Reizbarkeit

Gesamte Wohlgef√ľhl

schwer in Worte zufassende Wahrnehmung „wie es mir geht“.¬†

„es ist schwer zu sagen, ich f√ľhle mich insgesamt einfach besser, habe mehr Kraft im Auftreten und beim Gehen …“ (Patient nach Therapie)

Verlust der Dynamik

M√§nner wissen, wenn sie „gut drauf“ sind. Wenn sie sich einfach und selbstverst√§ndlich einbringen k√∂nnen, etwas anreissen und es auch fertig machen, etwas zu Ende bringen k√∂nnen, Punch, Power, Energie, Kraftf√ľlle, Dynamik haben.

 

Anzeichen f√ľr Low-T-Syndrom

(c) Pixabay anaterate
Bauchfett macht in k√ľrzester Zeit aus Testosteron das weibliche Hormon √Ėstrogen, der Busen w√§chst

Verlust der Muskel-Stärke und Masse

Training f√ľhrt zu keiner ad√§quaten Leistungs-Steigerung wie es fr√ľher der Fall gewesen ist.

Fett setzt sich an

klarer Zusammenhang mit vermindertem bioverf√ľgbaren Testosteron und Fett am Bauch in allen Untersuchungen

Knochendichte geht zur√ľck

Anämie

Blut wird d√ľnner

 

Benefits einer Testosteron-Substitution

wie bei jeder Substitution eines mangelzustandes wird die Folge dieses Mangels aufgehoben. Ein Diabetiker mit Insulin bekommt einen normalen Blutzucker sowie normale Lebenserwartung, usw usf.

Energie

Drive, Punch, Motivation, Lust aufs Leben, Lust auf „Durchsetzen“, Lust auf Arbeit, Neugierde, Umsetzen

typische Aussage (lt. Morgentaler): „ich bin wieder der alte, so wie fr√ľher“

 

Verbesserung der Sexuellen Funktion

Libido

Libido ist der innere Hunger, Antrieb nach Sex. Dieses steigert sich – √ľbrigens auch bei der Frau. Alibidin√∂se Frauen mit normalen weiblichen Hormonen bekommen mit geringen Gaben von Testosteron relativ sicher wieder Lust.

2/3 aller M√§nner haben verbesserte Libido, v.a. jene, deren Testosteron urpsr√ľnglich bei 2-300mg/dl lag

Diese Verbesserung der Libido bleibt solange bestehen, wie der Testosteron-Spiegel im Normbereich liegt. D.h. das „Nachlassen der Lust im Alter“ ist ein logisches Zeichen des Mangelzustandes und behebbar.

verbesserte Erektion

bei vorbestehender Erektions-Problemen und erniedrigtem Testosteron-Wert: best√§tigt durch neue Forschung – fr√ľher dachte man dass Testosteron keinen Einfluss n√§hme.

Testosteron hat einen wichtigen Effekt auf das Hirn und auf die Penis-Schwell-Körper-Gefäss-Muskulatur. Beides wird verbessert und dient einer besseren Erektion.

Wenn VIAGRA nicht funktioniert dann zeigt sich nach 2 Monat Testosteron-Substitution (d.h. Verbesserung eines Mangels in den Normbereich hinein) bei 1/3 der Männer ausreichende Erektion, bei einem weiteren 1/3 der Männer nun ausreichend mit Viagra..

verbesserte Empfindung

man sp√ľrt wieder mehr, Orgasmus ist intensiver, Gef√ľhl beim Sex intensiver

 

weitere Verbesserungen

Körperzusammensetzung

weniger Fett, mehr Muskeln. V.a. die Muskelst√§rke nimmt zu, merkbar / messbar bei sportlicher anstrengung: Wieder-Erlangung fr√ľherer Leistungen und Muskel-F√§higkeiten sowie Trainierbarkeit.

Knochendichte nimmt zu.

Herzgesundheit

sowohl vor dem Ausbruch einer Herz/Gefäss-Krankheit als auch, wenn diese bereits vorhanden ist (Herzinfarkt): verbesserte EKG Daten nach Testosteron-Therapie.

Allgemein bessere Gesundheitsdaten

BMI sinkt, Diabetes verbessert sich, Gesamtcholesterin / LDL werden BESSER, 

 

 

Diagnose

wird √ľber die Symptome und Zeichen gestellt und mit einem Laborwert f√ľr Testosteron und freie Testosteron komplettiert. Der Wert f√ľr das „gesamt Testosteron“ alleine ist bei normal-Wert nicht aussage-kr√§ftig, da Alter und Lebensumst√§nde (Adipositas, Alkohol, Medikamente ….) den Anteil an gebundenen Testosteron erh√∂hen k√∂nnen.

Aussschluss anderer Syndrome mit √ľberlappender Symptomatik, die Unterscheidung ist nicht so einfach

  • Depression
  • normales Altern

diese Symptome reagieren therapeutisch nicht auf Testosteron.

Achtung:  individuelle Unterschiede sind möglich sind und daher ist v.a. die Symptomatologie entscheidet,

immerhin ist der untere und obere Normbereich ja um 300% auseinanderund es kann sein,

dass ein Mann fr√ľher 1000 ng/dl hatte, jetzt mit 400ng/dl nur noch 40% seiner urspr√ľnglichen Testosteron-Energie hat, sich wie Gem√ľse f√ľhlt aber offiziell im Normbereich liegt und sein „Testosteron ist v√∂llig normal“ qualifiziert wird.

Normwerte und ihr Problem am Beispiel der Schilddr√ľse ....

¬†Dasselbe Problem erleben wir ja mit der Schilddr√ľse: Normwert TSH geht bis 4.5 – die Betroffenen und Experten sagen uns aber, dass der Optimalwert bei 0.3 – 1.0 ist,¬†

ich selber habe nach jahrelanger Symptomatik einer Schilddr√ľsen-Unterfunktion (dick, m√ľde, erfroren) mit TSH von 2.6 mit einem Schilddr√ľsenpr√§parat begonnen, womit ich wieder auf Touren kam (war noch komplizierter, erst das T3-Pr√§parat Novothyral hat mir geholfen, da ich offensichtlich an einer Dejodierungs-St√∂rung bzw. reverses-T3-Syndrom leide).

Lesen Sie dazu meinen Artikel „Schilddr√ľsen-Unterfunktion

Entscheidend ist die Verbesserung durch Substitution von Testosteron.

 

Testosteron – Biologie

95% werden im Hoden erzeugt, 5% in Nebenniere. 

nur 1-3 % ist „frei“, weder an Albumin (30%) noch an SHBG (70%) gebunden. Albumin-Bindung ist leicht und daher ist Testosteron verf√ľgbar.

bioverf√ľgbares Testosteron = freies Testosteron + albumin-gebundenes Testosteron

freies Testosteron ist völlig ungebundenes Testosteron, also ohne den Albumin-Anteil Рauch Speichel-Testosteron ist frei.

Messverfahren

 

Ob man nun „freies Testosteron“ oder „bioverf√ľgbares Testosteron“ oder „Speichel-Testosteron“ als Messgr√∂sse hernimmt ist bedeutungslos, da dieses Messwerte korrelieren, man ben√∂tigt nur die entsprechende Normwert-Skala.

Quasi: es ist egal ob man die Temperatur in Fahrenheit oder Celsius misst, nur unterschiedliche Skala.

Morgentaler empfiehlt am zweckm√§ssigsten die Messung von freiem Testosteron welches √ľber den „analogen RIA-Test“ einfach gemessen werden kann,

bioverf√ľgbares Testosteron wird berechnet aus Albumin, SHGB und totalem Testosteron.

Insgesamt scheinen sich die Experten uneins zu sein was der beste Messwert ist, sonst w√ľrde Morgentaler dies nicht in einem eigenen Kapitel thematisieren ¬†– ich gehe nach Morgentaler.

 

Normwerte sind zwischen 300-1000ng/l f√ľr totales Testosteron. 2% sollte davon frei sein, unterer Grenzwert f√ľr Freies Testosteron ist bei 15ng/dl

Nach Morgentaler: <300 sicheres LowT, <350 wahrscheinliches LowT, > 500 vermutliich kein LowT-Syndrom.

Gesamt-Testosteron ist nicht so massgeblich, entscheidend ist der freie Anteil. Ist Gesamttestosteron unter 350 liegt ein lowT Syndrom vor, ich brauche dann gar nicht freies Testosteron messen

Ist Gesamt-Testosteron im normbereich dann wird bei Symptomen FREIES-Testosteron gemessen. Ist dieses dann erniedrigt liegt die Indikation f√ľr eine Testosteron-Substitutions-Therapie vor und kann probeweise versucht werden.

 Mess-Ungenauigkeit ist ca. 50ng/dl, zwei Werte die weniger als 50 auseinandersind sind als gleich zu betrachten.

Vor der Messung soll auf die Hautstelle wo Blut abgenommen wird kein Gel aufgetragen worden sein.

 

Therapie

1) Gele – Testogel (=Androgel)

f√ľr die meisten M√§nner einfach und wirkungsvoll anzuwenden. Die Standard-Dosis sind 5g Gel (50mg Testosteron). Manche M√§nner √ľberschreiten damit den Normbereich von 1000ng/dl – bei anderen kommt nichts an – Messung der Dosierung ist daher unerl√§sslich.

T√§gliche Anwendung notwendig. Laut Morgentaler sind auch „selbstzusammengemischte Testosteron-Salben“ wirkungsvoll.

bekommt man damit keinen ausreichenden Testosteron-Spiegel, dann 

2) Injektionen

20% der Männer kommen mit dem Gel nicht aus, resorbieren zu wenig. Die Spritze ist beträchtlich billiger. 

100mg / Woche als Testosteron cypionat oder als TEstosteron-enanthat – einer Depot-Form. Lieber √∂fter mit niederen Dosen als seltener mit h√∂heren Dosen spritzen, ansonsten „Hochschaubahn-Effekt“: anfangs √ľberdosen, am Ende der Zeit: unterdosiert.

Kontroll-Messungen in der Spritzen-Zyklus – Mitte.

Die meisten M√§nner sp√ľren den Effekt einer Testosteron-Substition erst ab Serumwerten von 600-650 ng/dl

Die in √∂sterreich erh√§ltliche Form „NEBIDO“ ist l√§cherlich teuer, praktisch unbezahlbar – Pharma l√§sst gr√ľssen, ich bestelle mir aus Deutschland die „Testosteron Depot“ Spritzen, 30 euro f√ľr 3 x 250mg.

CAVE: durch das Spritzen von Testosteron ohne „Kampf meinem √úbergewicht“ hat sich durch den Effekt der Umwandlung von Testosteron in √Ėstrogen durchs Fettgewebe mein √Ėstrogenspiegel so drastisch erh√∂ht, dass mir in k√ľrzester Zeit ein Busen gewachsen ist!

 

3) DHEA – Gabe wirkungslos

DHEA wird nicht substantiell in Testosteron umgewandelt laut Morgentaler. Ich kann dies best√§tigen: mein DHEA-Wert ist durch 50mg DHEA / d ¬†in den Normbereich gekommen, mein Testosteronwert ist niedrig geblieben, das √Ėstrogen hat zugenommen –> Pr√§cancerose !!!

Dies steht im Gegensatz zu den Grunds√§tzen, die ich von Doz. R√∂mmler w√§hrend meiner AntiAging-Ausbildung gelernt habe. Dies gilt wohl nur f√ľr schlanke und sportliche Menschen!

 

4) Sport

laut Morgentaler im wesentlichen wirkungslos, v.a. bei niedrigem Tetosteronspiegel ist Sport schwer m√∂glich, weil m√ľde und schlapp, ausserdem kein Trainingseffekt.

 5) Pille

keinesfalls anzuraten: erzeugt wie beim √Ėstrogen alle m√∂glichen Nebenwirkungen

 

Niedriges Testosteron und Kinderwunsch

hier kommt Testosteron-Substitution desswegen nicht in Frage, weil durch Testosterongabe die K√∂rpereigene Testosteronproduktion in den Hodenzellen (reversibel) zur√ľckgefahren wird und damit die Spermien-Produktion zur√ľckgeht. Hier erh√∂ht man das Vorl√§ufermolek√ľl LH mittels Clomiphen-Citrat Gaben.

aktuelle Studie zum Thema 2013

 

Therapie-Kontrolle

wird nach 2-4 Wochen durchgef√ľhrt um ad√§quat nachbessern zu k√∂nnen. Am Messtag auch Testosteron geben, nur nicht am Ort der Blutabnahme.

Hämatokrit kontrollieren, dieser kann steigen, ev. Blutspende.

Es gibt bei korrekter Anwendung keine Nebenwirkungen, denn man erzeugt ja nur „normale Verh√§ltnisse“. Jede Ver√§nderung ist reversibel nach Absetzen der Therapie.

 

Therapie – Nebenwirkungen

die Therapie ist wie die HRT bei Frauen eigentlich nebenwirkungsfrei, da man nur Mangelzust√§nde diagnostiziert und durch exakt dosierte Gabe das fehlende Testosteron ersetzt in den „normalen“ (physiologischen) Bereich.

D.h. man erwartet sich keine Nebenwirkungen sondern nur das Verschwinden der Mangelzustände.

Bei besonders dicken Personen – v.a. mit Alkohol-Missbrauch – gibt es eine Nebenwirkung, die sich aus dem Fettgewebe bzw. dem Alkohol-Abusus ergibt: zu hohe AROMATASE-Spiegel f√ľhren zu einer deutlichen Umwandlung des Testosterons in √ĖSTROGEN.¬†

Dadurch wächst eine Brust (Gynäkomastie). 

Dies ist nicht zu erwarten bei normalgewichtigen Männern mit geringem Alkoholgenuss.

Abhilfe: Gewichtsabnahme (die viel leichter fällt durch Erhöhung des Testosterons), Alkohol-Reduktion,

Body-Builder, welche extreme Mengen von Testosteron spritzen (20-100 fach der Menge einer „Substitution“) verwenden¬†Aromatase-Hemmer.

 

 

Testosteron und Prostata-Krebs

Spannende Geschichte eines Medizinischen Irrtums

sehr spannende Geschichte eines Medizinischen Irrtums, der sich √ľber viele Jahrzehnte bis jetzt gehalten hat und sogar einen Nobelpreis f√ľr eine falsche Untersuchung zur Folge hatte. Genau Nachzulesen im Morgentaler-Buch (Kindel ab Seite 115).

70jähriges Dogma: Testosteron heizt Prostata-Krebs ein

Charles B. Huggins untersuchte als Wissenschaftler die „benigne Prostata-Hypertrophie“ = BPH = Prostata-Schwellungen.

Ausser den Menschen leiden nur noch Hunde an dieser gutartigen Dr√ľsenvergr√∂sserung. Man wusste bereits dass bei kastrierten Hunden die BPH verschwand oder nicht auftrat. Durch Kastration verschwindet das k√∂rpereigene Testosteron verschwindet.

Ausserdem: in den vergrösserten Bereichen der Hunde-Prostata sind Bezirke sichtbar die krebsähnlich im Mikroskop erscheinen, die verschwinden ebenfalls nach Kastration. Es lag daher nahe anzunehmen, dass in einer vergrösserten Prostata Krebs entsteht, dieser durch Kastration verhindert oder zum Verschwinden gebracht werden kann.

Desswegen hatte Huggins einige M√§nner mit metastasiertem Prostata-Krebs kastriert. Er kontrollierte den Erfolg dieser Behandlung mit einem Prostata-Enzym „saure Phosphatase“, denn PSA oder Ultraschall oder PET usw waren damals noch nicht vorhanden.

Die saure Phosphatase ging deutlich nach nach Kastration zur√ľck, der Gegentest passte auch: es kam zu einem Anstieg durch Testosteron Injektionen.

Desswegen wurde nun angenommen, dass man Prostatakrebs durch Kastration oder √Ėstrogen (Gegenspieler zum Testosteron) behandeln kann, diese Therapie setzte sich – da es vorher keinerlei Therapiem√∂glichkeit gegen Prostatakrebs gab – weltweit durch und Huggins bekam 1966 den Nobelpreis f√ľr diese Entdeckung.

Heute wird das selbe Wirkprinzip, jedoch anders ausgel√∂st angewendet. Wir √Ąrzte geben ein Medikament, welches den Testosteron-Spiegel massiv erniedrigt (LHRH Antagonisten).

weitere Hinweise auf böses Testosteron

  • Kastraten entwickeln NIE Prostata-Krebs
  • Prostatakrebs in m√§nnliche M√§use – Testosteron – eingepflanzt explodiert, in Weibliche M√§use – √Ėstrogen – ¬†bildet sich dort zur√ľck. Gab man den weiblichen M√§usen nun Testosteron wuchs er stark.

 

All diese Untersuchungen zeigen, dass Testosteron ein starker Wuchs-Stoff f√ľr Prostatakrebs darstellt.

 

Low-T als Auslöser von Prostata-Krebs

Abraham Morgentaler wurde in Harvard ausgebildet und lernte – genauso wie wir alle – dass Prostata-Krebs unter verringertem Testosteron schrumpft und unter Testosterongabe angeheizt wird, „Testosteron ist wie wie √Ėl ins Feuer des Prostatakrebs zu giessen“.

normale Prostata und erniedriges Testosteron = Krebs?

Als Urologe begann er f√ľr jene M√§nner mit erniedrigtem Testosteron und Testosteronmangelsymptomen etwas Testosteron zu geben. Diese „Substitution“ eines Mangels auf „Normalspiegel“ kann, so dachte er, keine Nebenwirkungen ausl√∂sen. Tats√§chlich ging es den M√§nnern frappierend besser.

Seine Kollegen warnten ihn jedoch: „ich w√ľrde dies nie machen, du giesst ja √Ėl ins Feuer! Sichere dich doch zumindestens ab, in dem du den Patienten vorher eine Prostata-Biopsie auf Krebs machst ?!!

Morgentaler hat sich dran gehalten und Männer mit niederem Testosteron Рtrotzdem sie normales PSA und unauffälligem Tastbefund hatten Рeine Prostata-Biopsie eingeredet.

Der ERSTE Patient bei dem er dies durchf√ľhrte, hatte – trotz normalem PSA und unauff√§lligem Tastbefund – bereits Prostata-Krebs nachweisbar !!!

Auch die nächsten Patienten waren verkrebst. Er fand 6 Krebsfälle bei den ersten 30 Männer denen er Testosteron wegen ihrer Mangelzustände geben wollte !!

Dies war paradox, eigentlich wiedersprach es der Lehrmeinung, denn diese Patienten kamen zur Behandlung von Testosteron-Mangelzuständen, was ja nach Lehrmeinung gut gegen Prostata-Krebs sein sollte! Haben denn nicht Kastraten keinerlei Krebs? 

Morgentaler publizierte diese Daten, bekam viel Widerspruch.

Bei weiteren Untersuchungen konnte er den Befund erhärten: 11 von 77 Männer Р14% aller Männer mit niederem T Рhatten Krebs trotz normalem PSA <4.0 und unauffälligem Tastbefund!

Bisher war jedoch bekannt und wissenschaftlich abgesichert, dass gesunde Männer mit normalem PSA max 4% Krebsrisiko hatten, er fand das Mehrfache bei jenen Männern, die niederes Testosteron hatten !!

Mit jeder weiteren Untersuchung erhärtete sich dieses Ergebnis: niedriges Testosteron erhöht das Prostatakrebs-Risiko mehrfach!

Morgentalers Daten passten √ľberhaupt nicht in das herrschende Dogma.

 

Behandlung von Low-T-Syndrom senkt das Risiko

Morgentaler untersuchte nat√ľrlich auch die Ergebnisse seiner Testosteron-Behandlung:

Männer mit hohem Risiko einen Prostata-Krebs zu bekommen, das sind Männer mit bereits auffallender Krebsvorstufe in der Biopsie (PIN = auffallender Biopsie-Befund = 25% Krebsrisiko) zeigten nach mehrjähriger Testosteron-Substititon nur noch ein Risiko von 5% statt der erwarteten 25% einen Krebs zu bekommen.

Selbst nach 10 Jahren Testosteron-Therapie war keine Risikoerhöhung durch Testosterongabe nachweissbar.

 

Neue Daten bestätigen

niederes Testosteron sch√ľtzt nicht vor Krebs – sondern stellt ein Krebsrisiko dar.

Tats√§chlich – wann bekommen denn die M√§nner ihren Prostatakrebs? ¬†……. im Alter wo der TEstosteron-Spiegel zur√ľckgeht.

Testosteron-Substitution eines Mangels – um wieder „Norm-Zustand“ herbeizuf√ľhren: ist also keineswegs √ĖL INS FEUER. Im Gegenteil, das Gesamtrisiko sinkt deutlich.

Siehe Morgentalers entsprechende Fachpublikationen in PubMed

testosteron Prostatakrebs

 

diese Fotographie oben stammt aus dem Morgentaler Buch und zeigt eine inverse Abhängigkeit: je niederer Testosteron-Spiegel, desto höher das Prostatakrebs-Risiko.

Weitere Untersuchungen bestätigten: Männer mit erniedrigtem Testosteron, die Testosteron zur Substititon bekamen, hatten ein verringertes Prostata-Krebs-Risiko, sogar noch weniger als einfach irgendwelche zufällig ausgesuchten gesunden Männer  (2004, New England Journal Medicine)

Der Gegenbeweiss: Reihenuntersuchungen von gesunden M√§nnern zeigten in zahlreichen Studien keinerlei Zusammenhang zwischen HOHEM (nat√ľrlichem) Testosteron und Prostata-Krebs.

Falls Testosteron ein wichtiger Risikofaktor f√ľr Prostatakrebs w√§re, w√ľrden wir erwarten, dass M√§nner mit nat√ľrlichem hohen Testosteron-Spiegel mehr Krebs h√§tten als M√§nner mit niedrigem. Keine einzige der vielen Untersuchungen fanden hier einen Zusammenhang!

 

All diese mittlerweile zahlreichen Untersuchungen bestätigen die damaligen Daten.

Eine sehr umfangreiche Literatur-Suche zeigte, dass ¬†es KEINE EINZIGE Studie gab, die irgendeinen Zusammenhang zwischen Testosteron-Gaben und erh√∂htem Risiko f√ľr Prostatakrebs gab,

Testosteron ist also KEIN √ĖL f√ľr das FEUER ¬†bei „gesunden M√§nnern“.

Wie der Widerspruch mit den urspr√ľnglichen Studien v Huggins erkl√§rbar?

die Orginal-Studie von Charles Huggins betrifft Testosteron-Gabe an bereits METASTASIERTE Prostatakrebs-Männer,

eine ganz andere Situationon als eine Testosteron-Substitution in den „normalen Bereich“ bei M√§nnern mit einem Testosteron-Mangel.

Morgentaler grub den Orginal-Artikel von 1941 aus und fand, dass der Orginal-Artikel und die seither vollzogene Schlussfolgerung sich nur auf EINEN EINZIGEN PATIENTEN bezog.

Und das Fortschreiten des Krebses wurde ausschliesslich mit Saurer Phosphatase gemessen, ein Wert der damals nur sehr unsicher festgestellt werden konnte!

Die Orginal-Studie bezog sich also auf ¬†ein wissenschaftliches „Nichts“ (gilt √ľbrigens f√ľr vieles in der Schulmedizin!)

 

Weitere Studie mit Testosteron-Schäden bei Prostatakrebs

Whitemore und Fowler publizierten 1981 eine Studie, bei der fast alle Männer unter Testosteron-Injektionen rasches Fortschreiten ihres Prostatakrebs erlitten.

Allerdings: alle M√§nner mit negativer Testosteron-Therapie hatten vorher eine Kastration oder √Ėstrogen-Therapie, alle bis auf 5 M√§nner – denen ging es mit Testosteron sogar gut.

Die Autoren zogen daher die Schlussfolgerung: „normales endogenes Testosteron ist f√ľhrt bereits zur maximalen Stiumulation von Prostata-Krebs, wenn man noch zus√§tzlich Testosteron spritzt, hat dies bei unkastrierten M√§nnern keinen zus√§tzlich negativen Effekt“.

Der Wachstums-stimulierende Effekt von Testosteron trat also nur in jenen Patienten auf, die vorher einen Testosteron-Entzug gemacht hatten.

D.h. mehr Testosteron ist nicht gleich mehr an Prostata-Krebs Рausser die Patienten wurden vorher (chemisch/medikamentös) kastriert!

Selbst bei Prostatakrebs keine Kontra-Indikation gegen Testosteron-Gabe

sogar in M√§nnern mit metastasierter Erkrankung gibt es keine publizierten Beweiss dass eine Erh√∂hung des Testosterons den Prostata-Krebs schneller wachsen l√§sst als er sowieso wachsen w√ľrde – wenn diese vorher nicht kastriert waren.

„Schockierenderweise …“ – so Morgentaler – zeigten die wichtigen Publikationen, nach denen das Testosteron den Krebs so anheizt so gut wie keine wissenschaftlichen Beweise daf√ľr.

 

Wieso heizt Testosteron bei manchen Männern den Krebs an?

das sind jene M√§nner, die durch Behandlungen zuerst ein extrem niedriges Testosteron hatten. Durch „normale physiologische Spiegel“ von Testosteron ist bereits die maximale Stimulation gegeben, eine zust√§tzliche Gabe von Testosteron erh√∂ht keineswegs das Prostata-Krebs-Wachstum.

Biopsie-Experimente zeigten, dass Erh√∂hung von Testosteron und DHT im Blut zu KEINER Erh√∂hung in der Prostata f√ľhrt (wenn man von vorher physiologischen Spiegel ausging).

Im Kastrations-Berich von Testosteron, wenn dieses v√∂llig verschwunden ist, schrumpft der Prostatakrebs. Dann – wenn man Testosteron wieder zuf√ľgt, k√∂nnen sogar geringe Spiegel von Testosteron das Krebswachstum anheizen.

In jenen F√§llen jedoch, wo schon „nat√ľrliches Testosteron“ vorhanden ist, hat ¬†zus√§tzlich verabreichtes ¬†Testosteron keinen zus√§tzlichen Einfluss mehr auf das Krebswachstum.

D.h. bei „gesunden M√§nnern“ ohne Prostatakrebs/Kastration ist jede medikament√∂se Testosteron-Gabe um Defizite auszugleichen keinesfalls √Ėl ins Feuer sondern – wie oben ausgef√ľhrt – sogar ganz wichtig, n√§mlich Krebs-Sch√ľtzend.

Diese Daten sind mittlerweile durch eine viel grössere Fallzahl erhärtet: 15% Prostatakrebs in gesunden Männern (PSA < 4) durch niedriges Testosteron.

Das Ausmass des Testosteronmangels korreliert sogar eindeutig mit dem Krebsrisiko: je mehr Mangel – desto mehr Krebs.

Ausserdem: je niediger Testosteron, desto aggressiver der Tumor – √§hnliches haben wir beim Brustkrebs und HRT gesehen (siehe meine Seite „Hormone“)

Morgentaler biopsiert gesunde M√§nner mit niedrigem Testosteron wegen dem hohen Risiko, f√ľr ihn ist ein PSA von 2.5 bereits pathologisch und jeder Anstieg um 1 Punkt l√§sst ihn biopsieren.

wenn Männer mit niedrigem PSA (-4) und erniedertem Testosteron kommen, werden sie wegen des hohen Risikos (15%) von ihm automatisch biopsiert.

Zusammenfassung Krebsrisiko u Testosteron

  • niedriges Blut-Testosteron sch√ľtzt nicht sondern erh√∂ht das Risko von Prostatakrebs
  • hohe Blut-Testosteron-Spiegel sind keine Risiko-Erh√∂hung
  • Behandlung mit Testosteron erh√∂ht nicht das Risko von Prostatakrebs, sogar wenn die M√§nner bereits ein hohes Krebsrisiko haben
  • M√§nner, die metastasierten Prostatakrebs haben und die bereits eine „Anti-Hormon-Behandlung“ hinter sich haben: bei denen ist Testosteron ein Risiko-Faktor, auch das Absetzen der Antihormon-Therapie ist nicht mehr m√∂glich, weil bereits „normale, physiologische“ Testosteron-Spiegel den Krebs schneller wachsen lassen.

 

Die Rationale findet man v.a. auch in der wissenschaftlichen Arbeit von 

 

¬†Weitere „Mythen“ gegen Testosteron

Testosteron löst Herzinfarkt aus

keineswegs, im Gegenteil, Daten best√§tigen, dass es wichtig ist f√ľr die Herzgesundheit.

Testosteron erzeugt „Sex-Maniacs“

stimmt nicht, bei der Substitution werden nur normale Wirkspiegel wiederhergestellt und die Libido normalisiert sich auf fr√ľheres mass.

Testosteron f√ľhrt zu Haarausfall

stimmt nicht.

 

Literatur

Abraham Morgentaler

veröffentlichungen von A. Morgentaler
 

Aktuell 65 Pubmed Studien demonstrieren Morgentalers Expertise

Testosterone for Life: Recharge Your Vitality, Sex Drive, Muscle Mass, and Overall Health
  • Morgentaler, Abraham (Autor)
  • 216 Seiten - 17.11.2008 (Ver√∂ffentlichungsdatum) - McGraw-Hill Education (Herausgeber)
Why Men Fake It: The Totally Unexpected Truth About Men and Sex
  • Morgentaler, Abraham, M.D. (Autor)
  • 306 Seiten - 11.03.2013 (Ver√∂ffentlichungsdatum) - Henry Holt & Company Inc (Herausgeber)
The Viagra Myth: The Surprising Impact on Love and Relationships
  • Morgentaler, Abraham (Autor)
  • 220 Seiten - 10.09.2003 (Ver√∂ffentlichungsdatum) - Jossey-Bass (Herausgeber)
The Male Body: A Physician's Guide to What Every Man Should Know About His Sexual Health
  • Morgentaler, Abraham (Autor)
  • 192 Seiten - 01.09.1993 (Ver√∂ffentlichungsdatum) - Touchstone (Herausgeber)

 

weitere Links

Ausgezeichnet formulierte Schweizer Fachseite: http://www.andrologie.ch/Andro_Testo.htm

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Arzt f√ľr Allgemeinmedizin,¬†multiple pr√§ventivmedizinische, schulmedizinische und komplement√§re¬†Zusatzausbildungen.¬†

Wissenschaftliche Arbeit und Forschungs-Beiträge. Zahlreiche Artikel und Vorträge. 

Umfangreiche Recherchen¬†in der aktuellen medizinischen Forschung zum Zweck der Selbst-Weiterbildung und als Ged√§chtnis-St√ľtze. ¬†

Mässige Legasthenie, daher Rechtschreib- und Beistrichfehler, bitte nicht kommentieren, wer es nicht aushält bitte einfach nicht lesen
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√Ąrztekammer Disclaimer

√Ąrztekammmer Disclaimer

die Ober√∂sterreichische √Ąrztekammer moniert weite Teile diese Website als „aufdringlich, marktschreierisch und beim Laien den Eindruck medizinischer Exklusivit√§t erweckend“.

Dies ist keinesfalls beabsichtigt, die Website ist ein absichtsloses Weiterbildungsmedium von Dr. Retzek, der seine wissenschaftlichen Pubmed-Recherchen hier mit √§rztlichen Kollegen unentgeltlich teilt, wof√ľr Dr. Retzek von vielen Kollegen aus dem In- und Ausland regelm√§ssig Anerkennung ausgesprochen bekommt.

Dass Wissenschaftsrecherchen und Studien „das Standesansehen der √Ąrzte“ verletzen k√∂nnte, war Dr. Retzek nicht bewusst, er bedauert dies zutiefst und entschuldigt sich bei den betroffenen Kollegen.

 

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