Brust-Untersuchung auf Brustkrebs
Brust-Untersuchung – soll unmittelbar nach Ende der Regel stattfinden

Brustkrebs-Vorsorge ist unter Fachleuten gar nicht so un-umstritten wie der Laie annimmt.

Studien zeigen, dass man um EINE einzige Frau zu retten

  • 2000 Frauen mittels Mammographie untersuchen muss.
  • Dabei bekommen dann 200 Frauen einen vorerst fraglichen oder positiven Befund und erleiden bis zur entgültigen Abklärung mittels weiteren Methoden oder Biopsie einen unglaublichen psychosozialen Stress,
  • weiters werden 10 Frauen umsonst („falsch positiv“) operiert.

 

Aber – noch interessanter und fast unglaublich – auch die regelmässige Brust-Selbst-Untersuchungen durch die Frauen (siehe meine Anleitung: Brustuntersuchung)

  • reduzieren NICHT die Mortalität an Brustkrebs sondern verdoppeln einfach nur die Biopsie-Rate (Schöne Review aus 2010: Abstract 2010, FullText PDF).

Wer hätte das gedacht?!!

 

Weiters war mir unklar und ich war überrascht

bis jetzt ist völlig unklar wieweit es mögliche Nebenwirkungen der Screening-Untersuchungen gibt.

Man darf nicht vergessen dass ja die Mammographie keine „Einzel-Untersuchung“ sondern – aufs ganze Leben bezogene aufsummiert – doch erhebliche Belastung darstellen kann. Welche Schädigung die Brust durch XRAY (Röntgen-Strahlung) MAMMOGRAPIE (=MG) sowie der Quetschung der Brustdrüse erleidet ist völlig unklar.

Eigene negative Erfahrungen mit Mammographie

In meiner Praxis habe ich – unter den hunderten Brustkrebs-Patientinnen –  mehrere Fälle von Brustkrebs behandelt, die wenige Tage nach einer „negativen“ (also kein Befund) MG plötzlich einen sehr rasch wachsenden Krebs entwickelt haben. Auch Krebsfälle, die kurze Zeit nach einem starken Stoss-Trauma mit Bluterguss in der Brust an genau dieser traumatisierten Stelle aufgetreten sind, was die These sehr wohl unterstützt, dass Traumen an Drüsen bei dazu genetisch disponierten Personen Krebs auslösen oder zumindestens dessen Wachstum explosionsartig anregen kann.

Eine Erklärung liefert folgende Studie aus 2012

Bestrahlung erzeugt besonders bösartige Tumor-Stammzellen – Review 2012

  • eine Vielzahl an Studien beschäftigt sich mit dem kürzlich entdecktem Phänomen, dass Brustkrebszellen nach einer Bestrahlung plötzlich in Brustkrebs-Stammzellen umgewandelt werden und damit in ihrer Eigenschaft wesentlich bösartiger und schwerer behandel bar werden. Hier die letzte Review aus 2012

Schon 2002 war bekannt, dass Krebszellen durch Mammographie erzeugt werden

 

Allerdings liefert das Establishment trotzdem Argumente die für das Anwenden der biennalen Mammographie ab dem 40 LJ nahelegen: Studie 2012


 

Nun, die meisten Brustkrebse werden immer noch von den Frauen selber entdeckt, die regelmässige Selbstuntersuchung (Anleitung Retzek) wird gemäss der Daten zitiert in obiger Review eigentlich in Frage gestellt!

 

Dies alles als Vorrede für das eigentliche Thema dieses Artikels, einer Methode die völlig nebenwirkungsfrei die Brust untersucht und zu Screeningzwecken daher absolut ideal geeignet wäre.

 

Wir haben in Österreich nur eine einzige Thermografin: Dr. Susanne Czermak-Mozsonyi, Wiener Neustadt – ich durfte Dr. Czermak-Mozsonyi bei einem Vortrag beim IGMT-Meeting „Krebstherapie“ 2012 in Anif erleben und war absolut beeindruckt. Prof. Wolfgang Köstler, Doyen der Österreichischen Ganzheitsmedizinischen Krebstherapie hat ausserordentlich gute Erfahrungen mit Dr. Czermak-Mozsonyi’s Befunden gemacht.

 

Thermographie von Brustkrebs
Thermographie-Bild eines Brustkrebs in re Brust
Thermographie hat eine über 80% Sensitivität bei Brustkrebs gemäss der Artikel die Mercola zitiert. Mammographie unter 50%, MR der Brust etwas höher als Mammographie.

Thermographie ist völlig ungefährlich da eine Distanz-Untersuchung ohne Strahlung (es wird nur die abgestrahlte Wärme registriert, so wie eine Infrarot-Fotographie eines Hauses um Undichte STellen zu entdecken),

während bei der Mammographie die Brust flach gequetscht und mit ionisierender Strahlung bestrahlt wird; in meiner Praxis lässt sich durchaus in Einzelfällen eine störender Effekt durch Mammographie beweisen.

Routinemässige jährliche Kontrollen führen letztlich doch zu einer Mega-Summen-Dosierung mit potentiell negativen Effekten.

Mammographiebild mit Mikroverkalkungen eines Brustkrebs
Mammographiebild mit Mikroverkalkungen desselben Brustkrebs
Mercola in den USA hat weidlich Infos über Thermographie gesammelt. Dieses einfache Verfahren wurde leider unter den Radiologen nicht adäquat verbreitert. Bei uns in Österreich ist die Versorgung mit Thermographie leider sehr mager!

 

Hier die Info-Broschüre von Mercola (auf English) zum Thema Thermographie.

Hier einer von Mercolas Artikel zum Thema Thermographie.

 

Wenn Sie Erfahrung mit Thermographie oder Mammographie haben, bitte schreiben Sie unten einen Kommentar um den gesamten Pool an Wissen hier zu vertiefen, danke!

 

 

Was sagen nun die Studien?

  • Infrarot-Thermographie versagte auf ganzer Linie: von 63 Brustkrebs-Patienten die Biopsiert wurden – Thermography had 90 true-negative, 16 false-positive, 15 false-negative and 5 true-positive results. The sensitivity was 25%, specificity 85%, positive predictive value 24%, and negative predictive value 86%. Studie Aug 2011
    interessanterweise ist dies die einzige Studie in den letzten 2 Jahren die eher kritisch hinsichtlich der Thermographie ausgeht. In den nachfolgenden Studien sehen sie ein eigentlich überragendes Ergebnis – allerdings – mit Hilfe einer Computer-gestützten Auswertung 
  • Elastische Veränderungen der Brust zusammen mit Thermographie zeigen signifikante Unterschiede in der Durchblutungs-Adaption. In der Studie sind keine Vergleiche mit MG oder absolute Zahlen angegeben. Studie Jänner 2011
  • Computer-Analyse von Brust-Thermogrammen zeigten eine 88% Sensitivität sowie eine 89% Spezifität. (Sensitivität: richtige Erkennung, es werden also nur 12% nicht erkannt, Spezifität: Falsch positiv ausschliessen – d.h. es werden nur 11% Gesunde Frauen als Brustkrebs-Erkrankt ausgewiesen) Dies ist wohl die Studie auf die sich MERCOLA in seinen Artikeln bezieht. MERCOLA bietet in seiner Praxis Thermographie an und hat daher persönliches Interesse die positiven Studien herauszuheben. Wieso in dieser Studie eine enorm hohe Sensitivität und Spezifität herauskommt (nahezu doppelt so hoch als bei der MG) in in der Aug2011er Studie genau das Gegenteil ist mir unklar, vermutlich ist in der aktuellen Studie eine objektive Computer-Auswertung und in obiger Studie eine „Augenmass-Auswertung“ durch den nicht thermographisch ausgebildeten Radiologen als Grundlage  Studie Okt 2010
  • Aufwendige Computer-Thermogramm-Auswertung lässt eine 50% Erkennungsrate zu. Studie Dez 2010
  • Infrarot-Thermographie bringt in prämenopausalen Frauen – die bereits biopsiert wurden – eine hohe Erkennungsrate. Die Kombination mit MG erhöht die Erkennungsrate auf fast 90%. Eur J Surg Onk Juni 2010
  • Thermographie mit nachfolgender Computer-Analyse erlaubt eine 75% Erkennungs und Spezifitätsrate: Studie 2010
  • Thermo-Datensammlung mit aufliegenden Dedektoren und nachfolgender Computer-Auswertung ermöglichen mit 85% Sensitivität und 95% spezfitität eine genaue Zuordnung ob ein Knoten gutartig oder bösartig ist, weiters die graduierung. Studie 2009
  • Review aller Untersuchungs-Methoden zeigt die Bedeutung der Thermographie als Zusätzliche Möglichkeit zur Abklärung eines Befundes. Review 2009

 

 Zusammenfassung

Beim Screenen der Studien aus den Jahren 2011-2009 zeigt sich klar die Notwendigkeit einer Computer-Unterstützten Auswertung des Thermogramms mit speziellen Programmen. Dann erreicht man eine derzeit sonst nicht vorhandene Sensitivität und Spezifität. Wieso die Studie im August 2011 so „negativ“ ausgefallen ist, ist mir nicht ersichtlich, möglicherweise wurde hier nur rein „optisch“ ausgewertet oder es ist eine bewusst gekaufte Nebel-Studie der MG-Geräte-Hersteller. Die überwiegende Mehrzahl der aktuellen Studien zeigen, dass die Thermographie einen wichtigen Stellenwert im Screening des Brustkrebs darstellen kann – und dies OHNE DIE derzeit nicht untersuchten Nebenwirkungen einer XRAY-MAMMOGRAPHIE.

Dr. Retzek, 14. Okt 2011

 

 

(Visited 5.310 times, 1 visits today)

Arzt für Allgemeinmedizin, multiple präventivmedizinische, schulmedizinische und komplementäre Zusatzausbildungen

Wissenschaftliche Arbeit und Forschungs-BeiträgeZahlreiche Artikel und Vorträge

Umfangreiche Recherchen in der aktuellen medizinischen Forschung zum Zweck der Selbst-Weiterbildung und als Gedächtnis-Stütze.  

Mässige Legasthenie, daher Rechtschreib- und Beistrichfehler, bitte nicht kommentieren, wer es nicht aushält bitte einfach nicht lesen
- Dr. Retzek's Youtube - Kanal mit Testimonials usw.
- neue Einträge abonnieren --> im Footer der Seite

Ärztekammer Disclaimer

Ärztekammmer Disclaimer

die Oberösterreichische Ärztekammer moniert weite Teile diese Website als „aufdringlich, marktschreierisch und beim Laien den Eindruck medizinischer Exklusivität erweckend“.

Dies ist keinesfalls beabsichtigt, die Website ist ein absichtsloses Weiterbildungsmedium von Dr. Retzek, der seine wissenschaftlichen Pubmed-Recherchen hier mit ärztlichen Kollegen unentgeltlich teilt, wofür Dr. Retzek von vielen Kollegen aus dem In- und Ausland regelmässig Anerkennung ausgesprochen bekommt.

Dass Wissenschaftsrecherchen und Studien „das Standesansehen der Ärzte“ verletzen könnte, war Dr. Retzek nicht bewusst, er bedauert dies zutiefst und entschuldigt sich bei den betroffenen Kollegen.

 

7 Kommentare

  1. Wir haben in Österreich nur eine einzige Thermografin: Dr. Susanne Czermak-Mozsonyi, Wiener Neustadt – ich durfte Dr. Czermak-Mozsonyi bei einem Vortrag beim IGMT-Meeting “Krebstherapie” 2012 in Anif erleben und war absolut beeindruckt. Prof. Wolfgang Köstler, Doyen der Österreichischen Ganzheitsmedizinischen Krebstherapie hat ausserordentlich gute Erfahrungen mit Dr. Czermak-Mozsonyi’s Befunden gemacht.

  2. Ich habe sehr lange recherchiert um eine Stelle zu finden, bei der ich mir Thermographie-Ärzte in meiner Nähe heraus suchen kann. Beim „Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin e. V.“ kann man Postleitzahl-bezogen (Deutschland) eine Ärzteliste anfordern, die über das Kürzel „tgr“ entsprechende Ärzte ausweisen. So fand ich einen Arzt in Köln, 30 km von meinem Wohnort! Die Liste kann mittels eMail an info@zaen.org angefordert werden, Homepage: http://www.zaen.org. Gruß SF

    • hervorragend! Tolle Mitteilung Susanne, herzl Dank.
      In der Paracelsus-Klinik „schwören sie“ auf ein Konzept namens Regulations-Thermographie (nach Rost), dort wird dieses Verfahren als noch aussagekräftiger im Frühstadium angesehen.

  3. Dr. Cermak ordiniert einmal pro Woche auch in Wien in der Praxis von Hr. Dr. Kleef. Sehr gut erreichbar – 1/2h vom Westbahnhof mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ich habe meinen Verdacht auf Tumorwachstum bei ihr abklären lassen – das örtliche Radiologie-Institut hätte mir dafür Mammographie und Biopsie angeboten. In der viel schonenderen Thermografie – Untersuchung wurde genauesten geklärt, dass mein Zellgewebe regulierungsfähig ist, alle Knoten klar abgegrenzt sind und kein Grund zur Sorge besteht. Kann diese Untersuchungs-Methode und besonders Fr. Dr. Cermak nur empfehlen!

  4. Sehr geehrter Herr Dr. Retzek,

    mein Name ist Kirstin Heidenwag. Ich habe die letzten 4 Jahre Thermographie in den USA praktiziert und such nun dringend jemanden, der mich irgendwie unterstuetzt, diese wunderbare Technologie in Europa bekannter zu machen. Ich habe den Brustkrebs meiner Mutter gefunden, und habe in den 4 Jahren viele Patientinnen erlebt, die mit guten Mammographiebefunden „Thermogaphie nur mal ausprobieren“ wollten. Ich bin schockiert, wie wenig Thermographie in Europa verbreitet ist und wie viel Irrglauben ueber Thermographie (und auch ueber Mammographie) verbreitet ist! Mein eigener Gynaekologe betrachtet die Methode als veraltet!!!!
    Wir haben unsere Aufnahmen allerdings nicht nur in Farbe sondern auch in Schwarz Weiss gemacht, weil so die Blutgefaessformationen besser zu sehen sind, als nur in Farbe. Unser Lehrer Dr. Robert Kane, Chairman der IACT, hat uns waehrend der Ausbildung erklaert, dass es verschiedene Formationen gibt, die auf eine Tumorerkrankung hindeuten. Dr. Jordan und ich haben ausserdem mit Wendy Sellens http://www.womensacademyofbreastthermography.com/ zusammengearbeitet, sie hat unsere Bilder gelesen und uns mit Ernaehrungsberatung bei Brustkrebs und zur Brustkrebsvermeidung unterstuetzt.

    Ich wuerde mich sehr freuen, von Ihnen zu hoeren, vielleicht koennten wir ja auch einmal telefonieren. Ich habe bereits versucht, mit Herrn Dr. Uli Friedrichson http://www.friedrichson.de/ Kontakt aufzunehmen.
    Vielen Dank fuer Ihre Zeit und Muehe, Kirstin Heidenwag

Comments are closed.