Nebenwirkungen der hyperbaren Sauerstoff-Therapie

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„… alles was wirkt, kann auch Nebenwirkungen haben ….“ heisst es!

Welche Nebenwirkungen gibt es bei der Anwendung der Hochdruck-Sauerstoff-Therapie (HBO), was sagt hier die Forschung? 

In Israel gibt es eines der weltweit grössten Sauerstoff-Therapie-Zentren. Dort wurden bereits über 700.000 Behandlungen durchgeführt und auch entsprechend viel Forschung gemacht. Dieses Zentrum hat eine detaillierte Auflistung der im Routinebetrieb aufgetretenen Nebenwirkungen in folgender Studie von 2016 publiziert

Ich habe die Einleitung der Studie (Abstract) nachfolgend übersetzt und habe unten noch verlinkt ein Vortrag des Chefs dieses Zentrums.

 

Zusammenfassung des Studien-Ergebnisses

es treten bei jeder 130sten HBO-Sitzung Nebenwirkungen auf: hauptsächlich Ohrenschmerzen

In Israel werden durchschnittlich 22 Therapien pro Patient durchgeführt und immerhin jeder 6te Patient erlebt im Laufe dieser Therapie-Sitzungen einmal Nebenwirkungen. 

Abstract der israelischen Studie auf deutsch übersetzt

Sicherheit der Hyperbaren Sauerstoff-Therapie – retrospektive Analyse in 2,334 Patienten

Dr. A Hadanny et al, Israel, 2016

Einleitung: Therapie mit hyperbarem Sauerstoff (HBO2) wird in einer wachsenden Zahl von Fällen für Patienten angewendet mit unterschiedlichen Komorbiditäten und gilt als eine
allgemein sichere Therapie. Die wichtigsten Nebenwirkungen im Zusammenhang zur HBO2-Therapie sind Barotrauma, zentralnervöse, systemische und pulmonale Sauerstofftoxizität, Klaustrophobie, Angst und Sehstörungen. Das Ziel dieser Studie sollte das Auftreten von Nebenwirkungen bewerten im Zusammenhang mit der HBO2-Therapie und Risikofaktoren in einer großen Kohorte von Patienten, die für verschiedene Indikationen behandelt werden.

Methoden: Wir führten eine retrospektive Analyse von durch mit 2.334 behandelte Patienten im Sagol Center of Hyperbaric Medicine and Research, Assaf Harofeh, Israel,
zwischen Juni 2010 und Dezember 2014.

Patienten wurden einer von drei Indikationskategorien zugeordnet:

  • Kategorie A – nicht-neurologische Indikationen;
  • Kategorie B – neurotherapeutische Indikationen; und
  • Kategorie C – akute Indikationen.

Ergebnisse: Von insgesamt 2.334 Patienten erlebten 406 (17,4 %) unerwünschte(s) Ereignis(se) (ein oder mehrere) während ihrer (multiplen) HBO2-Therapiesitzungen.
Die Gesamtinzidenz pro Sitzung betrug 721:100.000 Ereignisse:Sitzungen, d.h. 0,72 %.

d.h. es treten bei jeder 130sten Sitzung Nebenwirkungen auf. Aber immerhin jeder 6te Patient erlebt im Laufe von wiederholten Therapie-Sitzungen einmal Nebenwirkungen.

Die Hauptkomplikation war ein Barotrauma im Mittelohr (= Ohrenschmerzen), was bei 9,2 % der mit Nebenwirkungen betroffenen Patienten (d.h. bei 0,04 % der Patienten) auftraten. Frauen und Kinder unter dem Alter von 16 Jahre hatten ein erhöhtes Risiko für Barotrauma.

Andere Komplikationen – Hypoglykämie, Sauerstofftoxizität, Schwindel, Angstreaktionen, Atemnot und Brustschmerzen – trat bei 0,5-1,5 % der Patienten auf.

Schlussfolgerungen: Strenge Betriebsprotokolle, einschließlich Bewertungen vor der HBO2-Therapie und Überwachung in der Kammer sind unerlässlich und verbessern die Patientensicherheit. Bei Anwendung kann eine HBO2-Therapie erwogen werden und ist somit eine der sichersten medizinischen Behandlungen, die heute verfügbar sind.

 

 

Was haben wir bisher an Nebenwirkungen erlebt?

bei jetzt ca 200 Anwendungen wurde

  • 2 x wegen Ohrenschmerzen und
  • 1 x wegen Angstgefühlen abgebrochen.
  • 2 x hatten wir am Tag nach der Therapie einen kurzfristigen 1-3d „Rheuma-Schub“ was wir als Herxheimer Reaktion interpretieren, Borrelien + Bartonella sind zB sehr Sauerstoff-sensibel und sterben dabei ab.

 

Hochinteressanter Vortrag des aus dem grossen israelischen Zentrum

 

 

 

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Dr.med. Helmut B Retzekhttp://www.retzek.at
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