Folsäure: Zusammenhang mit Prostatakrebs? 
(11.03.2009 Netdoktor.at)

Folsäure-Präparate könnten nach Ansicht US-amerikanischer Wissenschafter das Prostatakrebs-Risiko erhöhen. Ein Ergebnis, das für das Team um Jane C. Figueiredo selbst überraschend kommt: Eigentlich wollten die Forscherin von der University of Southern California in Los Angeles und ihre Kollegen untersuchen, ob Folsäure und Aspirin dazu beitragen können, der Entwicklung von Prostatakarzinomen vorzubeugen. Nun zeigt ihre Studie jedoch Hinweise darauf, dass die Einnahme von Folsäure-Präparaten möglicherweise mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko einhergeht. 

Während des zehnjährigen Untersuchungszeitraums entwickelte beinahe jeder zehnte von 327 Männern, die über längere Zeit Folsäure eingenommen hatten, ein Karzinom der Vorsteherdrüse, berichtet die Autorengruppe im „Journal of the National Cancer Institute“. Von jenen 326 Vergleichspersonen, die anstelle des Nahrungsergänzungsmittels ein wirkungsloses Placebo einnahmen, erkrankten hingegen nur rund drei Prozent. Die Konsumation von Aspirin, dessen möglicher Effekt ebenfalls untersucht wurde, zeigte indes keinen Zusammenhang mit der Entstehung der Erkrankung. 

Studienleiterin Figueiredo hebt hervor, dass Folsäure in manch gesundheitlicher Hinsicht günstige Wirkungen hat. Zu viel davon sei den aktuellen Erkenntnissen zufolge aber möglicherweise schädlich. Die Wissenschafterin geht zudem davon aus, dass ein Unterschied zwischen der Einnahme in Form eines Präparats und der Zufuhr über die Ernährung bestehen könnte. In der Nahrung ist Folsäure insbesondere in Spinat, Hefe und Innereien reichlich enthalten. Wie das Autorenteam selbst betont, ist die Fallzahl in der aktuellen Studie allerdings zu gering, als dass allgemeine Schlüsse gezogen werden sollten. Die derzeitigen Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Folsäurepräparaten und Prostatakrebs gelte es daher mit Vorsicht zu interpretieren. 
ks/ta 
Quellen: Journal of the National Cancer Institute; Reuters Health

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