Diabetiker profitieren von MB-Diät mehr als von konventioneller Diabetes-Diät

 

http://www.medknowledge.de/abstract/med/med2009/01-2009-4-blutzucker-da.htm

 

Studie: Niedriger glykämischer Index senkt Blutzucker bei Typ-II-Diabetikern, 17. Dezember 2008

„Die Bevorzugung von Kohlenhydraten, die den Blutzucker nach den Mahlzeiten langsamer ansteigen lassen, hat in einer randomisierten Studie im Amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2008; 300: 2742-2753) den HbA1c-Wert deutlicher gesenkt als eine konventionelle Diabetikerdiät.

Der glykämische Index beschreibt die Auswirkungen von Kohlenhydraten auf den postprandialen Blutzucker. Als Referenz wird Traubenzucker (Index 100) genommen, der als Monosaccharid ohne enzymatische Spaltung aus dem Darm resorbiert wird und zu einem schnellen Blutzuckeranstieg führt. Den niedrigsten glykämischen Index haben schwer aufschließbare Kohlenhydrate aus Bohnen, Erbsen, Linsen, Nudeln, kurz gekochter Reis sowie einigen Brotsorten (Pumpernickel) und Frühstückszerealien.
 


 

http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=34801 

Studie: Niedriger glykämischer Index senkt Blutzucker bei Typ-II-Diabetikern
Mittwoch, 17. Dezember 2008

Toronto – Die Bevorzugung von Kohlenhydraten, die den Blutzucker nach den Mahlzeiten langsamer ansteigen lassen, hat in einer randomisierten Studie im Amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2008; 300: 2742-2753) den HbA1c-Wert deutlicher gesenkt als eine konventionelle Diabetikerdiät.

Der glykämische Index beschreibt die Auswirkungen von Kohlenhydraten auf den postprandialen Blutzucker. Als Referenz wird Traubenzucker (Index 100) genommen, der als Monosaccharid ohne enzymatische Spaltung aus dem Darm resorbiert wird und zu einem schnellen Blutzuckeranstieg führt. Den niedrigsten glykämischen Index haben schwer aufschließbare Kohlenhydrate aus Bohnen, Erbsen, Linsen, Nudeln, kurz gekochter Reis sowie einigen Brotsorten (Pumpernickel) und Frühstückszerealien.

Das Konzept wurde Anfang der 80er-Jahre von dem Ernährungswissenschaftler David Jenkins, Universität Toronto, entwickelt und wird auch von vielen deutschen Diabetologen anerkannt. Im Prinzip beruht die Wirkung des Diabetesmittels Acarbose, das im Darm die Hydrolyse von Mehrfachzuckern hemmt, ebenfalls auf diesem Prinzip.

Während die Wirkung des Medikaments durch Studien belegt ist, blieb der Nutzen einer Diät mit niedrigem glykämischen Index umstritten. Es waren nur einige Kurzzeitstudien mit wenigen Teilnehmern durchgeführt worden. Jetzt liegen die Ergebnisse einer ersten größeren randomisierten Studie vor, zu der Jenkins 210 Teilnehmer mit Typ-II-Diabetes mellitus eingeladen hatte.

Die Diabetiker wurden von den Diätassistenten angehalten, entweder eine Diät mit niedrigem glykämischen Index oder eine konventionelle Diabetikerkost einzuhalten, die den Schwerpunkt auf einen hohen Anteil an Ballaststoffen legt (zum Beispiel „braune” Nahrungsmittel wie Vollkornbrot und -zerealien, brauner Reis, ungeschälte Kartoffeln). Die Teilnehmer der Jenkins-Diät erreichten einen glykämischen Index von 69,6, bei der Vollkorndiät betrug er 83,5.

Am Ende der sechsmonatigen Studie hat sich die Jenkins-Diät als überlegen erwiesen. Der HbA1c -Wert, Maßstab für die langfristige Blutzuckereinstellung, war von 7,14 auf 6,64, also um einen halben Prozentpunkt gefallen, aus diabetologischer Sicht ein beachtliches Ergebnis, auch wenn alle Teilnehmer weiter orale Antidiabetika einnahmen. Dies war allerdings auch in der Vergleichsgruppe zur Vollkorndiät der Fall. Dort sank der HbA1c -Wert von 7,07 auf 6,89, also nur um 0,18 Prozentpunkte. Auch auf den HDL-Cholesterinwert wirkte sich die Jenkins-Diät günstig aus. Der Wert stieg um 1,7 mg/dl, während er in der Vollkorngruppe um 0,2 mg/dl fiel, sich also tendenziell verschlechterte.

Jenkins fühlt sich durch die Ergebnisse der Studie in seiner Ansicht bestätigt, dass die Verlangsamung der postprandialen Glucoseresorption durch Nahrungsmittel mit einem niedrigen glykämischen Index einen sinnvollen Beitrag zur Behandlung des Typ-II-Diabetes mellitus leistet. © rme/aerzteblatt.de
 

PDF der Studie: http://jama.ama-assn.org/cgi/reprint/300/23/2742.pdf

 

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