Nebenwirkungen von Hormon-Blocker bei Brustkrebs – kann man was dagegen tun

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multiple „Menopause-Beschwerden“ unter Nolvadex (Tamoxifen) bei einer jungen Patientin, was kann man tun?

Patientin beklagt sich, dass sie wegen Tamoxifen multiple Beschwerden hat

Hitzewallungen, Gewichtszunahme, Orangenhaut, Gelenkschmerzen, Trockene Augen, Trockene Scheide unter Nolvadex sind typische, klassische Östrogen-Mangel-Erscheinungen durch den Östrogenrezeptor-Blocker Tamoxifen.

 

über umfassendere Theorie der Wirkung der Hormon-Rezeptoren ....

„DER“ Experte bei uns im deutschsprachigen Raum ist Prof. Friedrich Douwes, Chefarzt der St. Georg Klinik / Bad Aibling, bei dem ich gerne meine Patienten chemotherapieren lasse.

Wir wissen mittlerweile definitiv, dass Testosteron gegen Prostatakrebs schützt und auch in der Prostatakrebs-Behandlung Verwendung findet, wir müssen nur die Umwandlung von Testosteron in die Krebswachstumsfördernden Folgehormone DHT und Östradiol verhindern (mit Finasterid und Letrozol)

Wer sich diesbezüglich einlesen möchte konsultiert meine Seite zum Buch von Prof. Morgentaler „Testosteron“,

auch die Arbeiten von Prof. Edward Friedman sind zu diesem Thema erhellend (siehe eine Review im FullTextPDF aus 2007)

 

 

Für viele dieser Beschwerden kann man kaum etwas tun, weil sie normale Begleiterscheinungen der Nolvadex-Therapie – d.h. des Hormon-Entzuges – darstellen.

Wollte man diese beheben, ginge dies vermutlich nur durch Induktion einer Östrogen-Wirkung, die wir ja genau zu verhindern versuchen. Phytohormone sind verboten, weil sie die Tamoxifen-Wirkung wieder aufheben könnten.

 

Für folgende Beschwerden habe ich jedoch eine Lösung gefunden:

Scheidentrockenheit, trockene Augen

Estriol (=E3) ist ein lokal in Scheide und am Auge gut wirksames Östrogen.

Details über Wirkung von Estriol beim Tumor ....

E3 ist eigentlich eines der stärksten Brust/Prostata-krebs-hemmenden Hormone überhaupt, vor der Entdeckung von Tamoxifen wurde Estriol auch therapeutisch zur Hormonblockade verwendet, weil Estriol stimuliert hauptsächlich den krebshemmenden ER-BETA, während Östradiol = E2 den bösen krebsfördernden ER-ALPHA stimuliert.

Trotzdem wird E3 von den Onkologen – die sich nur begrenzt in den Untiefen der hormonellen Steuerung der Tumore ausgebildet finden – gefürchtet, es wird dem E3 auch die Bildung von lobulärem Mamma-Karzinom nachgesagt wenn es in HOHEN Dosen verwendet wird.

Der Grund ist die physiologische Umwandlung von E3 ins E2, dieses E2 kann Krebs-fördernd wirken.

In der Schwangerschaft vertausendfacht sich der E3-Spiegel der Frau, ein deutliches Zeichen, wie „Gesund“ dieses Hormon ist, genauso wie das Progesteron welches in der Schwangerschaft ja grammweise erzeugt wird. Beide wirken KREBS-Hemmend, beide stimulieren nämlich den krebshemmenden Östrogen-Rezeptor ER-BETA.

 

Eine ganz neue Studie von April 2014 zeigt jedenfalls, dass gering dosiertes ESTRIOL – 30µg täglich – bedenkenlos dauerhaft vaginal angewendet werden kann und keine E2-Erhöhungen im Blut bewirkt, keinesfalls negative Effekte auf Brustkrebszellen bewirken kann.

Dieselben Ergebnisse wurden bereits 2008 von Prof. Ludwig, Uniklinik Hamburg publiziert in einer deutschen Fachzeitschrift.

 

In diesem Zusammenhang habe ich mit Prof. Dr. Gerhard Schaller vom Brustkrebszentrum München (Entwickler einer Chemotherapie Capezitabine) kontakt aufgenommen um über seine Erfahrungen mit Estriol beim Brustkrebs nachzufragen:

 
….. irgendwann hat eine Apotheke diesen Fehler reingebracht und anstatt 1%, die 0,1% Konzentration beim Estriol eingesetzt. Korrekt ist die 1%-Konzentration. Das Estriol(E3) , das ja praktisch nur in der Schwangerschaft in nennenswerten Mengen produziert wird aktiviert den Estrogerezeptor beta. Dieser ist ein anerkannter Tumorsupressor. Das Rimkuskonzept sieht ja das Estradiol (E2) vor. Das wiederum aktiviert den Estrogenrezeptor alpha, der üblichterweise beim Mammakarzinom bestimmt wird. Aktiviert man diesen Rezeptor mit Estradiol (E2), wird das Tumorwachstum angefeuert. Entsprechend basieren alle Hormontherapien beim Mammakarzinom auf der Eliminierung der Estrogenwirkung mittels Tamoxifen oder Aromataseshemmern.

 

Vorgehensweise

Scheidentrockenheit

1) am einfachsten und bequemsten mit dem Präparat GYNOFLOR Vaginaltabletten. Kosten etwa 25 Euro für 12 Stück.

2) Alternativ und viel billiger kommt eine Verdünnung des standard-Estriol-Präparates OVESTIN. Das orginal ist zu konzentriert und muss auf das 33,3  fache verdünnt werden.

Dies geht einfach mit folgender Rezeptur:

RP | Ovestin – Creme 5.0   plus  Basis-Creme 161,5 | MDS „Vaginal-Creme – 1g täglich“

und dann mit dem Ovestin beiliegenden Applikator die genaue Menge von 1g täglich vaginal applizieren, man kommt damit etwa 4 Monate aus.

In einer Packung Ovestin Creme sind 50g drinnen, so kann man aus einer Packung Ovestin-Creme um 17  Euro für 4,5 Jahre die Behandlung herstellen, die Basis-Creme kostet kaum etwas.

Augentrockenheit

man erzeugt sich nach meiner obigen Rezeptur eine Ovestin Verdünnung und schmiert sich abends mit wenig dieser Creme die Augenlider und Augenumgebung ein, nach einigen Tagen ist die Augentrockenheit verschwunden.

 

 

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Dr.med. Helmut B Retzekhttp://www.retzek.at
Arzt für Allgemeinmedizin, multiple präventivmedizinische, schulmedizinische und komplementäre Zusatzausbildungen. Wissenschaftliche Arbeit und Forschungs-BeiträgeZahlreiche Artikel und Vorträge.  Diese Website dokumentiert umfangreiche eigene Recherchen in der aktuellen medizinischen Forschung zum Zweck der Selbst-Weiterbildung und als Gedächtnis-Stütze. Mässige Legasthenie, daher Rechtschreib- und Beistrichfehler, bitte nicht kommentieren, wer es nicht aushält bitte einfach nicht lesen
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