Harns√§ure als Risikofaktor f√ľr Krebs?
18.10.2007

Erh√∂hte Harns√§urewerte wurden aufgrund vermuteter, antioxidativer Eigenschaften lange Zeit mit einem sch√ľtzenden Effekt f√ľr Krebserkrankungen in Zusammenhang gebracht. Ein Forschungsteam um Dr. Alexander M. Strasak und Prof. Hanno Ulmer vom Department f√ľr Medizinische Statistik, Informatik und Gesundheits√∂konomie konnte nun jedoch Gegenteiliges zeigen.

Bild: Harnsäure im Nativblut-Dunkelfeld HarnsaeureDunkelfeld

Die Innsbrucker Wissenschaftler fanden in mehreren Studien f√ľr M√§nner und Frauen mit h√∂heren Harns√§urewerten ein deutlich erh√∂htes Krebsmortalit√§tsrisiko.

In einer im September in der renommierten Zeitschrift Annals of Oncology ver√∂ffentlichten epidemiologischen Untersuchung pr√§sentierten die Forscher Auswertungen aus Daten von √ľber 28.000 √∂sterreichischen Frauen.

F√ľr Probandinnen mit Harns√§urewerten √ľber 5.71 mg/dl zeigte sich dabei ein um fast 30 Prozent h√∂heres Risiko an Krebsereignissen zu versterben, im Vergleich zu Frauen in der Referenzgruppe mit Harns√§urewerten unter 3.70 mg/dl.

Eine im Fr√ľhjahr von der gleichen Forschergruppe in der Zeitschrift Cancer Causes & Control ver√∂ffentlichte Studie zeigte f√ľr eine Gruppe von √ľber 80.000 √∂sterreichischen M√§nnern ein √§hnliches Ergebnis.

M√§nner mit Harns√§urewerten √ľber 6.71 mg/dl hatten sogar ein um mehr als 40 Prozent h√∂heres Risiko im Vergleich zu M√§nnern in der Referenzgruppe mit Harns√§urewerten unter 4.60 mg/dl.

‚ÄěObwohl auf Basis der Untersuchungen noch keine sicheren R√ľckschl√ľsse auf die Kausalit√§t des Zusammenhangs m√∂glich sind, k√∂nnten erh√∂hte Harns√§urewerte als wertvolle Ersatzparameter fungieren‚Äú, so die Studienautoren. ‚ÄěDie Harns√§urewerte k√∂nnten auf einen Lebensstil aufmerksam machen, der mit einem deutlich h√∂heren Krebsrisiko verbunden ist.‚Äú
(cf)

 

Kommentar Dr. Retzek: diese Ergebnisse bestätigen eindrucksvoll die Ergebnisse der CHINA-STUDY, wonach tierische Proteine Hauptschrittmacher von Krebserkrankung sowie verschlechterung darstellen. Weitere Indizien findet man im Buch das leben in deiner Handvon Jane Plant. Dies sind Evidence-Level 2 Indizien, im Gegensatz zu den Werken von Gerson, Moerman und Breuss.

  • Level 1: Es gibt ausreichende Nachweise f√ľr die Wirksamkeit aus systematischen √úberblicksarbeiten √ľber zahlreiche randomisiert-kontrollierte Studien.
  • Level 2: Es gibt Nachweise f√ľr die Wirksamkeit aus zumindest einer randomisierten, kontrollierten Studie.
  • Level 3: Es gibt Nachweise f√ľr die Wirksamkeit aus methodisch gut konzipierten Studien, ohne randomisierte Gruppenzuweisung.
  • Level 4a: Es gibt Nachweis f√ľr die Wirksamkeit aus klinischen Berichten.
  • Level 4b: Stellt die Meinung respektierter Experten dar, basierend auf klinischen Erfahrungswerten bzw. Berichten von Experten-Komitees.
  • ¬†

     

    Links:

    Serum uric acid and risk of cancer mortality in a large prospective male cohort. Strasak AM, Rapp K, Hilbe W, Oberaigner W, Ruttmann E, Concin H, Diem G, Pfeiffer KP, Ulmer H & the VHM&PP study group. Cancer Causes & Control 2007; 18:1021-1029.
    The role of serum uric acid as an antioxidant protecting against cancer: prospective study in more than 28000 older Austrian women. Strasak AM, Rapp K, Hilbe W, Oberaigner W, Ruttmann E, Concin H, Diem G, Pfeiffer KP, Ulmer H & the VHM&PP study group. Annals of Oncology 2007 Sept 4 [epub ahead of print].

    Department f√ľr Medizinische Statistik, Informatik und Gesundheits√∂konomie
    myPoint: Statistik in der Medizin: Ein notwendiges √úbel? [3.4.2007]

     

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    Umfangreiche Recherchen¬†in der aktuellen medizinischen Forschung zum Zweck der Selbst-Weiterbildung und als Ged√§chtnis-St√ľtze. ¬†

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