Die Überprüfung der Validität einer solchen Studie erfordert einen Blick auf die wissenschaftliche Methodik, die Glaubwürdigkeit der beteiligten Institute und die Plausibilität der physikalischen Grundlagen.
Basierend auf den verfügbaren Informationen zu den Studien von Vitarights (wie der von Dr. Gerd Rosenberg oder dem ISGM) lassen sich folgende Punkte zur Validität festhalten:
1. Wissenschaftlicher Kontext und Plausibilität
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Theoretische Basis: Das Gerät arbeitet laut Hersteller mit „kohärentem Licht“ und „Informationen“, die in Zellen transportiert werden, um Biophotonen zu beeinflussen. In der etablierten Physik und Biologie ist das Konzept der „Informierung“ von Wasser oder Zellen durch schwaches Licht ohne Energieübertrag (im Sinne einer Heilwirkung) nicht anerkannt. Es fällt in den Bereich der Pseudowissenschaft oder Quantenmystik.
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Fehlende Peer-Review: Validierte wissenschaftliche Studien werden normalerweise in unabhängigen Fachzeitschriften veröffentlicht, nachdem sie von anderen Experten geprüft wurden (Peer-Review). Die Beosigner-Studien finden sich primär auf der Website des Herstellers selbst.
2. Methodische Beobachtungen
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Institute: Die Studien wurden oft von Einrichtungen wie dem ISGM (Institut für Sportwissenschaft und Gesundheitsmanagement) oder Dartsch Scientific durchgeführt. Diese Institute führen häufig Auftragsstudien für Hersteller von Wellness-Produkten durch. Deren Ergebnisse werden in der akademischen Wissenschaft oft kritisch gesehen, da sie selten in hochrangigen medizinischen Journalen erscheinen.
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Messparameter: Es werden Parameter wie die Herzratenvariabilität (HRV) oder der Phasenwinkel (Bioelektrische Impedanzanalyse) gemessen. Diese Werte sind zwar real und messbar, aber sehr anfällig für Placebo-Effekte oder kurzfristige Schwankungen (z. B. durch Entspannung während der Anwendung).
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Stichprobengröße: Oft sind die Gruppen in solchen Studien relativ klein, was die statistische Aussagekraft (Signifikanz) einschränkt.
3. “Beosigner Plus” Spezifika
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Die Werbeaussagen versprechen extreme Steigerungen (z. B. „+120 % Sauerstoffaufnahmefähigkeit“ oder „+111 % beim Stressindex“). Solche Werte sind physiologisch extrem unwahrscheinlich für ein Gerät, das lediglich Licht auf die Haut oder Wasser strahlt. In der Medizin gelten bereits Steigerungen von 5–10 % bei Medikamenten oft als großer Erfolg.
Fazit zur Validität
Die Studie weist Merkmale einer Marketing-Studie auf, nicht einer medizinisch-wissenschaftlichen Goldstandard-Studie:
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Geringe externe Validität: Die Ergebnisse wurden nicht unabhängig repliziert.
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Interessenkonflikt: Die Studien sind vom Hersteller beauftragt oder eng mit ihm verknüpft.
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Fehlender Wirkmechanismus: Es gibt keine biophysikalische Erklärung, wie „informiertes Licht“ den Zellstoffwechsel in diesem Maße verändern soll.
Empfehlung: Wenn Sie das Gerät für Wellness oder Entspannung nutzen möchten, kann der Placebo-Effekt durchaus positiv wirken. Aus rein medizinisch-wissenschaftlicher Sicht ist die behauptete Wirksamkeit jedoch nicht ausreichend belegt. Wenn Sie die PDF-Datei vorliegen haben, achten Sie besonders darauf, ob eine Kontrollgruppe vorhanden war, die mit einem identisch aussehenden Gerät ohne Funktion (Sham-Behandlung) getestet wurde. Nur so ließe sich ein Placebo-Effekt ausschließen.