Zufallsfund einer ganz bemerkenswerten Studie: Patienten mit Coronarer Herzerkrankung sind die Plaques voller TH-17 Autoimmun-Zellen und zuwenige Immunbremser TRegs vorhanden. Intensive Statin-Therapie verbessert dies innerhalb einer Woche.

Plaques also doch autoimmunologisch?

Von William Davis (Herzchirurg) und Steven Gundry (Herzchirurg) haben wir gelernt, dass Wheat-Germ-Agglutinin (ein im Gluten enthaltendes Weizenlektin WGA) Entzündungen der Blutgefässe mit Cholesterin-Ablagerungen auslöst und das getreidefreie Ernährung die Ablagerungen in den Herzkranzgefässen auflöst, siehe auch mein Artikel zu Dr. Esselstyne.

die entsprechenden Bücher dazu

ich habe einen raumgreifenden und ausgibigen Artikel zu William Davis ARbeit geschrieben -> Weizen-Gluten …

Weizenwampe: Warum Weizen dick und krank macht
  • Davis, Dr. med. William (Autor)

ebenso habe ich mehrere Artikel zur erstaunlichen Arbeit von Dr. Steven Gundry geschrieben –> Lektine als Krankheits-Motoren

besser ist es gleich das Kochbuch zu kaufen, ist nicht so viel zu lesen und die wesentlichen Erkenntnisse sind auch zitiert

einige Youtubes von STeven Gundry

 

und hier ist sein Youtube-Podcast mit vielen guten Beiträgen

https://www.youtube.com/channel/UCtxo0nTZjzlKJq5-vJq6s6g

Studien, welche die Lektine als Krankheitsmotor beweisen ....

Wissenschaftlich gar nicht so einfach zu beweisen ….

war es für mich, als ich die Lektine als Krankheitsauslöser studienmässig untersuchen wollte. Ich hab einfach nix gefunden in der Pubmed.

ABER – dann bin ich auf eine andere Suchstrategie gekommen und fand, dass diese Lektine vielfältig in der Forschung verwendet werden, weil sie zB ganz und gar hochspezifisch bestimmte Zellen oder deren Oberflächen-Strukturen binden und markieren.

  • zB kann man mit Weizen-Lektinen Blutgefäss-Zellen „intravital“ markieren: Studie 2015,
  • oder man kann mit ihnen den Insulin-Rezeptor hochrein aus Plazenta reinigen: Studie 2006
  • oder mit Tomatenlektin Mikroglia-Zellen im Hirn spezifisch markieren – Studie 2013 – was wir bei einer Patientin mit Dauer-Kopfschmerz + Psoriasis durch Tomaten ausgelöst und durch Lycopersum C30 (und Tomaten-Karenz völlig ausgeheilt) erlebt haben.

 

die Statin / Plaque-Studie im Detail

Interleukine werden dramatisch durch Statin-Therapie innerhalb 1 Woche beeinflusst (link zur STudie am Foto)

nochmal hier der Link auf die FullTextPDF-STudie 2019:

ein Lymphozyten-Scan des Patienten-Blutes zeigt bei normaler (20mg Sortis) oder „intensiver“ Statin-Therapie (40mg Sortis) innerhalb einer Woche eine nahezu Halbierung  der Autoimmun-Entzündungs-auslösenden TH-17 Zellen und eine nahezu Verdopplung der immunsuppresiven TRegs ,

Demgemäss finden wir eine dazu-passende Veränderung der von den immunzellen gebildeten hochspezifisch

  • Entzündungs-aktivierenden Zytokine (IL-6, IL-17), die sich halbieren
  • oder Entzündungs-hemmenden Zytokine (IL-10, TGF-ß), die sich verdoppeln

also haben wir netto eine Reduktion der Autoimmunität auf 1/4 nach 1 Woche Atorvastatin 40mg. Na das ist doch schon was!

bei Herzinfarkt, KHK und Atherosklerose …..

geben wir Ärzte sowieso sofort Statine.

LDL wird als Surrogat-Marker verwendet: obwohl man inzwischen weiss, dass die Cholesterin-Senkung NIX BRINGT, haben die Leute doch deutlich weniger Reinfarkte und leben praktisch ein normales Leben!

Atorva-statin (Sortis) auch beim Krebs relevant

wir verwenden Sortis häufig bei Krebspatienten, da die Statine beim Brust/Prostata und Lungenkrebs etwa 1-2 Jahre ÜLZ-Verlängerung bringen (siehe Artikel über COC4-Protokoll).

Das neue Buch von Travis geht auch deutlich drauf ein, Lenna hat es in Arbeit und ist begeistert, ich hab noch keine Zeit dafür gehabt:

Hier Travis in Baden Baden 2017, als er uns einen unglaublich guten Vortrag gehalten hat.

 

Statine als Adjuvans für das Coimbra-Protokoll?

wer an Autoimmun denkt, landet gleich mal beim tollen Coimbra Protokoll, bei dem wir in unserer Praxis bei den Schubhaft-Remittierenden MS-Fällen eine 98% völlige Schubfreiheit (jetzt 3 Jahre) erleben, super funktioniert Coimbra beim echten Rheuma PCP (nicht die oft versteckte Borreliose oder Toxoplasmose) oder der Psoriasis, auch ein Fall von Blepharospasmus hat super angesprochen.

schöner Vortrag von Dr. Dirk Lembke, Coimbra Arzt - mit ersten klinischen Daten zum Coimbra Protokoll

 

 

Statine als „Einsteiger-Adjuvans“ bei Autoimmunerkrankungen?

Das müsste sich in der Studienlandschaft abbilden:

bei anderen Autoimmunerkrankungen (zB Stiff man Syndrom, hab ich keine recht überzeugenden Studien mit klinischem Erfolg durch Einsatz von Statinen gefunden.

In einigen Fällen können Statine aber auch Autoimmunerkrankungen auslösen: Myopathien, Hepatitis

Für die Multiple Sklerose scheinen die Statine, zusammen mit LDN und Coimbra-Protokoll eine tatsächliche Option darzustellen, zumal alle oben berichtete Daten Klinische Studien an echten Patienten sind

Wir werden Atorvastatin in Hinkunft an unseren autoimmunen Patienten bioenergetisch mit-testen und berichten

 

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Arzt für Allgemeinmedizin, multiple präventivmedizinische, schulmedizinische und komplementäre ZusatzausbildungenWissenschaftliche Arbeit und Forschungs-BeiträgeZahlreiche Artikel und VorträgeUmfangreiche Recherchen in der aktuellen medizinischen Forschung zum Zweck der Selbst-Weiterbildung und als Gedächtnis-Stütze.   Mässige Legasthenie, daher Rechtschreib- und Beistrichfehler, bitte nicht kommentieren, wer es nicht aushält bitte einfach nicht lesen - Dr. Retzek's Youtube - Kanal mit Testimonials usw. - neue Einträge abonnieren --> im Footer der Seite [toggle title="Ärztekammer Disclaimer"] Ärztekammmer Disclaimer die Oberösterreichische Ärztekammer moniert weite Teile diese Website als "aufdringlich, marktschreierisch und beim Laien den Eindruck medizinischer Exklusivität erweckend". Dies ist keinesfalls beabsichtigt, die Website ist ein absichtsloses Weiterbildungsmedium von Dr. Retzek, der seine wissenschaftlichen Pubmed-Recherchen hier mit ärztlichen Kollegen unentgeltlich teilt, wofür Dr. Retzek von vielen Kollegen aus dem In- und Ausland regelmässig Anerkennung ausgesprochen bekommt. Dass Wissenschaftsrecherchen und Studien "das Standesansehen der Ärzte" verletzen könnte, war Dr. Retzek nicht bewusst, er bedauert dies zutiefst und entschuldigt sich bei den betroffenen Kollegen. [/toggle] 

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