Ehrenrettung für Eierspeise und Co 

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Britische Wissenschafter wollen anhand einer aktuellen Metaanalyse gezeigt haben, dass Hühnereier wesentlich gesünder sind als ihr Ruf. 

Das Hühnerei galt lange Zeit als besonders ungesunde Cholesterinbombe und fand sich folglich auf der schwarzen Liste vieler ernährungsbewusster Zeitgenossen. Zu Unrecht, wie britische Forscher von der Universität Surrey nun betonen. Das Team um Bruce Griffin verweist auf eine aktuelle Untersuchung, die gezeigt habe, dass das Cholesterin aus Eiern im Vergleich zu den mehrfach gesättigten Fettsäuren aus anderen Nahrungsmitteln eine vernachlässigbare Wirkung auf den Organismus hat. 

Den Forschern zufolge hat eine Einschränkung des Eierkonsums nur sehr geringe Auswirkungen auf die Cholesterinwerte eines Menschen. Relevanter für die Senkung des Cholesterinspiegels seien die generelle Ernährungsweise und der individuelle Lebensstil – etwa hinsichtlich Bewegung und Rauchen. 

Überholte Annahme? 

„Natürlich steckt in Eiern Cholesterin – aber das hat normalerweise keinen großen Einfluss auf den im Blut nachweisbaren Cholesterinwert“, meint die Ernährungsfachfrau Victoria Taylor von der British Heart Association. Und die Annahme, dass man nicht mehr als drei Eier pro Woche zu sich nehmen soll, ist laut Studienleiter Griffin schlicht überholt. Basiere sie doch auf wissenschaftlichen Daten, die heute nicht mehr aktuell seien. Die Forscher um Griffin hatten mehrere Untersuchungen aus den letzten Jahrzehnten zum Nutzen und Nachteil von Eiern in der Ernährung ausgewertet. Das Ergebnis ihrer Meta-Analyse wurde nun im „Nutrition Bulletin“ der British Nutrition Foundation veröffentlicht. 

Kürzen bei Kuchen und Keksen 

„Die im allgemeinen Bewusstsein tief verwurzelte Überzeugung, die den Eierverzehr mit hohen Cholesterinwerten und Herzerkrankungen in Verbindung bringt, muss korrigiert werden“, ist Griffin überzeugt. „Die gesättigten Fettsäuren, die wir üblicherweise über die Nahrung aufnehmen, haben einen viel größeren Einfluss auf die Cholesterinwerte als Eier.“ Wer seinen Cholesterinspiegel senken möchte, sollte deshalb vor allem bei häufig verzehrten Nahrungsmitteln mit mehrfach gesättigten Fettsäuren kürzer treten, rät der Wissenschafter. Dazu würden vor allem Kuchen, Kekse, fettes Fleisch und fettreiche Milchprodukte wie Käse zählen. 

Nicht nur die Ernährung hat Einfluss 

Die Forscher räumen auch mit der falschen Annahme auf, dass einzig und allein die Ernährung den Cholesterinspiegel eines Menschen beeinflusst: Dahinter stecke der Glaube, dass das über die Nahrung aufgenommene Cholesterin eins zu eins ins Blut wandere. In Wirklichkeit stamme aber nur etwa ein Drittel des Cholesterins im Körper aus den zugeführten Lebensmitteln. Der Großteil wird im Körper selbst produziert, worauf der individuelle Lebensstil beträchtlichen Einfluss hat: Laut Studienleiter Griffin wirken sich Faktoren wie Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel negativ auf die Blutfettwerte sowie auf das Herzerkrankungsrisiko aus. 

Eier können und sollen heute durchaus als wertvoller Beitrag zur Gesundheit gesehen werden, schreiben Griffin und Kollegen – freilich im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung und eines gesunden Lebensstils. Stecken in Dotter und Eiklar doch viele wichtige Nähr- und Mineralstoffe sowie hochwertiges Protein.
Lisa Mayr
13.02.2009 
Quelle: Gray J., Griffin B. et al.: Eggs and dietary cholesterol – dispelling the myth. Nutrition Bulletin 2009; Volume 34: 66-70 

zur Originalstudie (englisch)

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