Prolia = Desunomab ist ein Antik√∂rper gegen ein Knochen-Kontrollprotein. Durch Prolia kommt es zur „Modifikation“ des Knochen-Umbaues durch Hemmung der Osteoklasten-Aktivit√§t.¬†

 

Osteoblasten f√ľllen die Fress-Stellen der Osteoblasten wieder auf und bilden Knochensubstanz

Knochen wird best√§ndig umgebaut: Osteoklasten fressen kleine Kuhlen in den Knochen, Osteoblasten f√ľllen diese wieder auf. An „Belastungszohnen“ kommt es zu Mikrofrakturen im Knochengeb√§lk, dort findet dann besonders heftiger „Aufbau“ statt und der Knochen wird an der Belastungszohne dicker. Dies ist Teil des nat√ľrlichen „physiologischen“ Knochen-Wechsels.

Alte Therapie ist √ľber viele Jahre gef√§hrlich

Osteoklasten sind Knochenfresserzellen und initiieren den Umbau des Knochens

Bisherige Therapie des Knochen-Umbaus basiert auf „Bisphosphonate“ (Zoladex, Arimidex, Fosamax, …), welche den Knochen „lackieren“ und damit die Knochenfresserzellen: Osteoklasten an ihrer „Knochen-aufl√∂senden“ Aktivit√§t hemmen, diese k√∂nnen den Knochen nicht mehr aufl√∂sen, daher bleibt er stabiler, kann sogar „wachsen“ und „dicker werden“ weil die Osteoblasten – die Knochen-Aufbau-Zellen den Knochen trotzdem weiter aufbauen k√∂nnen.

 

Bisphosphonate sind der derzeitige Standard der Osteoporose-Therapie. 

Nebenwirkung von Bisphosphonaten

Nebenwirkungen von Bisphosphonaten

meine Gattin Lenna hatte als Produkt-Manager f√ľr MSD das Bisphosphonat Fosamax auf den √Ėsterreichischen Markt gebracht. Wir sind daher mit den Bisphosphonaten „eng verbunden“, war sie doch damals bei allen grossen „Knochen-Meetings“ europaweit dabei, war in gutem Gespr√§ch mit allen „Knochenforschern“.

[sws_yellow_box box_size=“636″] Osteoporose ist in unseren Breiten ENDEMISCH, da WIR ALLE an einem gravierenden Vitamin D Mangel leiden. Dieser hat sich in den letzten 20 Jahren noch massiv verst√§rkt weil wir √Ąrzte den Leuten die ungefilterte Sonne verboten haben. Die offiziellen √∂sterreichischen Zielwerte f√ľr Vitamin D im Blut (30-50ng/ml 25OH-D3) wurden bei KEINEM einzigen meiner gemessenen Patienten (ca 60 Patienten zwischen Oktober 2010 – Februar 2011 gemessen) erreicht. Im November lag der Durschnitt bei 17, im J√§nner bei 12, im Februar unter 8 ng/ml. Krebspatienten sollten nach heutiger Lehrmeinung mindestens 70-90ng/ml 25OH-D3 im Blut haben, Brustkrebspatientinnen nach der 2009 ver√∂ffentlichten franz√∂sischen Studie mit 67.000 Teilnehmerinnen sollten 50.000 IE Vitamin D w√∂chentlich zu sich nehmen [/sws_yellow_box]

Fosamax war ein Durchbruch in der Osteoporose-Therapie, desswegen bekommt heute jeder mit d√ľnnen Knochen ein Bisphosphonat

Späte Nebenwirkungen von Bisphosphonaten

erst Jahre nach Einsatz von Bisphosphonaten treten nun in immer h√§ufiger werdender Folge „Sp√§tfolgen“ auf. KIEFER-NEKROSEN (Knochen des Kiefers stirbt ab und bricht auch spontan), ATYPISCHE Schenkelhals-Frakturen (der Schenkelhals bricht an einer sonst v√∂llig untypischen Stelle), Zahn-Nekrosen, Knochenheilungs-St√∂rungen, Zahn-Heilungs-St√∂rungen, Implantate heilen nicht mehr ein.

Am Menopause-Kongress Wien 2010 hat Prof. Dr.Dr. Johannes Huber einen „flammenden Appell“ gegen die Verwendung der Bisphosphonate losgelassen, da sie mittlerweile zwei bis dreimal „w√∂chentlich“ einen Fall einer schlecht heilenden Fraktur sehen.

Das Fehlen des reparativen Umbaues der Knochen durch die Hemmung der Osteoklasten l√§sst den Knochen „altern“ und spr√∂de werden. Bei Spitzenbelastungen kann dann der an sich „starke“ aber verspr√∂dete Knochen brechen. Die Heilung ben√∂tigt ja auch Osteoklasten zum Umbau des Knochens, diese sind zwar vorhanden, k√∂nnen den lackierten Knochen jedoch nicht andauen, daher die schlechte Heilung.

 

wundeschönes Video zeigt Knochenstoffwechsel

 

 

Wirkung auf Knochenmetastasen

Nat√ľrlich haben wir √Ąrzte die Bisphosphonate sofort f√ľr Knochenmetastasen eingesetzt und sch√∂ne Erfolge gefunden.

Schutz vor Knochenmetastasen

Krebspatienten haben in manchen Fällen Krebszellen, die sich im Knochen ansiedeln und dort wachsen (Myeolom, Prostata, Lunge, Brust). Bisphosphonate haben durch ihren Knochenlackierenden Effekt hier grosse Hoffnung in der Tumor-Therapie gebracht, desswegen bekommen diese Patienten Zolendronat, ein Bisphosphonat infundiert.

Eigentlich urspr√ľnglich nur als Schutz vor Osteoporose durch Anti-Hormon-Therapie bei Brustkrebs eingesetzt (Studie Juli 2008) ¬†ist es eine „√Ėsterreischische Entdeckung“, dass Bisphosphonate in der Brust-krebs-Therapie auch zus√§tzliche R√ľckfalls-mindernde Effekte zeigen!

Studien mit Zolendronat (Bisphosphonat)

Die Urspr√ľnglich sehr hohen Hoffnungen wurden durch Studien jedoch nur tw. erf√ľllt:

Studien Zolendronat gegen Krebs

√Ėsterreichische Studie – Zolendronat mit Anti-Hormontherapie

30% Rezidiv-Minderung durch Zometa + Tamoxifen –> nicht jedoch Zometa + Arimidex

diese Studie vom Juli 2011 (Lancet Oncology) zeigt ein viel besseres Ergebnis: hier kommt es durch Einsatz von Zolendronat zu einer statistisch signifikanten VERMINDERUNG der R√ľckf√§lle:

……. 53 events in 450 patients on tamoxifen alone, 57 in 453 patients on anastrozole alone, 36 in 450 patients on tamoxifen plus zoledronic acid, and 40 in 450 patients on anastrozole plus zoledronic acid ….

d.h. eine Reduktion von 53 auf 35 R√ľckf√§lle, d.h. eine R√ľckfalls-Minderungswahrscheinlichkeit um 32%

1800 PR√ĄMENOPAUSALE Frauen / 5.5 Jahre und fr√ľhem Tumor-Stadium (Std 1-2) –> Gesamtzahl der R√ľckf√§lle: 186 (also weniger als 10% bei diesem fr√ľhen Tumor-Stadium)

 

US-Studie 2011 schwächt Zometa-Effekt ab

kein Effekt durch Zometa – jedoch 1% Kiefernekrose

Aktuelle Studie zum Einsatz von Zolendronat zus√§tzlich zu „standard adjuvanten Methoden“ ¬†bei Brustkrebs (Nov 2011, im NewEnglandJournalMedizin) √ľber 5.5 Jahre mit 3300 Patientinnen zeigt keinen signifikanten Effekt.

77% der Patientinnen blieben gesund, (2 Patientinnen mehr in der Kontroll-Gruppe wie in der Zolendronat-Grippe).

In der Zolendronat-Gruppe kam es zum Auftreten von 26 Fällen von aseptischer Kiefer-Nekrose, kein Fall in der Kontroll Gruppe. 

„diese Ergebnisse st√ľtzen nicht die routinem√§ssige Anwendung von Zolendronat bei Brustkrebs“.

Aufgrund der h√∂heren Rate an R√ľckf√§llen (23%) in dieser Studie wurden wohl auch sp√§tere Tumor-Stadien inkludiert. F√ľr genauere Analyse fehlt mir der Zugriff auf die komplette Orginalstudie.

Jedoch: Zolendronat vermindert Brustkrebs-Metastasen in Mäusen

Neueste Studie Dez 2011: Nacktm√§use (als Testmodell f√ľr Krebs) k√∂nnen menschliche Krebszellen nicht abwehren. Sie wurden mit Brustkrebszellen geimpft. Gab man ihnen Zolendronat kam es zu bedeutend weniger Knochenmetastasen, man konnte nachweisen dass die Brustkrebszellen in den Knochen APOPTOTISCH wurden.¬†

Dieser Effekt war jedoch nicht im „Soft Tissue = weichgewebe“, dortige Brustkrebszellen wucherten trotz Zolendronat ungest√∂rt.

 

Cochrane Review aus 2005 empfiehlt Bisphosphonate

v.a. bei fortgeschrittene Tu-Stadien sieht man minderung der Knochen-Events und weiteren Knochenmetastasierungen, in fr√ľhen Stadien (bei limitierten Tu-KH) war dies in dieser Studie nicht sichtbar. Review 2005¬†

dies wird auch f√ľr fr√ľhe Stadien durch die √∂sterreichische Studie aus Juli 2011 gekl√§rt

Vitamin D mindert Zoladex-Muskel/Knochenschmerzen nach Infusion

Studie 2012: Ein Bolus von 300.000 IE VitD vermindern die Intensit√§t der Nebenwirkungen, die bei 66% der Patientinnen auftraten, nicht jedoch die Anzahl der Nebenwirkungen. diese Megadosis ist sicher stark entz√ľndungshemmend. Ich w√ľrde hier eher Mexalen einnehmen.

 

Prolia Studien

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21957430

… noch einzuarbeiten

 

[delimiter]

nun, meine initiale Idee von Prolia statt Zolendronat um die Nebenwirkungen zu vermeiden wurde von den Onkologen vor Ort abgelehnt, die Wissenschaft hat uns aber bereits √ľberrollt und uns Prolia unter neuem Namen zur Verf√ľgung gestellt

XGEVA  

XGEVA ist Prolia (der Antikörper gegen RANKL) unter anderem Namen. Wurde ebenfalls gegen Knochenmetastasen verwendet, hatte sich aber ebenfalls nicht durchgesetzt.

ganz spannend ist, dass das Nebenwirkungsprofil von XGEVA ähnlich wie von ZOLADEX ist:

Kieferknochen-Nekrosen (Absterben): jeder 15 Patient erlitt dies

Todesf√§lle durch Hypokalz√§mie (Calcium-Mangel im Blut): Aussendung der √Ąrztekammer 17.Sept 2012, ¬†Aussendung von AMGEN

Leider hat XGEVA auch therapeutisch versagt und wurde daher in den USA nicht zugelassen.

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Arzt f√ľr Allgemeinmedizin,¬†multiple pr√§ventivmedizinische, schulmedizinische und komplement√§re¬†Zusatzausbildungen.¬†

Wissenschaftliche Arbeit und Forschungs-Beiträge. Zahlreiche Artikel und Vorträge. 

Umfangreiche Recherchen¬†in der aktuellen medizinischen Forschung zum Zweck der Selbst-Weiterbildung und als Ged√§chtnis-St√ľtze. ¬†

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√Ąrztekammer Disclaimer

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die Ober√∂sterreichische √Ąrztekammer moniert weite Teile diese Website als „aufdringlich, marktschreierisch und beim Laien den Eindruck medizinischer Exklusivit√§t erweckend“.

Dies ist keinesfalls beabsichtigt, die Website ist ein absichtsloses Weiterbildungsmedium von Dr. Retzek, der seine wissenschaftlichen Pubmed-Recherchen hier mit √§rztlichen Kollegen unentgeltlich teilt, wof√ľr Dr. Retzek von vielen Kollegen aus dem In- und Ausland regelm√§ssig Anerkennung ausgesprochen bekommt.

Dass Wissenschaftsrecherchen und Studien „das Standesansehen der √Ąrzte“ verletzen k√∂nnte, war Dr. Retzek nicht bewusst, er bedauert dies zutiefst und entschuldigt sich bei den betroffenen Kollegen.

 

6 Kommentare

  1. w√§re toll, die genannten Studien (z.B. „US Studie 2011“ auch ordentlich zu zitieren, so da√ü man sie sich besorgen kann. Ohne dies wirkt das ganze unseri√∂s.

    • bin jetzt etwas befremdet, da der Ton ihrer Aufforderung bei mir inad√§quat ankommt; ausserdem verstehe ich die „Kritik“ nicht, da die NEJM-studie ja eh unter dem ovn ihnen inkremierten Header verlinkt ist, der blaue text.

      Eigentlich sitze ich fast meine ganze Freizeit vor Studien um mich selber „pharma-unabh√§ngig“ fortzubilden und teile dies altruistisch mit Kollegen und Betroffenen / Interessierten. Jedenfalls: wenn schon keinen Dank f√ľr meine Arbeit – erwarte ich zumindestens einen respektvollen Umgangston!

  2. Deine Antwort, lieber Helmut, ist mehr als gerechtfertigt. … dass man sich die Studien besorgen kann … Hallo, wie faul sind wir denn geworden, dass man alles serviert bekommen muss. Schon einmal was von PubMed geh√∂rt ??
    Kleine Korrektur: Armidex ist ein Aromatasehemmer, kein Bisphosphonat, gemeint war wohl Aredia … die Datenlage zu Xgeva et alt. ist geradezu katastrophal, ungalublich, wie man mit Hilfsbegriffen wie relative Wahrscheinlichkeit 40 % Wirksamkeit bei H√ľftfrakturen „herausholt“ und jeder plappert das nach. Also: lass dich nicht beirren und Alles Gute. Werner

    • 1) der Preis, je teurer desto leichter wird es verschrieben
      2) Denosumab hat zusatzeffekte v.a. beim Brustkrebs, der RANK/RANKL – abh√§ngig istbzw. sein kann (2017). Daher erwartet man eine tumorwachstumshemmung √ľber Bisphosphonate hinaus, .va. in der kombination mit Metformin (2017),
      dass so hochwirksame Medikamente auch NW haben k√∂nnen (Hypocalci√§mie) ist kein Wunder und auch nicht schlimm, man muss die Patienten eben dar√ľber informieren.

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