Selen zu niedrig, Kupfer zu hoch –> beides deutliche Indizien bei Pankreas-Karzinom

Neue Studie: Zusammenhang Selen / Kupfer im Blut bei Pa-Ca

es wurden knapp 500 Patienten mit Pankreas-Krebs untersucht auf Selen und Kupfer im Serum. Der Selen-Spiegel lag um 20% unter dem der Gesunden Kontroll-Patienten, der Kupferspiegel 40% ĂĽber dem der Gesunden.

Es konnte der spezifische Wert ermittelt werden, unter dem das Risiko an Pa-Ca zu erleiden steigt (Selen < 67µg/l Kupfer > 1200µg/l). Studie 2015 | FullTextPDF

 

Selen „altes Krebsmittel“

in meiner „Jugendzeit“ als Ganzheitsmediziner war Selen ein Allheilmittel und wurde jedem verordnet. In der Orthomolekular-Ausbildung hat Dr. Schroth noch geraten:

wenn man keine Ahnung hat was man tun soll, dann gib Selen und er hat uns mehrere Fälle schwerster Erkrankung wunder-gebessert durch Selen gezeigt.

aber: Selen gar nicht so optimal studienmässig

leider hat Selen bei den Studien ziemlich enttäuscht. Sucht man „Resveratrol x Krebs“ findet man Tausende hoch-gute Studien, dettto fĂĽr „Curcumin x Krebs“ oder „VitC x Krebs“ – fĂĽr Selen findet man mehr enttäuschende Studien und kaum eine  gute Anwendungs-Beobachtung. 

Selen ist so „bekannt“ und so gut in der Szene in Verwendung, es ist schwer zu glauben dass es fĂĽr andere Produkte viele viele gute Studien gibt, bei Selen jedoch nicht?

Selen wirkt vermutlich als Gift-Neutralisierer

Schwermetalle sind Enzymgifte, v.a. Quecksilber und auch direkt Kanzerogen. Selen komplexiert das Quecksilber weg sodass es als Enzymgift ausfällt. 

Die Wirksamkeit von Selengaben bei Krebs liegen wohl v.a. 1) im Aufheben eines Mangelzustandes durch Quecksilber sowie 2) die Komplexierung toxischen Quecksilbers

Selen von Daunderer abgelehnt

Prof. Max Daunderer, der „Toxikologe des Jahrhunderts“ war ein strikter Gegner von Selen. Er erzählt immer wieder den Fall zweirer laborantinnen einer Bierbrauerrei die geringste Selenit-Spuren einatmeten (Selen zur Bier-Hefe) und beide Nasen-Rachen-Krebs entwickelten.

Er schrieb an anderer Stelle „er fand keinen einzigen Fall wo sich nicht der Selen-Spiegel im Blut normalisierte wenn man Amalgam-Plomben eliminierte“

Selen und BauchspeicheldrĂĽsen-Krebs

wir haben jedoch eine doch statistisch signifikante Selen-STudie bei Krebs: es verlängert (geringfügig aber doch) das Überleben bei pankreas-Carcinomen, v.a. bei Cadmium und Arsen-Belasteten (was für die Detox-These spricht). Studie 2011

Deutlich ist zumindestens eine neuere Untersuchung über Ernährungsgewohnheiten und es zeigt sich dass eine gute Selen-Versorgung mit einer Reduktion des Pankreas-CA um 50% einhergeht! (studie 2013)

wobei eine zweite Studie dieses Ergebnis bestätigte, jedoch nicht fĂĽr „Orthomolekulare Tabletten“ sondern hauptsächlich fĂĽr Selen-Reiche Nahrung (Studie 2013 | FullTextPDF), im Gegenteil: nahmen die Leute noch zusätzlcih Selen-Tbl ein wurde der schĂĽtzende Effekt selen-reicher Nahrung wieder aufgehoben !!!!!

welche Selen-Form ist hilfreich

mir ist dies wieder unklar: Schrautzer bevorzugte Selenit und zeigte angeblich, dass man damit keine Intoxikationen und Überdosierungen bewirken kann, weil es angeblich ausgeschieden wird (ich hab dies aus zweiter Hand von Dr. Köstler, Wien)

Douwes wiederum empfiehlt aus denselben GrĂĽnden „Selen-Methionin“, welches aber nach Orthomolekularen Ăśberlegungen abgelehnt wird, weil es anstatt Methionin in die proteine eingebaut wird und diese Stören kann und erst duch Abbau der Proteine das Selen frei wird.

d.h. – die „Experten 2ten Grades“ (Ă„rzte) – sind sich ebenfalls völlig uneins. Wie ĂĽblich sollten Studien klären, cih bleibe da am Ball.

Sie können meine anderen Selen-Artikel durch klicken auf das Stichwort „selen“ am Ende des Artikels abrufen.

 

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Arzt für Allgemeinmedizin, multiple präventivmedizinische, schulmedizinische und komplementäre Zusatzausbildungen. 

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Dies ist keinesfalls beabsichtigt, die Website ist ein absichtsloses Weiterbildungsmedium von Dr. Retzek, der seine wissenschaftlichen Pubmed-Recherchen hier mit ärztlichen Kollegen unentgeltlich teilt, wofür Dr. Retzek von vielen Kollegen aus dem In- und Ausland regelmässig Anerkennung ausgesprochen bekommt.

Dass Wissenschaftsrecherchen und Studien „das Standesansehen der Ă„rzte“ verletzen könnte, war Dr. Retzek nicht bewusst, er bedauert dies zutiefst und entschuldigt sich bei den betroffenen Kollegen.

 

3 Kommentare

  1. Ich habe nachgehakt bei Fa. Biosyn (Hersteller von u.a. selenase), hier eine Antwort von Dr. GĂĽnther Stoll
    (er ist seit vielen Jahren gut im Thema Selen zu Hause):

    „Was diese Arbeit betrifft, so halte ich nicht viel davon. Ich habe sie 2013 in unserem internen Literaturseminar besprochen. Zwar ist das Ergebnis prinzipiell positiv fĂĽr Selen; eine inverse Assoziation, also je mehr Selen, desto weniger Pankreaskarzinome. Unter den mehr als 77.000 Teilnehmern hatten offensichtlich etwa 23.000 Selen (und Zink) zu sich genommen, und in diesen beiden Gruppen zeigte sich bei Vergleich der niedrigsten mit den höheren Tertilen eine Risikoreduktion, beim Zn natĂĽrlich nur sehr gering ausgeprägt, beim Selen sehr viel deutlicher. Andere Antioxidanzien blieben offenbar ohne Effekt. FĂĽr Selen (der letzte Satz in den Conclusions) war nur bei Konzentrationen > 20 mcg / Tag eine Risikoreduktion nachweisbar (HR = 0,99 fĂĽr niedrige Se- und HR = 0,73 fĂĽr höhere Se-Mengen).

    ABER (sehr groĂźes Aber !): Se und Zn wurden nicht im Blut bestimmt, sondern aus Fragebögen zur Ernährung (ĂĽber ein Jahr) und zur Einnahme von Supplementen (ĂĽber 10 Jahre !). Mögliche Variationen des Se-Gehalts in Lebensmitteln wurden auch nicht berĂĽcksichtigt. In meinen Augen ist das wieder einmal so ein Fall, wo man eine tolle Statistikmaschinerie mit wachsweichen Daten fĂĽttert, um ein seriös aussehendes Ergebnis zu erhalten. Wir haben diese Publikation auch in keiner Weise „propagandistisch“ genutzt.“

    • fantastischer Kommentar, herzl Dank! Ich schreibe ja selber mehrfach, dass ich bei Selen mehr skeptisch als positiv bin, weil viel zuwenig deutliche Studien da sind, andererseits wirds von den Kollegen seit Jahren immer und immer wieder empfohlen und eingesetzt.

  2. ….und weiter geht´s mit einem Kommentar zu den beiden Studien von CEFAK, dem Hersteller von u.a. cefasel:

    „In Ihrer zuerst erwähnten Studie wurden, wie Sie ja auch herausgelesen haben, die Selen-Spiegel bei Patienten mit Pankreas-Krebs i.Vgl. zu einer gesunden Kontrollgruppe verglichen.

    Von Lener et al. wurden geringere Selenspiegel bei Patienten mit Pankreas-Krebs beschrieben, was – wie die Autoren auch diskutieren, ebenfalls in vergleichbaren Studien beobachtet werden konnte – unabhängig davon, ob die Daten in einem Land mit relativ geringer Selenversorgung (wie z.B. Polen) oder mit höherer Selenzufuhr wie den USA erhoben wurden [Der erwähnte ermittelte spezifische Wert ab welchem das Risiko an Pankreas-Ca zu erleiden steigt (Selen < 67µg/l) kann entsprechend auch nicht als allgemein-gültig angesehen werden, sondern bezieht sich auf die Beobachtung in der Kohorte].

    FĂĽr viele Krebsarten scheint ein geringerer Selenspiegel der Patienten charakteristisch. Die Frage nach der Ursache fĂĽr diese Beobachtung ist noch nicht vollständig geklärt: Diskutiert wird in diesem Zusammenhang auch häufig ein höheres Krebsrisiko aufgrund einer geringeren Selenversorgung durch eine geringere Selenzufuhr – welche allerdings schwierig zu erheben ist. Dies wird auch von den Autoren der zweiten Studie ebenfalls als limitierend beschrieben (Alleine die Selengehalte der Böden in den Counties Washingtons variieren zwischen 0.10 ppm to 1.31 ppm…).

    Die in dieser Studie erhobene Selenzufuhr (ohne Supplemente) wurde mit 6,4 – 641,4 µg/Tag angegeben [Tertile 1: 6,4 – 85,49µg Se/Tag / Tertile 2: 85,5 – 127,5 µg Se/Tag und Tertile 3: 127,5-641,6µg Se/Tag; Zum Vergleich: In Deutschland wird von 35 – 48 µg/Tag ausgegangen].

    Aber nun zum beschriebenen paradoxen Phänomen in der Studie von Han et al., 2012.

    Mit höherer Selenzufuhr (Tertile 2 und 3) wurde eine Abnahme des Krebsrisikos beobachtet, mit höherer Selensupplementierung (via. Monopräparate und Multivitamin-Supplemente; Selenformen nicht näher differenziert) wurde in der zweiten Tertile auch noch ein signifikant geringeres Risiko beobachtet, in der höchsten Tertile allerdings nur ein Trend [HR: 0.69 (0.39– 1.20)]. Betrachtet man die Zahlen rein wissenschaftlich, kann man in der höchsten Tertile in der Tat keinen signifikanten schützenden Effekt mehr erkennen.

    Als Basis fĂĽr die Beurteilung der Selenversorgung sollte allerdings der Selenspiegel herangezogen werden (da verschiedene Selenformen z.T. unterschiedlich metabolisiert werden). Dieser wurde in der Han-Studie leider nicht erfaĂźt. Es ist daher anzunehmen, dass die Probanden der Tertile 2 (mit und ohne Supplementation) ziemlich gut bzw. optimal mit Selen versorgt waren/sind (Optimaler Selenspiegel: 101 – 139 µg Se/L Plasma/Serum bzw. 121 – 168 µg Se/L Vollblut); die Probanden der Tertile 3 (mit und ohne Supplementation) zu einem gewissen Teil sicherlich ebenfalls optimal – z.T. aber wahrscheinlich auch „überversorgt“ – wie relativ häufig in US-Studien zu beobachten. Bei einer Ăśberversorgung können sich schĂĽtzende Effekte wieder aufheben – insbesondere wenn dieser Zustand durch Supplementierung noch gesteigert wird.

    Zu beachten ist auch, dass es sich um eine auf einmaliger Befragung basierende Selenzufuhrbestimmung handelt. Die Aufnahme der Selenmengen in der FollowUp-Zeit bis zur möglichen Krebserkrankung wurde nicht erfasst. Auch ist der Zusammenhang der Krebserkrankungen zu genetischen Faktoren, anderen Erkrankungen oder Lebensstil nicht dokumentiert.

    Daher empfehlen wir als Zielwert fĂĽr eine Supplementierung den nach aktuellem Stand der Kenntnis optimalen Selenspiegel (Optimaler Selenspiegel: 101 – 139 µg Se/L Plasma/Serum bzw. 121 – 168 µg Se/L Vollblut). ĂśberflĂĽssiges Selen aus Natriumselenit (wie in Cefasel) wird ĂĽbrigens schnell wieder ausgeschieden. Bei organischem Selen kann es eher zu einer unerwĂĽnschten Selenanreicherung im Körper kommen.

    Abschließend möchten wir daher noch die DGE zitieren (https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/faqs/selen/#ad8):
    „Ohne Risiko für schädliche Nebenwirkungen ist laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) für Erwachsene eine Zufuhrmenge von 300 µg Selen pro Tag tolerierbar. Die meisten Nahrungsergänzungsmittel enthalten maximal 200 µg pro Tag. Es ist deshalb unwahrscheinlich, dass in Europa negative Effekte durch die Einnahme von Präparaten auftreten, wenn sie vorschriftsmäßig eingenommen werden.“

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