derzeit noch v√∂llig unbekannt ist, dass es 3 Arten von Mitochondrien gibt, welche zu v√∂llig unterschiedlichen Ph√§notypus von Zellen f√ľhren. Jahrzehnte-altes Wissen √ľber Antioxidation, Entz√ľndungen und Behandlungs-Ans√§tze sind falsch bzw. unvollst√§ndig.¬†

Dieser Artikel ist der erste einer geplanten Serie zur Aufkl√§rung des Cell-Danger-Response-Systems und der Behandlung von (postviralem) „Fatigue„.

Diesen wichtigen Artikel widme ich Prof. Joachim Greilberger, einem innovativen Denker und Forscher auf molekularer Eben in √Ėsterreich

Zusammenfassung

pro-inflammatorische M1 Mitochondrien erzeugen freie Radikale nicht, weil sie gesch√§digt wurden, wie uns seit Jahrzehnten erz√§hlt wurde, sondern absichtsvoll, um die Zelle vor weiteren Infektionen zu sch√ľtzen. Man nennt dies „oxidative shielding“ und diese M1-Funktion geh√∂rt zur angeborenen Immun-Abwehr (Naviaux 2012 / FullText) und ist eine monotone und automatisierte Zell-Reaktion sowohl auf externen oxidativen wie auch reduktiven Stress.

Die Zellen produzieren voller Absicht Superoxide and Wasserstoff-Peroxide sowie versteifen ihre Zellmembran um sie weniger durchlässig und anfällig gegen externe Attacken zu gestalten

Die freien Radikale sind also nicht der Auslöser einer Erkrankung, sondern die Reaktion drauf, und anstatt die freien Radikale mit Antioxidantien zu behandeln, soll man sich auf die metabolischen Grundlagen dieser zellulären Verteidigungs-Antwort konzentrieren.

Dies betrifft zB Erkrankungen wie Autismus, Typ1 und Typ2 Diabetes, Krebs, Herzkrankheiten, Schizophrenie, Parkinson und Alzheimer Erkrankung.

Bei diesen Erkrankungen ist die ursache des „oxidative shieldings“ eine nat√ľrliche Reaktion auf sch√§digende Reize wie Infektion oder Toxine und wird f√§lschlicherweise als KH-Mitursache interpretiert sowie – f√§lschlicherweise – als Ziel von therapeutischen Anstrengungen gesehen. Wir m√ľssen den Ausl√∂ser dieser Zell-Gefahren-Abwehr-Reaktion (Cell Danger Response) eliminieren und den Zellen helfen, aus dieser Reaktion wieder in eine normale metabolische Situation zu kommen, dann sind auch diese chronischen Erkrankungen heilbar.¬†

Dies zu verstehen und entsprechende Tools zu entwickeln bzw. aus den Naviaux Labors zu uns zu bringen ist die Absicht dieser Artikel-Serie. Wir folgen dabei den Forschungen von Prof. Naviaux sowie dessen klinischen Partner, wie zB Dr. Neil Nathan u.a.m.

Prof. Navioux – Cell Danger Response
ABOUT DR NAVIAUX: Dr. Naviaux is Professor of Medicine, Pediatrics, and Pathology at the University of California, San Diego (UCSD). He is the founder and co-director of the Mitochondrial and Metabolic Disease Center and former President of the Mitochondrial Medicine Society (MMS). (c) Naviaux-Lab LEARN MORE ¬Ľ

Prof. Naviaux – innovative Forschung

dieser Artikel hier beruht auf dem oben zitierten Artikel und andere Arbeiten von Prof. Robert K Naviaux, Wissenschaftler an der Univ. California im wunderschönen San Diego.

Steigen wir also in diese Review ein, um Prof. Naviaux Forschung zu folgen, die ihn schliesslich zur Entdeckung des Cell-Danger-Response-Systems gef√ľhrt hat.

aufmerksam geworden bin ich auf dieses neue, innovative wissenschaftliche Konzept durch einen Podcast #121 von Dr. Neil Nathan bei Scott Foresgren – Betterhealthguy

 

die Evolution war zuerst mal anaerob

vor 3.5 mrd. Jahren entwickelten sich die gesamte Stoffwechsel-Maschinerie in einer strikt sauerstoff-freien s.g. anaeroben Umgebung auf der Erde (zB Citrat-Zyklus, Krebs-Zyklus, Atmungskette, Pentosephosphat-Zyklus, Fetts√§ure-Stoffwechsel, Glutathion-StW, Haeme-Synthes, Pyruvat-dehydrogenase usw usf Tang 2010).¬†Sauerstoff war damals ein hochtoxisches Molek√ľl.

erst vor 2,4 mrd. Jahren kamen die Cyanobakterien und produzierten per Photosynthese Sauerstoff sodass ca bei 1.1-1,7 mrd. Jahren genug Sauerstoff vorhanden war (0.1%) um erstmals Mitochondrien entstehen zu lassen, welche Sauerstoff benutzen k√∂nnen. Diese Sauerstoff-Konzentration ist nach wie vor die optimale menge f√ľr Mitochondrien, der aktuelle Luftsauerstoff mit 21% ist 150x h√∂her als es in den Zellen vorhanden ist und ist nach wie vor zelltoxisch. Die evolution√§ren Ver√§nderungen des Stoffwechsels seit den Cyanobakteriendienen v.a. dazu, den toxischen Sauerstoff zu z√§hmen.

Intrazellul√§re Mitochondrien dienten zuerst einmal der Abwehr der √ľberreichlich vorhandenen Viren und intrazellul√§ren Raub-Bakterien in unserer evolution√§ren Vergangenheit, keine Zelle ohne entsprechende Verteidigung √ľberlebt.

Normale Konzentrationen von intrazellul√§ren N√§hrstoffen erlauben den Mitochondrien ein normales Leben, jeder Mangelzustand an bestimmten N√§hrstoffen wurde als Hinweis auf intrazuellul√§re Parasiten interpretiert und f√ľhrt dazu, dass Mitochondrien als Verteidigungs-Maschinerie aktiv werden.

Alle mitochondrialen Enzyme werden in ihrer enzymatischen Aktivit√§t √ľber die Konzentrationen der verschiedenen Reaktions-Partner reguliert, sodass bei wechselnden Konzentrationen immer genau die Menge an Substrat synthetisiert wird, die gerade notwendig ist.

Wenn metabolisch wichtige Quell-Substrate fehlen (weil zB von parasitierenden Bakterien weggefressen) hören die Mitochondrien auf normal zu arbeiten, der Sauerstoff steigt in der Zelle und wird in die Produktion von Peroxiden umgeleitet, es entstehen s.g. pro-oxidative M1 Mitochondrien.

 

Diese Reaktion nennt man Oxidatives Shielding

Weil die M0 Mitrochondrien riesen Mengen an Sauerstoff verbrauchen, die M1-Mitos aber nicht mehr erhöht sich der Sauerstoff-Druck in der Zelle dadurch dramatisch.

Zytosolisch werden dadurch Proteine und schliesslich auch Mebraanen oxidativ modifiziert, die dann dem Schutz der Zellmembranen sowie der DNA dienen.

Dazu geh√∂ren die uns gut bekannten Signal-Molek√ľle wie NFkB, Sirtuine, KEAP1 / Nrf2, NOX, alles in der Absicht die Zellen in ihrer Replikation zu hindern und die Membran so zu stabilisieren, damit die Feinde nicht rein und auch nicht mehr raus k√∂nnen.

Dieses Oxidative Shielding (Abschirmen) ist also diametral anders zu betrachten wie die heutige These des Oxidativen Stresses, den wir ins Zentrum unseres Krankheitsverständis gebracht haben:

als Krankheits-Produkt entstehen freie Radikale, welches alles kaputtschlagen und sch√§digen, wir m√ľssen daher mit Antioxidantien die freien Radikale bek√§mpfen und verhindern und so behandlen wir die Krankheit

Aber: 

  • ROS … ist die Folge und Reaktion auf Gefahren, Stress und Intoxikationen von Zellen
  • ROS … werden gezielt und Absichtsvoll in den Mitochondrien und im Zytosol erzeugt
  • ROS …. sind beabsichtigt um Feinde zu t√∂ten – oder auch die Zelle selber – um irgendwelche toxischen oder sch√§dlichen Ver√§nderungen nciht auf die Nachbarzellen √ľbertreten zu lassen
  • ROS …. verschwinden von selber, wenn die toxische oder sch√§dliche Umgebung der Zelle neutralisiert oder eliminiert werden

Die herk√∂mmliche Sichtweise bisher ist: ROS sind die zentrale Krankheits-ausl√∂ser und m√ľssen durch Antioxidantion bek√§mpft werden.

Wenn diese These richtig ist, m√ľssten wird damit grossartige Erfolge in der Praxis erleben:

aktuelle Sichtweise und darauf basierende Behandlungsregimes scheitern in der Praxis

VitE konnte Diabetes nicht verbessern, VitC routinemässig verabreicht verdoppelt das KrebsRiskio, VitE+Betacarotin erhöhen Lungenkrebs und auch Prostatakrebs um das 1,6 fache wie auch das Neuauftreten von Diabetes

Diese Info kommt aus dem¬† Orginal-Artikel von Prof. Naviaux, dort sind dann auch die Referenze dazu. Ich selber bin cavon direkt noch etwas schockiert und muss diese Aussagen erst mal ungepr√ľft √ľbernehmen, denn dies w√ľrde ja implizieren, dass Orthomolekulare Standard-Anwendungen wenig hilfreich sind!

Naviaux f√ľhrt weiter aus: wenn also freie Radikale so b√∂se sind und Krankheiten ausl√∂send und aufrecht erhaltend, wieso zeigen dann Strategien, welche die freien Radikale vermindern, nur m√§ssige – oder – keine – oder – sogar paradoxe schlechte Effekt ?!!

 

Oxidatives Shielding ist universell verbreitet

alle aeroben zellen und organismen sch√ľtzen sich vor Attacken und stress mit Oxidativem Shielding, sogar die Bakterien zeigen dieses Verhalten.

 

Metabolisches „Fieber“ ist die Antwort auf Stressoren

wenn also eine Zelle gestresst ist bzw. ein Nährstoff-Fehlangebot vorliegt, blockieren die Mitos, es erhöht sich der intrazelluläre Sauerstoff-Partialdruck, das erzeugt ROS: das Pendant zum Fieber auf zellulärer Ebene.

 

Wenn oxidativer Stress die zellul√§re Antwort ist, w√ľrde dessen Behandlung l√§ngerfristig die Zelle schw√§chen

wenn ROS die Antwort auf Noxen wie Viren, Bakterien, Toxine sind, w√ľrde ein Behandlung mit Antioxidantien die Zellul√§re Abwehr schw√§chen und l√§ngere Behandlung ist sch√§dlich.

Zellkultur Experimente oft missleading 

aufgrund dieser Sauerstoff-Fragen sind oft Zellkultur-Untersuchungen nicht auf den Organismus zu √ľbertragen, da hier die oxido-reduktiven Verh√§ltnisse nicht so gut gesteuert werden wie der pH Wert der N√§hrl√∂sungen und durch den enormen oxidativen Stress in der Zellkultur die Zellen alles andere als „normal“ reagieren.

Experimente mit Sch√§digungen von Zellen, welche in der Zellkultur zum Zelltod f√ľhren (und daher als abtr√§glich interpretiert werden, zB der Entzug von Antioxidantien vs. Zufuhr von Antioxidantien) m√ľssen aus dem Blickwinkel des Organismus neu interpretiert werden:

eine Zelle die freiwillig selber stirbt, wenn sie infiziert ist (Apoptose) macht im Kontex des Gesamtorganismus das richtige, sie opfert sich um den K√∂rper zu sch√ľtzen.

Auch Prof. Greilberger spricht immer davon, dass man „alle Zellkultur-Experimente stanzen muss“, da die N√§hrl√∂sungen zuviele Antioxidantien beinhalten und gleichzeitig der Sauerstoff-Partialdruck der N√§hrl√∂sungs-Umgebung viel zu hoch ist.

Ebendies konkretisiert auch Prof. Naviaux, wenn er davon spricht, dass die mindestens Verzehnfachung des Sauerstoffgehalts der Zellkultur-Schalen die ganze Antioxidative Abwehr von Zellen aktiviert und Ergebnisse liefert, die nicht mit in vivo Experimenten √ľbereinstimmen.

Zellen in der zellkultur verdoppeln sich t√§glich. Desswegen wird die Hauptarbeit der Mitochondrien aufs Wachstum und Synthese von Biomasse dirigiert, w√§hrend in ruhenden Geweben die Mitos v.a. der herk√∂mmlichen Energie-Produktion f√ľr die Zellarbeit dienen.

Die Kombination dieser Faktoren: zu hoher Sauerstoff und Mitos die v.a. Masse produzieren statt Zellarbeit erlauben es in der Praxis nicht, Redox-Systeme in Zellkulturen zu beobachten und zu messen und hat uns auf falsche Spuren gelockt.

Orginellerweise wurde ich von Grazer Uni-Biochemiker und Arzt Prof. Greilberger genau auf diesen Umstand aufmerksam gemacht. Er meint, dass man praktisch alle Zelllkultur-Experimente „stanzen kann“, denn die Ergebnisse sind v√∂llig unphysiologisch in einer massiv oxidativen Athmosph√§re hergestellt und reproduzieren nur Cell Danger Response, nicht physiologische Reaktionen.

 

Epigenetische Adaption in Geweben

auch innerhalb von Organen und Geweben finden sich Sauerstoff-Gradienten. So sind die Zellen im Leberläppchen nahe einer Arterie metabolisch anders gepolt (v.a. Ornithin-Transcarbaomylase) als nahe einer Vene (v.a. Ornithin-Aminotransferase).

Innerhalb von Geweben herrscht ein hohes Mass an Kooperation, ganz anders als in einer Zellkultur. Der Dreck/Abfall der einen Zellen dient als Bau- oder Brennstoff f√ľr andere Zellen.

Die entsprechenden nicht benutzten Gene werden durch Methylierung silenciert um nicht zu st√∂ren. D.h. dass die Umgebung fast vollst√§ndig die Gen-Expression steuert, nicht umgekehrt wie wir immer dachten: dass die DNA die Erscheinung der Zelle steuert –> dies ist falsch.

 

Metaboliten sind gleichzeitig extrazellul√§re Signal-Molek√ľle

viele chemische Substanzen, die innerhalb der Zelle eine gewisse Stoffwechsel-Bedeutung haben werden ausserhalb von Zellen als Informations-Überträger genutzt.

zB ist ATP innerhalb der Zelle ein Energie-√ľbertragendes Molek√ľl, ausserhalb einer Zelle wird ATP aber zu einem „Danger“ Signal und warnt benachbarte Zellen, dass Gefahr droht und sie sich wappnen muss. Die Nachbar-Zellen schalten daraufhin in den Oxidativen M1-Stoffwechsel um und vermindern ihre Mitochondriale Sauerstoff-Verbrennung, erh√∂hen selber die Warnstufe und Abwehr innerhalb der Zelle und schaltet in den Verg√§rungs-Stoffwechsel um.

Auch Succinat ist ein Brennstoff / Baustoff im Zitratzyklus, ausserhalb der Zelle reguliert es die Blutgerinnung,

Zitronensäure innerhalb der Zelle ist wichtiger Bestandteil des Zitrat-Zyklus, ausserhalb der Zelle wird sie zu einem Nährstoff-Signal und informiert die Zellen, dass reichlich Nahrungs-Angebot vorhanden ist.

F√ľr all dieses „Signalmolek√ľle“ bestehen entsprechende Rezeptoren auf der Oberfl√§che von Zellen, wird der Citrat-Rezeptor blockiert, reagiert die Zelle genauso wie bei „Kalorien-Restriktion“ und lebt dann viel l√§nger.

Am wichtigsten hier ist sicher die Aussage: Extrazelluläres ATP schaltet die Zellen in den Cell-Danger-Response-Modus um, in dem sie alle Jalousin runterlässst, sich einigelt, die Energieproduktion stoppt, die Protein-Biosynthese massiv reduziert und den Glutathion-Stoffwechsel reduziert.

Prof. Vaupel hat 2016 in Berlin beim Hyperthermie-Kongress neue Forschungsarbeit präsentiert: Krebs-Gewebe hat eine 1000 fach erhöhte extrazelluläre ATP, ADP, AMP und Adenosin-Konzentration.

Im Licht der Arbeit von Prof. Naviaux ist es jetzt eindeutig und klar, wieso der Krebs in den Warburg-Stoffwechsel umschaltet und die Stromazellen zu „Sklaven werden“, die f√ľr den Krebs Laktat erbr√ľten, die dieser begierig frisst und verarbeitet (reverser Warburg)

Ausserdem verstehen wir sofort, wieso Suramin – als Therapeutikum dieses Cell Danger Responses – vollst√§ndig vom Markt genommen wurde (–> Krebs, Autismus) – diesen Markt l√§sst man sich nicht von einem patentfreiem uralt-Mittel kaputt-machen!

 

 

Crabtree – Effekt und Sauerstoff-Utilisation und Mito-Atmung

schon 1929 wurde von Dr. Crabtree festgestellt, dass durch ein erhöhtes Angebot an Glukose der mitochondrielle Sauerstoff-Verbrauch bis zu 50% reduziert wird und die Glucose nicht zu Wasser verbrannt wird sondern vergoren, weil die Verbrennungs-Maschinerie blockiert wird.

Gerade bei Diabetes wird den Zellen permanent ein hoher Glukosespiegel präsentiert.

Durch die jetzt angeheizte Glukose-Verg√§rung im Cytosol wird ADP in ATP umgewandelt, was die Mitochondriale ATP-Produktion stark r√ľckkopplungs-hemmt, wodurch die in den Mitos erbr√ľtete Energie r√ľckstaut und sich in der Form von Peroxiden entladet, welche die Zellen nach aussen abgeben.

Weil dadurch aber auch der Sauerstoff-Verbrauch der Zellen sinkt, kann man dies auch als Verminderung der Sauerstoff-Zehrung zwischen Arterien und Venen im Organismus messen.

wenn weniger Sauerstoff gebraucht wird, f√ľhrt dies l√§ngerfristig zu einer Verminderung der Kapillardichte und damit wird die Hypoxie als Angebots-Hypoxie fixiert und so schliesslich auch die Gewebsfunktionen sch√§digt.

Dies sehen wir zB bei den chronisch neurodegenerativen Erkrankungen.

 

analoges Beispiel √ľberd√ľngtes Gew√§sser

dasselbe passiert in einem √ľberd√ľngten Gew√§sser: die Algen √ľberwachsen alles und verfaulen schliesslich und es entsteht dadurch eine sauerstoffarme lebensfeindliche Umgebung, das √ľberd√ľngte Gew√§sser ist „gekippt“ und stirbt. Genau wie beim Diabetes f√ľhrt ein Nahrungs-√úberangebot schliesslich zum Absterben des Lebens.

 

Intrazellulärer Sauerstoff-Gradient

ausserhalb der Zelle liegt der Sauerstoff-Druck bei 30 Torr, in den Mitochondrien bei 0.2 Torr. In anderen Organellen wie dem Endoplasmatischen Retikulum, dem Golgi oder den Lysosomen herrscht jeweils ein anderer, sehr spezifischer Sauerstoffpartialdruck.

Die Organellen wandern dort hin in der zelle, wo sie ihren optimalen Sauerstoff-Druck vorfinden. Durch das Verbraten des Sauerstoffs sind die Mitos entsprechende Sauerstoff-Senken und bauen daher diesen Gradienten auf. Dieser Gradient bestimmt auch ob eine Zelle eher „arbeitet“ und sich differenziert oder sich „vermehrt“ und proliferiert.

 

„metabolisches Ged√§chtnis“

kurzfristige Ver√§nderungen im Sauerstoffbedarf von Mitochondrien f√ľhren zu einer Kaskade von nachgelagerten Redox-Protein-Ver√§nderungen, welche relativ lange bestehen k√∂nnen.

Dies ist der Grund, wieso man bei Diabetiker durch kurze Phasen von strikter Erährungs-Restriktioni (LowCarb) oft lang anhaltende Verbesserungen des Stoffwechsels sieht.

eine kurzdauernde k√∂rperliche Anstrengung hebt √ľber viele Stunden die basale Stoffwechselrate an, selbst nach Tagen kann dies noch gemessen werden.

Wiederholtes Training f√ľhrt zu einer monatelang anhaltenden Verbesserung der Muskulatur und kann altersbedingten Abbau reversieren.

All dies ben√∂tigt Oxidativen Stress, der durch die Ert√ľchtigung produziert wird.

 

Training wird gehemmt durch Antioxidantien

wenn regelmässig VitC und VitE genommen wird, wird dieser positive Effekt von Langzeit-Training auf die Muskulatur und die Insulin-Sensitivität blockiert.

Hormesis ist die Adaption auf negative Aussenreize Рso benötigen wir also immer wieder Phasen von freien Radikalen, die uns kräftigen und stärken.

Gibt man während eines Trainings Antioxidantien (VitC, VitE) wird die Muskel-Leistung um bis zu 25% reduziert, auch die Muskeldurchblutung.

 

Phytotherapeutika sind zumeist Oxidantien

die so grossartigen Pflanzen-Hilfsstoffe dienen den besseren und¬† l√§ngerem Leben von Tieren, welche bei der Samenausbreitung mithelfen. Interessanterweise sind die meisten dieser Flavonoiden u.a. besonders gesunden Pflanzenstoffe tats√§chlich Oxidantien, welche √ľber ihren kurzfristigen pro-oxidativen Effekt die Zelle „st√§rken“, da sie kurzfristig den Befall mit einem Parasiten simulieren, was die Zell-Abwehr hochschraubt, √§hnlich dem abh√§rtenden Effekt einer kurzen eiskalten Dusche. Durch Querzetin, Curcumin, Gr√ľntee-EGCG, Sulphuraphan, …. wird der Glutathion-StW stark angeheizt, Stressproteine exprimiert, Zytokine raufreguliert.

 

Schlussfolgerung und Zusammenfassung

was wir fr√ľher als Krankheits-Ausl√∂ser und sch√§digende Noxe interpretiert haben: die freien Radikale und Peroxide – sind bei weitem nicht die Faktoren, welche die Krankheit bestimmen, sondern sind die Reaktion der Zelle auf eine St√∂rung bzw. Erkrankung. Wir nennen das „oxidatives Abschirmen“ (shielding).

Tempor√§re Erh√∂hung der freien Radikale durch Muskeltraining, Pflanzenstoffe sind wichtige Adaptions-Hilfen f√ľr die Entwicklung und Wachstum von Mitochondrien.¬†

Die Carbonylierung von Proteinen (oxidation), die Lipidperoxidation, die firbrosierung und hunderte mehr an oxidativen Ver√§nderungen sind nicht die Erkrankung sondern Teil der Zell-Reaktion und Abwehr. Sowohl oxidative wie auch reduktive Stressoren f√ľhren beide monoton zu diesem „oxidative shielding“, welches eine angeborene, ganz basale Form der Zell-Immunit√§t gegen Parasiten und Feinde darstellt und in Bakterien, Pflanzen und tierischen Zellen stattfindet. Dadurch erh√∂ht sich auch die Membran-steifheit der Zellen und die zellteilung wird gehemmt.

Durch Fasten oder √úberf√ľttern kann man diese Reizantwort modulieren.

Geht der Stress einher mit einem √ľberf√ľttern (mit glukose), wechselt die Zelle in den Crabtree – Stoffwechsel, schaltet Mitochondrien ab und dadurch den Sauerstoff-Bedarf zur√ľck und chronische Entz√ľndung wie auch der Warburg-Stoffwechsel ist die Folge.

Die Behandlung von chronischen Krankheiten mit Antioxidantien ist wie das Fiebersenken mit Aspirin bei einer Lungenentz√ľndung. Nat√ľrlich hilft das Aspirin und ist „klinisch in Studien bew√§hrt“ bei Lungenentz√ľndungen, trotzdem kann die unbehandelte Pneumonie den Patienten immer noch killen, besser w√§re es mit Antibiotika die Pneumonie zu behandeln anstatt nur das Fieber.

Nitro-Thyrosin ist wie das Fieber, derartige oxidierte Proteine sind nur das Anzeichen, nciht die Erkrankung und mit Antioxidantien kann man das Nitro-Thyrosin senken, nicht notwendigerweise aber die Erkrankung heilen.

Nur mit personalisierten individueller Ursachen-Suche und Behandlung kann man komplexe Erkrankungen wie Autoimmunerkrankungen, Autismus, Parkinson, Diabetes, Krebs und andere Erkrankungen eliminieren, das wird die Zukunft bringen.

 

Es wird spannend, Prof. Naviaux auf seiner Entdeckungsreise zu folgen. Wir sind in dieser Review im Jahr 2012, mittlerweile haben die im Naviaux-Lab sehr differenzierte Ursachen und auch Antworten f√ľr viele chronische Erkrankungen gefunden. Schauen wir, was der n√§chste Artikel bringt.¬†

Wer schon „Vor-lesen“ m√∂chte, hier das n√§chste Paper dass ich zusammenfassen will:¬†

Metabolic Features of the Cell Danger Response

sowie den Freund und Mit-Autor von Dr. Naviaux, Dr. Neil Nathan

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15 Kommentare

  1. Lieber und hoch verehrter Dr Retzek,

    keiner versteht es so wie Sie , komplizierte med Sachverhalte auch f√ľr Laien “ noch verst√§ndlich “ ,aufzubereiten ; ich kenne dzt in unserer Republik keinen- ich unterstreiche – keinen Arzt der mit so gro√üer Leidenschaft f√ľr seine Patienten arbeitet ! Aber das sch√∂nste ist , da√ü Sie uns medzinisch interessierten Laien an Ihrer gro√üartigen Arbeit etwas teilhaben lassen.
    Ein herzliches Dankesch√∂n , da√ü wir Ihnen dabei ein bi√üchen √ľber die Schulter schauen d√ľrfen.

    Ich verneige mich in Respekt und großer Dankbarkeit;

    Ihr Wolfgang Maier
    Marchtrenk

  2. Interessant in dem Zusammenhang sind die verbl√ľffenden Ergebnisse von Behandlungen mit den Carbonygruppen nach W. Koch, bei denen es sich um Oxiditationsmittel handelt. Haben Sie dar√ľber Informationen?

  3. Auch von mir ein gro√ües Dankesch√∂n f√ľr diesen Artikel. Wahnsinns Info. Alles klingt so logisch, warum ist da all die Jahre vorher keiner drauf gekommen?

  4. Der Artikel √ľber oxidativ shilding ist wirklich interessant, aber muss man diese Sichtweise als neue, richtige Sichtweise benennen und die bisherige als alte, falsche? Ich denke nicht und sage auch gerne warum. Weil wir es hier mit dem gleichen Problem wie bei vielen chronischen Erkrankungen zu tun haben – der Symptombehandlung. Nat√ľrlich macht es keinen Sinn einfach nur Antioxidantien einzusetzen, wenn man die Ursachen der Radikalenbildung nicht beseitigt. Das ist f√ľr jeden an echter Heilung von Menschen Interessierten doch klar.

    Daher schreiben Sie ja auch zurecht: „Wenn also freie Radikale so b√∂se sind und Krankheiten ausl√∂send und aufrecht erhaltend, wieso zeigen dann Strategien, welche die freien Radikale vermindern, keine oder sogar paradoxe schlechte Effekte.“ Tja, eben weil man damit die Ursachen nicht beseitigt.

    Ob es nun evolution√§re Absicht der Mitochondrien bzw. der Zellen ist, dass in der Zelle solche Vorg√§nge ablaufen (Oxidationprodukte wie Peroxide usw), um Viren und andere Erreger zu bek√§mpfen oder nicht, Tatsache ist, DASS diese Vorg√§nge ablaufen und zu krankhaften Prozessen f√ľhren bzw. dazu beitragen.

    Wie Sie schon schreiben: „Wenn die toxische oder sch√§dliche Umgebung der Zelle neutralisiert oder eliminiert…“ wird, verschwinden diese Vorg√§nge von alleine. Ja, weil die N√§hrstoffe wieder da sind und alle ben√∂tigten Substrate wieder gebildet werden und die Zellmembran wieder normal arbeitet und Stoffe, die sich in der Zelle angesammelt haben, aber nicht mehr grbaucht werden, aus der Zelle transportiert werden und √ľber den Zellzwischenraum (so hoffentlich mit therapiert) zur Ausscheidung gebracht werden.

    So kann dann auch Krebs aufhören (Erfahrung).

  5. Hallo Herr Dr. Retzeck,

    habe noch was „entdeckt“ ūüėČ
    „Die entsprechenden nicht benutzten Gene werden durch Methylierung silenciert um nicht zu st√∂ren. D.h. dass die Umgebung fast vollst√§ndig die Gen-Expression steuert, nicht umgekehrt wie wir immer dachten: dass die DNA die Erscheinung der Zelle steuert ‚Äď> dies ist falsch.“

    Na ja „falsch“ w√ľrde ich da nicht sagen, den ohne die DNA g√§be es ja die Zelle gar nicht, sie bestimmt also schon grunds√§tzlich die Zelle, aber die Umgebung steuert, welche Gene an- oder ausgeschaltet sind, dami die Zelle auf die jeweilige Umgebung reagieren kann.

    √úbrigens „silenciert“ ist wirklich mal nett gesagt ūüėČ

    Kann es sein, dass der Artikel verlängert wurde, kann mich nicht daran erinnern, dass der bei meinem ersten Kommentar so lang war.

    Noch was zu den Antioxidantien: Glaubt man der Werbung, m√ľssten wir uns alle mti AO vollstopfen, von Curcumin bis sonstirgendwas. Testet man aber solche Substanzen (z.B. mit Bioresonanz oder √§hnlichen Verfahren, auch wenn das medizinisch vielleicht nicht so gut ankommt …) ergibt sich oft, dass diese Substanzen NICHT eingesetzt werden sollen, obwohl die daf√ľr meist genannten Sympome da sind. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass in diesen Tests eben vor allem nach den Ursachen geschaut wird und diese beseitigt werden, was die Verwendung solcher Substanzen vermutlich unn√∂tig macht und nach dem Artikel k√∂nnten sie ja sogar die eigentliche Heilung behindern (weil sie eine Besserung vort√§uschen, w√§hrend im Hintergrund das eigentliche Problem bestehen bleibt).

    Das gute solcher Tests ist eben, dass man sich nicht auf allgemeine Aussagen verlassen muss, sonsern ganz individuell sehen kann, was los ist und was jemand wirklich braucht. Das kann die Medizin manchmal auch, aber bei einigen gesundheitlichen Problemen auch nicht.

  6. Hallo Herr Dr. Retzek,

    was w√ľrden Sie in diesem Zusammenhang zu den √Ąu√üerungen von HP Meyer sagen?

    „Abwehrzellen sch√ľtten bei Erregern Cytokine aus, diese aktivieren die Freisetzung von NO-Gas, das alle Erreger zerst√∂rt, dies erfolgt so oft, bis alle Erreger vernichtet sind. Danach Apoptose der befallenen Zelle.“

    „Atmungskette
    Weitergabe des Sauerstoffs zwischen den Komplexen der Atmungskette mit Hilfe von selbst produzierten Enzymen. Produktion der Enzyme aus Aminos√§uren und √ľber Mitochondrien gesteuert. Dabei entstehen (zumindest im letzten Schritt) bei der Bildung von Mito-Energie (ATP) Sauerstoffradikale, die wegen Gluthationmangel nicht mehr entsch√§rft werden und Untereinheiten (Strukturen ?) von Mitos und Mitos selbst massenhaft zerst√∂ren. In schnell wachsenden Tumoren wurden 80 % Mito-Verlust nachgewiesen. Um zu √ľberleben, schaltet die Zelle jetzt ihr in allen Zellen vorhandenes Notprogramm zur Energiegewinnung (Energiesparmodell) ein. Glucose (Blutzucker) wird f√ľr die Energiegewinnung AUSSERHALB der Mitos (!!!) genutzt, weil dabei keine zellsch√§digenden Sauerstoffradikale entstehen. Hier entstehen Abfallprodukte wie Pyruvat und Laktat.“

    Kann man das angesichts Ihres Artikels noch so „stehen lassen“ ?

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