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pte010723032
Forschung/Technologie, Gesundheit/Umwelt

Viren-Test verbessert Früherkennung von Gebärmutterkrebs
Untersuchung erfasst die Erkrankung in 90 Prozent der Fälle

Jena (pte, 23. Juli 01/13:02) – Die Vorsorgeuntersuchungen bei Gebärmutterhalskrebs sollen zuverlässiger und effizienter werden. Diese Perspektive eröffnet eine Studie an der Frauenklinik der Universität Jena http://www.uni-jena.de . Wissenschaftler verglichen darin die herkömmliche zytologische Abstrich-Untersuchung mit dem so genannten HR-HPV-Test. Der Test erlaubt den Nachweis von Hoch-Risiko-Humanpapillomviren (HR-HPV) in der Gebärmutterschleimhaut.

Hoch-Risiko-Humanpapillomviren sind in fast 100 Prozent aller Fälle an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt. Während eine zytologische Untersuchung nur bereits bestehende Veränderungen der Schleimhäute erkennen lässt, setzt der HR-HPV-Test schon bei den Mitverursachern der Krankheit, den Viren, an. In der Jenaer Vergleichsstudie hatten frei praktizierende Frauenärzte zwischen 1996 und 1998 insgesamt 4.761 Frauen zwischen 18 und 70 Jahren im Rahmen der Routine-Vorsorge-Untersuchungen zusätzlich auf HR-HPV getestet. Bei über 90 Prozent der Patientinnen fielen beide Tests ohne Befund aus, bei 7,8 Prozent (371 Frauen) konnten die gefährlichen HR-HP-Viren nachgewiesen werden. Knapp zwei Prozent (88 Frauen) hatten einen zytologisch auffälligen Abstrich. Bei ihnen bestand demnach der Verdacht auf das Vorliegen einer Krebsvorstufe.

Frauen mit einem positiven HR-HPV-Test oder einem abnormen zytologischen Befund wurden dann feingeweblich (histologisch) untersucht. Bei 105 Patientinnen stellten die Ärzte dabei Krebsvorstufen fest, bei neun Frauen lag bereits ein Gebärmutterhalskrebs vor. “ Der HR-HPV-Test spürt damit auch augenscheinlich unauffällige Befunde auf“ , so Professor Achim Schneider vom Jenaer Universitäts-Klinikum. “ Bei einer einmaligen Untersuchung erfasst er die Krebserkrankung bei fast 90 Prozent der Frauen. Durch den herkömmlichen Abstrich werden nur etwa 20 Prozent entdeckt.“

Die “ Initiative HR-HPV-Test“ und die Industrie fordern bereits, den HR-HPV-Test als kassenfinanzierten Routinetest gegen Gebärmutterhalskrebs einzusetzen. Das lehnt der HPV-Experte Schneider allerdings ab und erläutert: “ Jede zweite Frau hat irgendwann einmal eine HR-HPV-Infektion, die bei 80 Prozent jedoch von allein wieder ausheilt.“ Entsprechend sei der Anteil der Frauen, die Zwar HR-HPV-positiv sind, aber keine Anzeichen von Krebs zeigen, um ein Vielfaches höher als bei der zytologischen Untersuchung. “ Da eine HR-HPV-Infektion zurzeit noch nicht therapiert werden kann, sollten den betroffenen Frauen die psychischen und physischen Belastungen erspart bleiben, bis ein entsprechender Impfstoff zur Verfügung steht.“ Darüber hinaus ist noch offen, ob die momentan kommerziell einsetzbaren HR-HPV-Tests die gleiche Qualität erreichen wie jene, die im Rahmen der Studie im Forschungslabor erfolgten.

In einer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Studie wollen die Wissenschaftler nun untersuchen, ob ein negativer HR-HPV-Test auch langfristig ein eher geringes Krebsrisiko bedeutet. “ Sollte sich diese Annahme bestätigen, könnte der Abstand der Vorsorgeuntersuchungen für negativ getestete Frauen bei gleicher oder sogar höherer Sicherheit auf drei bis fünf Jahre verlängert werden“ , so Schneider. “ Das könnte die Neuerkrankungs- und Sterberate bei Gebärmutterhalskrebs weiter senken und gleichzeitig Aufwand und Kosten sparen.“ Bis es soweit ist, müssen Frauen, die auf HR-HPV getestet werden wollen, die Kosten dafür selbst tragen. Diese belaufen sich auf 56 Mark pro Untersuchung.
(Ende)

 

Aktueller Hinweis 2011

Zusammenhang zw. HPV16, 18 und anderen Warzenviren und Cervixkarzinom ist mittlerweile eindeutig, ein Nobelpreis wurde dafür vergeben und mit GARDASIL ist ein Impfstoff gegen diese Viren vorhanden.

Ich lasse diesen Artikel nur aus Historischen Gründen im Blog, 

HRetzek 14.10.11

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