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TPS bei Gehirnerschütterungen nützlich sagt eine Studie

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Transcraniale Pulsstimulation (TPS) bei fußballbedingter Gehirnerschütterung – Pilotstudie

von Prof. Karsten Knobloch – hier die Orginalstudie

Hintergrund

Gehirnerschütterungen (engl. Concussion) treten häufig in Kontaktsportarten wie Fußball, American Football, Rugby oder Eishockey auf.

Sie entstehen durch einen Schlag oder Stoß gegen Kopf, Hals oder Körper, der eine plötzliche Kraft auf das Gehirn überträgt. Dies kann eine vorübergehende Funktionsstörung auslösen – oft ohne sichtbare Veränderungen im CT oder MRT. Symptome sind z. B. Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme oder verzögerte Reaktionen.

Eine zu frühe Rückkehr in den Sport erhöht das Risiko für erneute Verletzungen und kann langfristig zu chronischen Veränderungen im Gehirn führen.

 

Was ist TPS?

Die Transcraniale Pulsstimulation (TPS) ist eine neuartige, MRT-gesteuerte Methode, bei der fokussierte, elektromagnetisch erzeugte Stoßwellen gezielt ins Gehirn geleitet werden. Diese Impulse regen Nervenzellen an und können die Neuroplastizität fördern – also die Fähigkeit des Gehirns, sich zu regenerieren und neue Verbindungen zu bilden. TPS wird bereits erfolgreich bei Alzheimer eingesetzt, um Gedächtnisleistung und Stimmung zu verbessern.

in SOZO-Braincenter weltweit werden teils erhebliche Verbesserung bei einer Vielzahl von Neurologischen Problemen mit TPS bewirkt – zumeist noch Off-Label da die Technologie so neu ist, dass erst wenige gesicherte Studien und Zulassungen bestehen (derzeit: EBM 1b für Alzheimer, Autismus, Parkinson, MS)

 

Die Pilotstudie

In der Praxis von Prof. Dr. Karsten Knobloch wurden fünf männliche Amateur-Fußballspieler (Ø 25 Jahre) mit frischer Gehirnerschütterung behandelt. Die TPS-Therapie begann im Schnitt 48 Stunden nach der Verletzung und umfasste drei Sitzungen im Abstand von zwei Tagen. Pro Behandlung wurden 6.000 Pulse mit einer Energie von 0,2 mJ/mm² über 30 Minuten appliziert – das gesamte Großhirn wurde unter MRT-Navigation stimuliert.

Ergebnisse

  • Keine Nebenwirkungen bei allen Teilnehmern
  • Deutliche Symptomverbesserung: Laut SCAT6-Test reduzierte sich die Zahl der Beschwerden innerhalb von 7 Tagen von durchschnittlich 13 auf 4, die Schwere von 24 auf 9 Punkte

  • Gedächtnis-, Konzentrations- und Orientierungsleistungen waren von Beginn an gut und blieben stabil
  • Schnelle Rückkehr zum Sport: im Schnitt nach 7 Tagen (Vergleich Profifußball: ca. 8–9 Tage)

Bedeutung

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass TPS eine sichere und gut verträgliche Zusatztherapie bei Sport-Gehirnerschütterungen sein könnte, um die Genesung zu beschleunigen. Die Beobachtungen sind jedoch vorläufig – für eine gesicherte Empfehlung sind größere, kontrollierte Studien erforderlich.

Fazit

typisch vorsichtig formuliert  um “ja keine Versprechen zu suggerieren”: TPS könnte helfen, die Erholungszeit nach einer Gehirnerschütterung im Sport zu verkürzen und Symptome schneller zu lindern. Die Methode ist schmerzfrei, nicht-invasiv und zeigte in dieser ersten kleinen Studie keinerlei Nebenwirkungen. Besonders für Sportarten mit hohem Risiko für Kopfverletzungen könnte TPS in Zukunft ein wichtiger Baustein der Rehabilitation werden.

 

 

Vergleich TPS mit anderen Behandlungsansätzen bei Gehirnerschütterung

Klassisches Vorgehen

Die Standardbehandlung einer Gehirnerschütterung besteht bisher vor allem aus Ruhe, Beobachtung und langsamer Belastungssteigerung:

  • Körperliche Schonung für mehrere Tage
  • Kognitive Ruhe (keine Bildschirme, kein Lernen)
  • Stufenweise Rückkehr zu Sport und Schule/Arbeit
  • Symptomorientierte Maßnahmen (z. B. Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen)

Diese Strategie führt bei den meisten Sportlern innerhalb von 7–14 Tagen zu einer Besserung. Bei einem Teil der Patienten kann es jedoch zu verlängerten Verläufen kommen (Wochen bis Monate, sog. „post-concussion syndrome“).

Weitere moderne Ansätze

  • Physiotherapie / vestibuläre Therapie: Bei Schwindel und Gleichgewichtsstörungen sinnvoll, erfordert aber oft mehrere Wochen.
  • Medikamentöse Ansätze: Nur unterstützend, kein Medikament kann die Gehirnerschütterung selbst heilen.
  • Aerobes Training (z. B. Radfahren): In den letzten Jahren zunehmend empfohlen, beschleunigt Erholung, aber nur im subakuten Stadium.

Wie schneidet TPS ab?

Die Pilotstudie von Knobloch zeigt, dass TPS sehr schnell zu einer Besserung führt – bereits nach einer Woche waren die Spieler fast beschwerdefrei und konnten im Schnitt nach 7 Tagen wieder spielen. Damit liegt TPS im unteren Bereich der üblichen Erholungszeit, eventuell sogar etwas schneller als das klassische Vorgehen (ca. 8–10 Tage im Profifußball).

  • Vorteile der TPS
    • Schnellerer Rückgang der Symptome (SCAT6-Skala: -70 % in 7 Tagen)
    • Keine Nebenwirkungen
    • Nicht-invasiv, schmerzfrei
    • Könnte auch bei länger anhaltenden Beschwerden nützlich sein (hier noch nicht untersucht)
  • Nachteile / offene Fragen
    • Nur kleine Pilotstudie (5 Patienten)
    • Noch keine direkten Vergleichsstudien mit Standardtherapie oder Placebo
    • Kosten und Verfügbarkeit derzeit begrenzt

Zusammenfassung

Während die klassische Behandlung vor allem auf Ruhe und Zeit setzt, könnte TPS den Erholungsprozess aktiv beschleunigen. Im Vergleich zu anderen Zusatzmaßnahmen (Physiotherapie, Ausdauertraining) wirkt TPS deutlich schneller und umfassender auf die Beschwerden – zumindest in den bisherigen Daten. Für eine endgültige Bewertung sind – logisch – allerdings größere Studien nötig, diese 5er Studie nicht randomisiert ist

 

EBM-Level 4

Die vorliegende Arbeit von Knobloch (2025) ist eine Pilotstudie mit 5 Patienten ohne Kontrollgruppe.

Nach den Kriterien der Evidenzbasierten Medizin (EBM) wird die Evidenz in Stufen (Levels) eingeteilt:

  • Level 1a: Systematische Reviews und Metaanalysen von RCTs
  • Level 1b: Einzelne randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) mit schmalem Konfidenzintervall
  • Level 2a/2b: Kohortenstudien bzw. einzelne Kohortenstudien oder RCTs mit methodischen Schwächen
  • Level 3a/3b: Fall-Kontroll-Studien
  • Level 4: Fallserien oder Beobachtungsstudien ohne Kontrollgruppe
  • Level 5: Expertenmeinungen, pathophysiologische Überlegungen

Da es sich hier um eine Fallserie mit nur 5 Patienten ohne Vergleichsgruppe handelt, ist die Studie nach EBM-Kriterien Level 4 (Fallserien-Evidenz).

Das bedeutet:

  • Sehr frühe Evidenzstufe, gut geeignet zur Hypothesenbildung und zur Prüfung von Machbarkeit und Sicherheit.
  • Noch keine Grundlage für Leitlinien-Empfehlungen.
  • Nächste Schritte wären kontrollierte randomisierte Studien (Level 2–1b), um Wirksamkeit und Überlegenheit gegenüber Standardtherapie zu prüfen.

 

 

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