Silent Inflammation

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geschrieben Nov. 2010:

Titelblatt der Times ĂĽber Silent inflammation, geheime Killer

Silent Inflammation – mich entdeckte dieser neue Modebegriff der Präventivmedizin etwa um 2008, vermutlich bei einem der AntiAging Konferenzen.

„Stille EntzĂĽndung“, TNF-Alpha, NF-KappaB, Interleukin 2 ……. viele Begriffe die ich nur tw. korrekt einordnen konnte, da sie weder in meiner Biochemie-Zeit, meiner Forschungs-Periode noch im Studium eine Rolle spielten sondern erst ab ca 2005 „modern“ wurden.

„Intra-Abdomineller Fettkörper“

Sehr dicker Mann mit erheblichem Übergewicht präsentiert sich der Kamera

Man muss etwas ausholen: Bauchfett – jenes welches im Bauch drinnen, rund um den Darm und um die Organe gespeichert wird, ist kein normales, träges, innertes „Speichergewebe“, sondern eine hochaktive „DRĂśSE“. Die Fettzellen sondern eine Menge an Hormonen und biochemischen Faktoren ab welche den gesamten Stoffwechsel des Organismus beeinflussen.

zB der TUMOR-NEKROSE-FAKTOR-ALPHA

(TNF-a), ein wichtiger multifaktorieller Signalstoff der bei den allermeisten EntzĂĽndungsprozessen eine Rolle spielt. Steigt dieses Zytokin im Blut an, wird in der Leber vermehrt CRP – ein EntzĂĽndungs-Protein – gebildet. Schon seit den 90er Jahren wissen wir, dass „chronisch erhöhtes CRP“ ein ganz wichtiger prognostischer Faktor fĂĽr das zukĂĽnftige manifeste Auftreten von GefässentzĂĽndungen ==> Herzkranzgefäss-Krankheit ==> Infarkt / Schlaganfall ist.

Atherosklerose: das Blutgefäss ist mit Cholesterin-Ablagerungen zugemüllt. Ursache von 50% aller Todesfälle in der westlichen Welt durch Herzinfarkt und SChlaganfall

Prostaglandine

– ganz wichtig, hier kommen die OMEGA Fettsäuren ins Spiel – habe ich in mehreren anderen Artikel ĂĽber die Fettsäuren und OMegas beschrieben: Omega 3-Hauptartikel,  alle Omega Artikel bei mir hier

CRP

der standard-EntzuĂĽndungswert CRP den alle Ă„rzte bei jedem Blutbefund messen!

Ein weiterer und sehr wichtiger Indikator fĂĽr „silent inflammation“: stumme entzĂĽndungsvorgänge die wir in einem Wort zusammenfassen können: ALTERN

Ja – tatsächlich – ALTERN ist eine EntzĂĽndung, eine geheime, stumme, heimliche EntzĂĽndung die sich auf allen Ebenen des Körpers einnistet und unsere Zellmembranen „verhärten“ lässt, die Bindegewebsproteine „verhärten“ lässt, die DNA mutieren und die HormondrĂĽsen vertrocknen lässt.

Biochemisch sprechen wir von Oxidation, Peroxidation, Glykierung – welche zu strukturellen Veränderungen wie „Verhärtung“ und „Mutation“ fĂĽhren

Sekundär kommt es mit zunehmendem Alter zu immer weiter fortschreitender „Methylierung“ der DNS-Speicher (Histone), wodurch die DNS immer schwerer und langsamer abzuschreiben wird – ebenfalls ein Zeichen fĂĽr zunehmende „Vergreisung“ der Erbsubstanz.

 

SchlĂĽssel fĂĽr die „Silent Inflammation“

„Oxidation“

schon in den 70er Jahren wurde von Dr. Ohlschläger das Konzept der „Oxidation“ als Schad-Faktor im Körper erkannt. Jedoch: noch zu meiner Studienzeit und Beginn meiner Arztpraxis waren „Antioxidantien-Therapien“ von Schulmedizinischer Seite gleichgesetzt mit Hexen-Ritualen. Ein Patient wurde 1995 aus dem Krankenhaus Vöcklabruck vom Chef persönlich hinausgeworfen, weil er von einem Komplementärmediziner „Vitamin C, Vitamin E, Selen“ als Antioxidantien bei seiner Krebserkrankung bekommen hatte.

Zur „Energieproduktion“ verwenden und produzieren wir im Stoffwechsel v.a. in den Mitochondrien – den Kraftwerken der Zelle – „freie Radikale“ –> höchst Aggressive Instabile Chemische Stoffwechsel-Zwischenprodukte. Vergleichbar mit einem Schweissbrenner. Es kommen immer wieder ein paar dieser Radikale aus und schädigen die Umgebung – vergleichbar mit Funkenflug beim Schweissen. No Problem, der Körper schĂĽtzt sich mit „Anti-Oxidantien“.

Die wichtigsten Antioxidantien sind die sg sekundären Pflanzeninhaltsstoffe. Unser Körper wurde Jahrmillionen von KILOGRAMM – Mengen Pflanzen pro Tag ernährt, erst seit einigen Tausend Jahren haben wir „konzentrierte Nahrung“ in der Form von Getreiden zur VerfĂĽgung und können uns nun in kĂĽrzester Zeit sättigen und mit der gewonnenen Freizeit – statt den ganzen Tag Blätter zu kauen – viel Sinnhaftes und Unsinniges anstellen! Trotzdem sind wir genetisch immer noch abhängig von den vielen „Antioxidantien“ die in den Pflanzen stecken, und erst seit 30-40 Jahren wird der Hamburger und die Pommes zum Hauptgericht und ersetzt „Kraut und RĂĽben“.

Freie Radikale „oxidieren“ = zerstören Körpersubstanz. Es entsteht „Dreck“, oft sogar unlöslicher Dreck. Der Dreck kann dann nicht mehr weggeräumt werden und schädigt.

Beispiel?  Sonnenlicht ganz eng konzentriert durch eine Linse = AUGEN-Netzhaut. Wenn nicht genug „Anti-Oxidantien“ da sind (VitC) wird die „Nervenzellmembran“ oxidiert, es entstehen aus den Fetten der Zellmembran Fett-Oxidate = Lipo-Fuszine, die abgelagert werden und die Netzhaut längerfristig zerstören = MAKULA-DEGENERATION. Simple Altersflecken auf der Netzhaut durch Antioxidantien-Mangel.

Oder: Oxidierte Lipoproteine (LDL): durch Fehlen von Schutzstoffen im Blut (VitE, VitC, Selen, Glutathion, Omega3 …..) wird der in den Erythrozyten transportierte Sauerstoff „giftig“ fĂĽr die Lipoproteine, oxidiert sie, sie wandern dann an die Gefässwand und werden dort abgelagert. Ăśber die Jahre bildet sich ein „Plaque“, eine „Verkalkung“ –> Infarkt, Insult.

 

BURNOUT ist die selbstverständlich vorprogrammierte Folge von Anti-Oxidantienmangel aufgrund industriell produzierter Lebensmittel mit Mikronährstoff-Armut bei gleichzeit erhöhtem Energiebedarf.

Die Mitochondrien-Membran verbrennt, die Mitochondrien werden leck und können nicht mehr ordentlich Energie produzieren.

Folge: tiefe, schwere, bleierne MĂĽdigkeit, Energielosigkeit fĂĽr alles: Bewegung, Verdauung, Nierenfunktion, Herzfunktion, Nerven- Hirnfunktion.

Schwerer Burnout ist irreversibel weil die Mitochondrien sich nicht mehr vollständig regeneriern können.

Zusätzliche Information hinsichtlich Burnout

Zum Burnout gehört nicht nur die schwer gestörte Mitochondrien-Membran (messbar durch den s.g. Nitrostress) sondern auch ein hormonelles Dauertief:

  • zuwenig Cortisol (Nebenniere)
  • zuwenig SchilddrĂĽsenhormone
  • zuwenig Katecholamine (Nebenniere)

zuwenig Sexualhormone

diese Drüsenschwächen sind die Folge einer stressbedingten Dauer-Überlastung der Drüsen. Die Drüsen zu regenerieren ist eine ganz eigene Geschichte!

Burnout ist also eine biochemische Störung der Energieproduktion sowie ein schweres Hormonelles Defizit auf mehreren Ebenen. Ausgelöst durch eine Vielzahl von Faktoren bei denen Stress nur einer davon ist. 

Burnout nur psychotherapeutisch zu behandeln, wie es heutzutage Stand der Dinge ist, ist absolut unzureichend und fast kindisch.

Ich finde nachfolgendes Buch durchaus hilfreich: BurnoutIrrtum

 

 

„ZUCKER“

Tatsächlich: was unser Hirn gross gemacht hat – der gefrorene Zucker der Kohlenhydrate – wird durch die Art der Anwendung in den letzten Jahrzehnten zum Gift! Statt schwer verdauliche grob-gemalene Vollkorn-Produkte dĂĽrfen wir feinst-aufbereitetes ausgesiebtes, gequollenes und dann gebackenes Weissmehl geniessen, meist in Kombination mit dem freien, schön wasserlöslichen Haushaltszucker. Dieser viele Zucker ĂĽberschwemmt unseren Körper mit einer ungeahnten Geschwindigkeit und ĂĽberfordert dadurch alle evolutionsbiologisch auf „Rohkost, Mischkost, Vollwertkost“ gezĂĽchteten Mechanismen.

Hohe Blutzuckerspitzen fĂĽhren zu enormen Insulinbedarf in der Zuckerverwertung, die Fettzellen werden dadurch angepumpt, aufgequollen, der Zucker als Fett weggespeichert und nicht verbrannt, daher kommt – weil er ja nicht verbrannt werden kann – gleich wieder Heisshunger.

Naja, ausgenommen sind die Sportler, die verbrennen ja ihren Zucker!

Zucker „verzuckert“ die Eiweiss-Grund-Substanzen unserers Körpers zu „AGE“ – Protein – Konglomeraten. Anstatt eines Fadens ist plötzlich ein un-entwirrbarer riesen Wollknäuel da, die Körpersubstanz „verklebt“ und „verhärtet“.

Die Insulin-gemästeten aufgeblasenen Fettzellen setzen eine Menge „silent inflammation“ frei, wodurch die entzĂĽndungsbedingte Oxidation wieder angeheizt wird, diese beiden Prozesse verstärken sich gegenseiitig.

EntzĂĽndung ist eine typische Nebenwirkung und schädigt wieder ĂĽber „Oxidation“. EntzĂĽndung zu minimieren ist wichtigster „Anti-Aging“ Ansatz, dies wird ĂĽber „Anti-Oxidation“ und „Anti-Verzuckerung“ bewirkt.

 

Was tun gegen „Silent Inflammation“ – den Motor aller Alters-Krankheiten

1. Antioxidantien – gemischt als Mikronährstoffe durch konzentrierte und reichliche pflanzliche Kost, v.a. Bio-Pflanzen die nicht hochgeputscht sind und Mikronährstoffreicher sind

2. Zucker runter –> Kohlenhydrate auf die empfohlenen 50% Reduzieren und diese aber nur in „schwer verdaulicher“, langsam resorbierbarer Form: Vollkorn, GemĂĽse, Zuckerfrei

3. Prostaglandine optimieren –> Omega3 hoch, Omega 6 runter

 

Wie klingt das fĂĽr Sie?

eigentlich nach „Metabolic Balance“

 

Wo sollten sie jetzt weiterlesen

meinen Artikel Eat2life ĂĽber die Arbeit von Dr. Joel Fuhrman

Dr.med. Helmut B Retzek
Dr.med. Helmut B Retzekhttp://www.retzek.at
Arzt für Allgemeinmedizin, multiple präventivmedizinische, schulmedizinische und komplementäre Zusatzausbildungen. Wissenschaftliche Arbeit und Forschungs-Beiträge. Zahlreiche Artikel und Vorträge.  Diese Website dokumentiert umfangreiche eigene Recherchen in der aktuellen medizinischen Forschung zum Zweck der Selbst-Weiterbildung und als Gedächtnis-Stütze. Mässige Legasthenie, daher Rechtschreib- und Beistrichfehler, bitte nicht kommentieren, wer es nicht aushält bitte einfach nicht lesen
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6 Kommentare

  1. Nachdem ich Ihren Artikel ĂĽber: Silent Inflammation las, habe ich sofort meine letzten Werte, von Aug. 2013 verglichen und bin beruhigt.
    Zu Ihren Ausführungen über das o.g. Thema: Sehr informativ, da verständlich und umfassend. Danke Hi. Volkmer-Sch.

  2. Ich habe starke Schmerzen im oberen Brustbereich die manchmal schwer auszuhalten sind.
    Ich war nun bei einer Ă–sophago-Gasto-Duodenskopie.
    Weitere Behandlung: 1x täglich Aspirin 30g und 1 x die Woche 1 Ibuprofen.
    Ich werde sehen.

    • wir testen es nach Yoshiaki Omura mit dem BDORT – es stimmt zumeist seine angegebene Dosis von 2-3 x 1 Kapsel mit 180/120mg – wir haben in der Praxis das Biovea-Präparat, das testet gut und ist preisgĂĽnstig.

      https://vimeo.com/9454676

      Omura verwendet es v.a. als Virostatikum, tatsächlich testet es bei Virusinfekten sehr gut.

      All seine Angaben über Dosierung usw. werden übrigens von folgender Studien vom Dez 2016 bestätigt

      Super Website, Herr Kollege!

      • Um EntzĂĽndungen zu bekämpfen, bedarf es meiner Meinung nach 2 g EPA/DHA pro Tag. Geringere Dosen reichen nicht aus und pflanzliche Quellen wirken leider auch nicht. Ich empfehle meinen Patienten 1 EL SanOmaga total Fischöl täglich. Das schmeckt im Essen ĂĽberhaupt nicht nach Fisch und funktioniert bei allen chronischen EntzĂĽndungen wie Rheuma, Neurodermitis oder auch bei silent inflammation.

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