Dr.med. Helmut B Retzek
Dr.med. Helmut B Retzek, klassische Hom√∂opathie in V√∂cklabruck / Ober-√Ėsterreich

in der HK 1/2013 durfte ich im Editorial (hier das Orginal) zur derzeitigen Situation der Homöopathie Stellung beziehen.

Laut Kirsten Hill, deren Herausgeber-Beitrag ins selbe Horn blies, gab es ob meiner pointierten Ausf√ľhrungen starke Reaktion in der Leserschaft „dies ging bis Brasilien“ und sie bat mich dazu Stellung zu nehmen.

Ich werde daher mein Editorial hier mit einigen Links und weiterf√ľhrenden Hinweisen f√ľllen.

Homöopathie Konkret, Ausgabe 1/2013
Homöopathie Konkret, Ausgabe 1/2013

Kursiv/Farbig ist der gedruckte Text des gesamten Editorials, meine erweiternden Kommentare sind dazwischen geschrieben.

Um den Text noch deutlicher zu gliedern, setze ich thematisierenden √úberschriften.

 

 

 

Liebe Kollegen,

einige Jahre sind vergangen, seit ich zuletzt an dieser Stelle geschrieben habe. Unsere Wirklichkeit hat sich doch nicht unwesentlich verändert: 

 

Nachwuchs-Mangel der Homöopathen

Aus der Szene

Anlässlich des schwach besuchten Pareek Seminars in Salzburg kam es zu längeren Diskussionen unter uns Kollegen.  Im Gespräch waren Vertreter mehrerer österreichischer und deutscher Homöopathie-Gesellschaften.

Alle wiesen auf einen Nachwuchs-Mangel hin, der sich in den letzten Jahren eingestellt hat.  Dieser beeinträchtigt inzwischen das Ausbildungswesen.

Die Situation unter den √Ąrzten ist hierbei besonders heftig, wir bilden tw. nur noch eine einstellige Anzahl an Hom√∂opathen aus.

Au√üerdem sind Seminare nur noch schwer zu f√ľllen.

 

Beispiel: halbleeres Seminar von Alok Pareek im März 2013

Am Sonntag des dreit√§gigen Seminars (Freitag – Sonntag 8-10. M√§rz) waren im Seminarsaal in Salzburg – Veranstaltungsort immerhin Universit√§t – kaum 50 Teilnehmer, nur am Samstag war der Saal zumindest halb gef√ľllt.

PareekAlokAlok Pareek hat ein unglaubliches praktisches Wissen um kleine Mittel sowie eine sehr praxisorientierte Systematik der Behandlung schwerer und schwerster Fälle und dies sehr detailliert und aufwändig vorbereitet.

Alok betreut (unter Zuhilfenahme von zahlreichen Assistenten) täglich 150-300 Patienten, schwere und schwerste Fälle.

Er betreibt das einzige größere homöopathische Voll-Spital derzeit, mit 80 Betten und Operations-Trakt.

Alok Pareeks Erfahrung betrifft v.a. klinische Fälle, also richtig schwer kranke Patienten, Tausende und Tausende. Er ist Sohn eines erfahrenen Homöopathen und wurde vom Vater intensiv zum Lernen ermutigt und gefordert.

Er hat eine Lebenserfahrung, die vermutlich die aller deutschsprachigen Hom√∂pathen der letzten 100 Jahre zusammengenommen bei Weitem √ľbertrifft, man w√ľrde annehmen, dass dies bei den Kollegen auf Interesse trifft.

 Pareek Krebsbehandlung CD

Martin Bomhardts Verlag der Symbole hat ausgezeichnete CDs und DVDs klassischer Homöopathen

Aloks Erfahrung ist so bedeutungsvoll, dass die Clinica St. Croce unter Dr. Spinedi und Dr. Wurster die Zusammenarbeit sucht. Ich hatte dann nach dem Seminar noch die  Chance, mit ihm 2 Life-Anamnesen mitzumachen und war sehr beeindruckt.

Ich habe mich nun am Sonntag im nur teilgef√ľllten Vorlesungs-Saal als „Europ√§er“ gesch√§mt vor diesem fantastischen, au√üergew√∂hnlich zugewandten, liebevollen Menschen, der seine riesen Arbeit f√ľr 6 Tage liegen l√§sst (mit Anflug/Abreise), um uns mit umfassenden Erfahrungen zu bereichern, und hier sitzen dann 50 Leute im Seminar.

 

Hier meine Mitschrift des Seminars.

 

 

Prafull Vijayakar will nicht mehr nach Deutschland kommen, weil ….

Vijayakar war 2012 in Regensburg vor immerhin 250 Teilnehmern und hat angek√ľndigt, vermutlich nicht mehr selber zu kommen, da er in Indien Seminare vor 3000 Teilnehmern abh√§lt. Er meinte, er m√ľsse bei seinen begrenzten Energiereserven achten, wie und wo er seine Energie am effektivsten verwendet.


Wieso sind so wenige Teilnehmer gekommen ….

… obwohl zahlreiche Aussendungen √ľber mehrfache Kan√§le gelaufen sind (laut Veranstalter √ĄKH Dr. Jeff Duncan).

Wir sind nat√ľrlich w√§hrend des Seminars immer wieder zusammengesessen, die Mitteilungen √ľber die heftigen R√ľckg√§nge der Hom√∂opathie-Ausbildung sind Info von Dr. Christian Pr√∂ll¬†sowie v.a. von Dr. Jeff Duncan, beide Vorstandsmitglied der √ĄKH, die √ĄKH hat im letzten Jahr 3 Kollegen ausgebildet. Obwohl sie eine sehr umfangreiche und praxisorientierte Ausbildung in klassischer Hom√∂opathie anbieten.

Die Deutsche Vertreterin der hom√∂opathischen √Ąrzte ist im Vorstand einer deutschen Fachgesellschaft, mir namentlich nicht gel√§ufig, hat mich sehr als Person mit Klarheit und Struktur beeindruckt und die beiden √Ėsterreichischen Kollegen best√§tigt.

Auch in der BRD sind Ausbildungs-Seminare f√ľr √Ąrzte schwer zu f√ľllen.

 


 

Patienten werden weniger

Die HP-Hom√∂opathen in Deutschland beklagen fehlendes Interesse der Patienten. Selbst Vortr√§ge, Tage der offenen T√ľr, l√§ngerdauernde Werbema√ünahmen usw. f√ľhren zu keiner Resonanz, obwohl die Heilerfolge in der Praxis deutlich und nachhaltig sind! In England sind aufgrund der negativen Presse die Patientenbesuche um -80% zur√ľckgegangen.

Die Situation in England ist dramatisch! Ich habe beim Vijayakar-Seminar im Mai 2012 mit der Schwester von Oliver M√ľller dar√ľber sprechen k√∂nnen, die in England als Hom√∂opathin arbeitet.

Auch die Arbeitsumst√§nde sind dramatisch: keine Abgabe mehr von Hochpotenzen durch den Hom√∂opathen erlaubt, nur noch √ľber bestimmte Apotheken (nicht mehr jede Apotheke) d√ľrfen Arzneimittel versendet werden.

Ralf Jeutter hat einen Artikel im Jahr 2009 √ľber die englischen Verh√§ltnisse in der HK publiziert, dieser ist immer noch g√ľltig (hier der Artikel als PDF).

Wieso? hier muss ich weiter ausholen – Gr√ľnde f√ľr Schw√§che der klinischen Hom√∂opathie

In Deutschland gibt es neben den √Ąrzten noch die HP-Schiene.

Die deutschen Heilpraktiker sind zumeist ausgezeichnet ausgebildet und sehr engagiert.

HP eher psychologisierende Schulen …

Allerdings – mein subjektiver Eindruck – die HPs haben (nat√ľrlich schulenabh√§ngig) einen etwas anderen – weniger klinischen – Zugang zur Medizin.

Klar, denn ihre Ausbildung inkludiert eben keine Spitals-Aufenthalte, Famulaturen in klinischen Einrichtungen, kein AIP bzw. Turnus-Arzt-Zeit.

Auch sind ihre „medizinische Interventionsm√∂glichkeit“ eingeschr√§nkter, was an sich aber f√ľr den klassischen Hom√∂opathen geringere Bedeutung hat.

Hier sehe den Grund der in HP-Kreisen doch Höher-Gewichtung der psychologisierenden Homöopathie-Richtungen.

Eventuell entscheiden dies auch die Patienten, die vielleicht bei ernsteren klinischen Störungen den Arzt aufsuchen?

In Zeiten der Wirtschaftskrise und der knapperen Ressourcen spart man sich eher die „Lebensthemen-Hom√∂pathie“, die √Ąrzte mit ihrem eher klinischen Ansatz sind weniger vom Patientenr√ľckgang betroffen.¬†

Über psychologisierende Methoden in der Homöopathie schreibe ich weiter unten.

 

Trennung zwischen √Ąrzten und HPs

Traditionellerweise gab es fr√ľher wenig Vermengung zwischen √Ąrzten und HPs in Hom√∂opathie.

Die Hom√∂opathie-Zeitschrift (Gauting) war v.a. eine HP-Zeitschrift, die AHZ und KHZ die √Ąrzte-Zeitschriften.

Die HK haben wir ganz bewusst als „√ľber-konfessionell“ angelegt, da es absolut notwendig ist, einen Schulterschluss aller Hom√∂opathie-Richtungen, Schulen usw. durchzuf√ľhren, um beim aktuellen Gegenwind zu √ľberleben!

 

Zunehmend Probleme von Hom√∂opathie zu leben …

Als Editor der HK erfahre ich immer wieder in E-Mails und auch bei Fortbildungen, dass viele sehr engagierte und hervorragend ausgebildete HP-Homöopathen mit tollen Behandlungserfolgen mittlerweile trotzdem jahrelang andauernde ernste Probleme haben, von ihrem Beruf zu leben.

Viele HPs haben externe „Brot-Berufe“ – siehe weiter unten, wo ich auf das Thema noch detaillierter eingehe.

Als Reaktion auf dieses Editorial bekamen wir mehrere √§hnlich lautende E-Mails: „es ist viel viel schwerer geworden als fr√ľher sich zu etablieren“.

Dies war vor 10-15 Jahren bei Weitem nicht sooo ausgeprägt.

 

Verw√§sserung durch „Para-Hom√∂opathie“

Ein Grund d√ľrfte durchaus die „weite Verbreitung“ der Hom√∂opathie als „standard-alternativ-Therapie“ sein, f√ľr die Patienten ist der Unterschied eben nicht greif- und begreifbar: in √Ėsterreich ist die Hom√∂opathie mittlerweile fest in den H√§nden von „Energetikern“, Body-Talkern, Kinesiologen usw., die alle keinerlei klinische und auch keine hom√∂pathische Ausbildung haben und Arzneien mit Rute, dem Pendel oder einem Bioresonanzger√§t ausw√§hlen. „Global Diagnostics“, Vitalfeld, Immedis, MarsIII ‚Ķ und andere unreproduzierbare „energetische Messinstrumente“ stehen in den Praxen als G√∂tze und es werden Komplex-Krankheiten ermessen, gleich dazu die Komplex-Hom√∂o-Mischungen berechnet und gleich auch die passenden Globuli in derselben Maschine erzeugt.

 

Was viele meiner werten Kollegen nicht wissen, da sie sich ausbildungsmäßig nur in der Homöopathie bewegen, ist die universelle Verbreitung der Verwendung von homöopathischen Einzelmittel, Hochpotenzen, Nosoden und Komplexpräparate in allen Methoden der Heilberufe.

Energetiker: Laien verwässern die Homöopathie

In √Ėsterreich gibt es den Gewerbeschein des Energetikers, den man ohne Ausbildung einfach bei der Bezirksbeh√∂rde um ‚ā¨300 abholt, meine Frau ist u.a. Energetikerin, um legistisch problemlos in der Ordination einfache Behandlungen wie Papimi, Kinesiologie …. durchzuf√ľhren.

Auf freiwilliger Basis kann man Energetiker-Seminare besuchen.

Meine Frau war auf diesen Seminaren: Der Inhalt der Seminare war nicht etwa „wie man was behandelt“, sondern aussschlie√ülich: Wie trete ich nach au√üen auf, um legistisch nicht anzuecken.

Wie ist die offizielle Sprachregelung und offizielle Vorgehensweise: Was darf ich nicht sagen und nicht offiziell tun (Heilbehandlungen).

Was dann in der Energetiker-Praxis tats√§chlich gemacht wird, ist eine krude und bunte Mischung aus den verschiedensten Methoden, zu denen geh√∂rt nat√ľrlich auch die Behandlung mit hom√∂opathischen Mitteln, aber auch Hormontherapie (lernt jedermann bei Fr. Buchner z.B.), Entgiftungen, ¬†….

Die Orthomolekular-Firmen haben die Energetiker als Verk√§ufer entdeckt und bilden diese aus bzw. stellen ihnen die Infrastruktur zur Verf√ľgung.

In Zusammenhang mit √§rztlichen Labors werden die Energetiker gleich zu Befund-Erstellern: ¬†Speicheltests inkl. Auswertung und Verschreibungs-Empfehlungen kommen √ľber Labors, die mit den Ortho-Firmen zusammenarbeiten, die Abgabe der Orthopr√§parate erfolgt gleich auch beim Energetiker.

In jeder √∂sterreichischen Zeitung sind Anzeigen zur Ausbildung in div. energetischen Methoden oder zur „Lebensberatung, Energieberatung, Chakrenberatung …“. Viele davon aus dem esoterischen Bereich.

Behandelt wird jedoch häufig auch mit homöopathischen Mitteln, die auf vielerlei Arten ermittelt werden:

typisch: Rute, Pendel, kinesiologisch, astrologisch, nummerologisch …

nicht nach der klassischen Vorgehensweise: Anamnese, Fallanalyse, Repertorisation, Verschreibung, Kontrollanamnese … und vor allem nicht nach dem hom√∂opathischen Grundprinzip: der √Ąhnlichkeitsregel!

Wieso kann ich das sagen

.... umfassende Fortbildungen in nichthomöopathischen Methoden absolviert ...

ich befassse mich seit 2008 mit „au√üerhom√∂opathischen komplement√§ren Verfahren“ (in der Praxis mache ich jedoch immer noch 90-95% reine klassische Hom√∂opathie).

In diesem Zusammenhang hab ich einige Kinesiologie-Seminare bzw. Klinghardt-Seminare besucht, div. Physiotherapie-Methoden erlernt, ein Radionik-Seminar absolviert und auch div. „Energetiker“ und Kinesiologen in √Ėsterreich als Patient aufgesucht, au√üerdem Diplome in verschiedensten schulmedizinischen und komplement√§rmedizinischen Bereichen¬†absolviert,

bin Vortragender bei Ganzheitsmedizin-Kongressen und besuche regelmäßig schulmedizinische Kongresse und sogar Energetiker-Kongresse. Im letzten Jahr war ich 26 Wochenenden auf Fort- bzw. Weiterbildung.

Nebenbei recherchiere ich viele Stunden pro Woche auf allen Ebenen im Internet – dies umfasst v.a. wissenschaftliche Themen wie auf meiner Homepage hier f√ľr Kollegen zusammengeschrieben, wie auch komplement√§re Themen,

derzeit absolviere ich die Ausbildung in der komplementärmedizinischen Paracelsus-Klinik in der Schweiz, im Februar bin ich 2 Wochen bei Pareek in Agra.

D.h. ich habe einen ganz guten √úberblick √ľber den Stand der Medizin, Ganzheitsmedizin, integrative Str√∂mungen und auch Randgebiete (der Energetik).

Patienten ¬†„zappen“¬†zu vielen Behandlern

√úber die Patienten sehe ich die zunehmende Verbreitung aller verschiedenster komplement√§rer Methoden, ich frage nat√ľrlich jeden, was er noch gemacht hat oder wo er sonst noch hingeht.

In der Regel kommen Patienten mittlerweile von mindestens einem, eher noch von zwei oder drei Energetikern vorbehandelt zu mir, vielleicht auch deswegen, weil ich im Vergleich teuer bin und längere Wartezeiten auf einen Termin habe.

 

nicht untypische R√ľckmeldung einer Patientin ...

neben der Hom√∂opathie habe ich eine Schwermetall-Belastungsanalyse durchf√ľhren lassen und heftig erh√∂hte ARSEN- und QUECKSILBER-Werte festgestellt (Info: Schwermetalle sind Therapieblockaden, die Messung = die Entgiftung, damit kann man Monate – Jahre an Therapie sparen). Ich habe der Patientin dies mitgeteilt – folgende E-Mail kam zur√ľck

E-MAIL:

Hallo Herr Dr. Retzek,

danke f√ľr Ihre rasche R√ľckmeldung. Ich war heute noch bei der Dunkelfeldblutanalyse und da hat man gesehen, dass das Quecksilber weg war, aber viele Toxine im Blut waren. Ebenso waren die Monozyten da.

Wo ist normalerweise Arsen drin? Was kann ich machen? Ich fahre ab n.W. Dienstag XXX  auf Urlaub. Ich denke da wird sich nicht mehr viel ausgehen. Ich werde jetzt mit Bambuspflaster ausleiten und mit Basenbädern.

Von den Schwellungen her hab ich das Gef√ľhl, dass es nochmals leichter geworden ist ‚Äď seit ca. 2 Wochen habe ich keine Schwellung mehr gehabt. Seit der mb hat sich mein Allgemeinzustand sicher verbessert. Ich schlafe seit ca. 1 Woche durch und meine Wechselbeschwerden sind ebenfalls abgeklungen.¬†

Zus√§tzlich zu Ihrer Behandlung gehe ich zu einer TCM √Ąrztin zur Akupunktur und auch das wird dazu beitragen, dass es im Gesamten besser geworden ist.

Alles Liebe

XXYY

Also noch etwa 3-4 andere Therapien parallel. Undurchschaubar, welcher Prozess hier los ist. Meine Strategie als Therapeut ist in diesen Fällen simpel, diese Patientin bekommt bei mir keinen Termin mehr.

 

Innerhalb der letzten 3 Jahre haben sich die Vorbehandlungen völlig verändert

fast jeder hat – neu in den letzten paar Jahren – bereits Vitamine und Orthoprodukte u.v.m ¬†(haupts√§chlich √ľber relativ teure Orthoprodukte direkt vom Energetiker gekauft – tw. auf Inhaltstoff bezogen 10 x so teuer wie die, die ich z.B. f√ľr die Patienten vorr√§tig halte),

hom√∂opathische Mittel, Ausleitungen, Entgiftungen, …. liegt wohl auch an den ubiqit√§ren Fortbildungsangeboten online, per Buch und im WIFI, BFI und sonstigen halbstaatlichen Organisationen der Erwachsenenbildung.

Energetiker bestimmen als Erstbehandler

Mittlerweile gibt es F√§lle, wo ich meine Verschreibungen gegen√ľber der „vorbehandelnden Energetikerin“ rechtfertigen muss: Ein Krebspatient lehnte eine Hochpotenz ab, denn dies will die Energetikerin nicht.

Es ist in den letzten zwei Jahren eher die Regel – nicht die Ausnahme – geworden, dass die Patienten auch woanders hingehen.

In meiner direkten Umgebung sind in den letzten paar Jahren etwa 20 neue Energetiker gekommen, die u.a. auch mit Homöopathie Рbesser: mit homöopathischen Mitteln Рarbeiten und es werden laufend mehr. Eine Wartezeit von 1-2 Monaten, wie in meiner Praxis, erträgt kaum mehr ein Patient bei dem hohen Angebot an Therapeuten.

Nun hab ich kein Konkurrenzproblem, sondern die T√§tigkeit der meisten Energetiker ist ein Problem f√ľr die Hom√∂opathie:

Diese Energetiker entstammen selten aus anderen medizinischen Berufen und folgen meistens einem esoterisch „feinstofflichen“ Weltbild als Grundlage ihres Krankheits- und Heilungsverst√§ndnisses.

Bei den Fortbildungen mit derartigen Menschen bin ich jeweils fasziniert, mit wie wenigen Schlagworten ganze Erkenntnis-Horizonte ungefragt abgehandelt werden: Chakra hier, Aura da, Level dort und Rate hier, Meridian und Epigenetik und Invertierung und fertig ist ein „energetisches Weltbild“.

Energetiker sind oft liebe Menschen, engagiert. Im Vorberuf häufig Lehrer, konvertierte Techniker oder Hausfrauen.

„jetzt versteh ich, was Bakterien sind: das sind Sterne, die uns die Heilung weisen sollen – und die Viren sind Lichtwesen, die uns beim Wachstum unterst√ľtzen“
(eine engagierte – ob ihrer Erkenntnisse fast euphorische – HP in Freiburg, sie arbeitet mit Hom√∂opathie – ermittelt die Arzneimittel √ľber ein OEG-Organ-Energogramm-Ger√§t¬†nach Rolf Lichtenberg)…

So kommt es zu einer Diskrepanz zwischen Schulmedizin und „der feinstofflichen“ Therapie der Energetiker, regelm√§√üig wird von diesen Energetikern jede schulmedizinische Untersuchung oder Ma√ünahme als b√∂se deklariert und die Patienten m√ľssen sich dann praktisch entscheiden, wem sie glauben. Beim aktuellen Glaubw√ľrdigkeits-Defizit der Schulmedizin glauben sie dann meistens dem Energetiker.

Schlimm sind die Maschinen …

Biofeld, Vega, Vitalfeld, …. – mit denen werden auch gleich die Globuli „aufgeschwungen“.

Die Maschinen sind so teuer, dass sie best√§ndig laufen m√ľssen, um sie abzuzahlen, 25-40.000 Euro sind normal.

Maschinen messen meist glaubw√ľrdige Schw√§chezust√§nde, geben eine Vielzahl von Diagnosen und eine ganze Reihe „passender“ hom√∂opathischer Mittel aus. Diese werden auf Globuli gepr√§gt und mitgegeben, lieber jedoch direkt √ľber den Behandlungsteil der Maschine eingeschwungen (wegen Verrechnung).

F√ľr Patienten wie auch f√ľr die Klinik und Schulmediziner gibt es keinen richtigen Unterschied zwischen „klassischer Hom√∂opathie“ und der „Energetiker-Hom√∂opathie“ – das l√§uft irgendwie alles als „Hom√∂opathie“.

 

Arzneimittel werden in Apotheken „aufgeschwungen“

 

In den Apotheken steht ein radionisches Ger√§t MARS-III oder sonst eine Bioresonanz-Maschine, die hom√∂opathischen Mittel werden nun dort „elektronisch erzeugt“, wohl mit der entsprechenden Wirkung!

 

Ich habe interessenshalber einen Kurs in Radionik absolviert und es wurde dort oftmals erw√§hnt, dass Apotheken vermehrt √ľber dieses Zufallszahlen-Generator-Ger√§t ihre Globuli aufschwingen. Dies wird in den Kursen dort ¬†quasi als Referenz f√ľr die G√ľte dieser Ger√§te behauptet .

F√ľr die Apotheken rechnet sich dies jedenfalls, da sie nun ALLE Arzneien in ALLEN Potenzen (scheinbar) vorr√§tig haben und dies auf billige leere Globuli aufschwingen k√∂nnen.

Ob diese nun auch wirken, hat niemand jemals getestet.

Die Radionik wirkt √ľber ein gutes Beratungs-Gespr√§ch. Hier werden sicherlich umfassende Selbsterkenntnis-Muster und entsprechendes Reframing initiiert – ich will die Wirksamkeit der Radionik gar nicht abschw√§chen, diese liegt wohl gut vergleichbar mit der reinen Mind-Hom√∂opathie.

 

 

Homöopathen, die nur Mentals behandeln, schwächen Möglichkeiten der Homöopathie ab

 

Die Mind-Fraktion der Hom√∂opathen stellt (gem√§√ü der B√ľcher und Fortbildungen) die 80% Mehrheit dar und hat mit ihren Fokussierungs-√úbungen[1], Discreierungen[2] oder SEE/GAPS-Core Techniken[3] eine nicht unbetr√§chtliche Heilungs- und Verbesserungsm√∂glichkeit bei Lebensthemen in der Hand, mit m√§√üigem Erfolg bei k√∂rperlichen Erkrankungen[4], d.h. selbst die ausgebildeten Hom√∂opathen reduzieren ihre M√∂glichkeiten auf die Mittelalter-Schicht mit Lebensthemen.

 

1) Psychotherapeutische Techniken sind hochwirksam

Es gibt psychotherapeutische Techniken mit hoher Wirksamkeit, die noch nicht Allgemeingut sind.

Auch die etablierte Psychotherapie hat ihre eigene Geschwindigkeit, mit der sie neue Methoden integriert.

Die Sankaran-Anamnese finde ich eine hervorragende psychotherapeutische Technik. Diese ist seit den 70er Jahren bekannt und firmiert unter dem Namen „Fokussing„.

Erstverschlechterung durch Gesprächs-Therapie?

Ich hatte vor Jahren eine Patienten entlassen mit dem Satz „das Problem haben wir verstanden und rausgearbeitet, nur kenn ich keine Arznei daf√ľr. Ich werde die Sankaran-B√ľcher danach durchsuchen, kommen sie bitte in einigen Wochen wieder und lassen sie einfach das Gespr√§ch wirken„.

Nach einigen Wochen erzählte sie mir, wie fantastisch ihr die Behandlung geholfen hatte:

Nach einer fast einwöchigen Phase der Erstverschlechterung mit Ausscheidungsreaktion (wurde krank, hatte Durchfall) geht es ihr mit all ihren Problemen körperlicher und seelischer Natur jetzt viel besser.

Cool. Nur hab ich ihr keine Arznei gegeben, nur eine Anamnese-Technik verwendet, bei der man immer wieder das Gef√ľhl und die K√∂rperwahrnehmung hinterfragt.

Fokussing als Anamnese-Tool

Die Vorgehensweise im Fokussing „wo sp√ľren Sie denn diese Emotion im K√∂rper“ – „wie f√ľhlt sich das genau an“ – „kennen Sie dieses Gef√ľhl von woanders, z.B. von fr√ľher her …“

Diese Anamnesetechnik ist sehr hilfreich, bringt sie doch den Patienten sehr rasch durch ev. Verdrängungs-Schichten zum Primär-Konflikt, der sein aktuelles Problem (mit) auslöst.

Ich habe damit in der Anamnese oft schnelle Einblicke gewinnen können.

Nun, da ich diese spezielle Fragetechnik (inspiriert von Sankaran) selber entwickelt habe, dachte ich schon ganz stolz, ich hätte eine wirklich gute neue, effektive Technik entwickelt.

Bis ich ein Buch √ľber Fokussing in die Hand bekam und sah, dass ziemlich genau diese Technik hier beschrieben war, ich glaube mich erinnern zu k√∂nnen, dass der Hinweis darauf sogar von Sankaran stammt, der damit zeigte, wo er seine Anamnese-Technik her hat.

Diese Anamnese-Heilungs-Technik hat nat√ľrlich auch ihre ¬†Grenzen: v.a. bei Pathologien und schweren Pathologien.

2) Mind-Hom√∂opathen in der BRD haben wenig „Pathologien“

ein bekannter Hom√∂opath, Buchautor und Lehrer, HP in der BRD, erz√§hlte mir in einer Pause eines Seminares (von K.J.M√ľller): „eigentlich behandeln wir alle in meinem Arbeitskreis keine richtigen Pathologien oder schwere Krankheiten. Wir behandeln eigentlich alle v.a. psychologische Probleme, Lebensthemen“.

Hierbei wieder der R√ľck-Verweis auf mein Statement eingangs, dass es ev. einen Unterschied in der Klientel von √Ąrzten und von HPs gibt.

3) bekannte Mind-Lehrer haben wenig „Pathologien“

Ein indischer Kollege mit gro√üer Erfahrung in der hom√∂opathischen Behandlung von schweren Krankheiten erz√§hlte mir privat, dass ein anderer bekannter Hom√∂opath mit einer eigener Hom√∂opathie-Methodik (Schwerpunkt Psychologie) bei ihm angefragt h√§tte, ob er – der Kliniker – ihm – dem Psychologen – ¬†nicht einige F√§lle mit richtiger Pathologie zur Verf√ľgung stellen k√∂nnte,

denn er – der psychologisierende Hom√∂opath – m√ľsste ein Seminar in England abhalten und dort w√ľrden die einheimischen Hom√∂opathen sehr hoffen, dass er ihnen F√§lle mit Heilungen von richtigen Patholgien zeigen k√∂nnte, die er – der psychologisierende Hom√∂opath – bei seiner Methodik jedoch nicht h√§tte.

Die Engl√§nder br√§uchten diese F√§lle, da sie so einer heftigen Verfolgung von offizieller Seite ausgesetzt seien und Argumente f√ľr die Rechtfertigung einer eigenst√§ndigen Heilungs-Methode br√§uchten, die diese Methode √ľber die normale Psychotherapie bzw. Gespr√§chstherapie hinaus rechtfertigt, was angesichts der aktuellen Studien nicht sicher argumentiert werden kann.

Dies alles bedeutet zusammenfassend

1) Anamnesetechniken können hohe Wirksamkeit haben mit echt kurativem Effekt, inkl. Ausscheidungs-Reaktion und Erstverschlechterung

2) viele bekannte lokale Homöopathen hier bei uns behandeln v.a. emotionale Probleme und wenig Pathologien.

3) bestimmte Schulen behandeln mit differenzierter Anamnesetechnik oft sehr erfolgreich psychologische Probleme und damit zusammenh√§ngende funktionelle St√∂rungen, haben jedoch nur wenige F√§lle f√ľr schwere Pathologien oder erfolgreiche Akutbehandlungen.

¬†Daraus mag man mir kein „Bashing“ der Mind-Hom√∂opathie ableiten! ¬†Tats√§chlich bin ich durch meine Biografie der √úberzeugung, dass wir das gesamte Spektrum beherrschen m√ľssen, um der ganzen Bandbreite an Patienten-Problemen gerecht zu werden.¬†

Wer heilt hat Recht, aber Рwir können nicht beweisen, dass wir bei unseren tollen Anamnesen mit unseren Globuli heilen?!

 

Studien scheitern

 

Studien, die uns gleich oder sogar unter der Plazebo-Wirkung einordnen, entsprechen hier wohl der Realit√§t, auch wenn meine eigene Praxis t√§glich das Gegenteil zeigt. Als „klassischer Hom√∂opath“ bin ich im Konzert aller Anbieter wohl mittlerweile eine kleine Minderheit und kann mit meiner zeitintensiven T√§tigkeit nat√ľrlich auch nur wenig abdecken!

Das soll hei√üen: Wenn wir heilungstechnisch mit guter und wirkungsvoller Anamnese punkten, haben wir nat√ľrlich genau dieselben Effekte mit Placebo oder Verum-K√ľgelchen, denn die Anamnese ist ja das wirkungsvolle Medium.

Ich habe weiter oben „bewiesen“, dass Anamnesen sehr machtvolle Instrumente sein k√∂nnen, dass es sogar dezidierte Psychotherapie-Techniken etabliert und bekannt gibt, die √§hnliche Therapie-Verfahren verwenden, wie sie in der Sankaran-Anamnese eingesetzt werden.

Wenn also die Anamnese wirkt, nicht das Globuli – haben wir bei Scheinmedikament und Verum denselben Effekt: einen sehr guten Effekt dank der sehr guten Anamnese.

Dies wird jedoch gegen uns verwendet, da wir nur zeigen, dass es nicht das Globulus ist, sondern „die Zuwendung“.

simple klinische Homöopathie hat nachweisbare Erfolge

im Gegensatz dazu die ganz einfache klinische Homöopathie der Banerjies:

20% Wunderheilungen, 20% stabiler Krankheitsverlauf bei Krebs mit einem Arzneimittel, welches nur Indikations-bezogen verwendet wird (quasi Schulmedizin mit homöopath. Mitteln), der alte Herr Banerji seht mit seinen 84 Jahren immer noch 350-400 Patienten pro Tag!

Pareeks Medizin hat bei Weitem nicht die intellektuelle G√ľte wie die komplexe Auswertung nach Spinedi oder die tiefsch√ľrfende Vorgehensweise nach Sankaran oder Scholten. Pareek arbeitet nach Boericke und Leitsymptomen mit ganz einfachen Verschreibungen. Am ehesten gleicht bei uns die Vithoulkas-Hom√∂opathie der Behandlungsweise von Alok Pareek, er kann jedoch 200 Leute pro Tag behandeln und hat nachweislich fantastische Erfolge.

 

Wie wird es angesichts der Verw√§sserung durch HP / Energetiker, des Nachwuchsmangels der √Ąrzte und klassischen Hom√∂opathen und der Pr√§valenz der Anamnese-Psychotherapie weitergehen?

 

All dies lässt mich tatsächlich skeptischer in die Zukunft der Homöopathie als ein Krankheits-Heilsystem blicken als noch vor einigen Jahren, die neue indische Renaissance der klinischen  Homöopathie (Vijayakar, Pareek, Banerji) sind hier vielleicht die Rettung? Nur, wie machen dies die Inder mit 200-400 Leuten pro Tag?!

Dar√ľber – √ľber die M√∂glichkeiten und Grenzen der Inder – werde ich berichten, wenn ich von Pareek zur√ľckgekehrt bin.

Die Mitteilungen von Kollegen, die in der Praxis von Vijayakar waren (Kirsten Hill, Erika Rau) und von Farok Master (Jeff Duncan) waren eher ern√ľchternd.

Was uns hier her√ľben als unglaubliche Heilungen am Laufband pr√§sentiert wird, ist nicht die Regel, sondern – wie auch bei uns – nur ein gewisser Teil des Alltages, dass es eben auch viele Fehlverschreibungen gibt und vieles sehr einfach und sehr oberfl√§chlich abl√§uft.

Bei dem Inder, der bei uns und weltweit am meisten bekannt ist, gibts noch viel mehr Abweichungen zwischen Sein und Wirklichkeit, berichten immer wieder Kollegen.

Tatsächlich aber haben die indischen Kollegen einen Vorteil, den wir hier nicht haben: Patienten folgen zu 100% und bleiben jahrelang geduldig treu, man hat lange und viele Anamnese-Termine Zeit Mittel auszuprobieren.

Eine Kollegin, die in Ayuveda in Indien ausgebildet wurde, erz√§hlte, dass es in Indien eben auch normal ist, dass ein Patient laut seinem Ayuveda-Arzt z.B. ein Jahr lang nur und ausschlie√ülich Kamelmilch isst und trinkt, um seine Hepatitis zu kurieren. Wenn nach einem halben Jahr immer noch Hepatitis da ist, der Behandler sagt „weitertrinken“, dann wird weiterhin nur und ausschlie√ülich Kamelmilch getrunken.

 

Die Homöopathie-Konkret kommt nicht aus den finanziellen Turbulenzen heraus

HK Homöopathie Konkret
Hom√∂opathie Konkret – Autoren-Zeitschrift f√ľr die PRAXIS der Hom√∂opathie. Schulen-unabh√§ngigArzt & HP. Alles was in der Praxis funktioniert hat Platz und soll mitgeteilt werden.

Wir sind als Autoren-Zeitschrift kein Verlag, sondern eine Gruppe von engagierten klassischen Homöopathen, die gemeinsam Рmit ihren beitragenden Lesern Рeine Zeitschrift rausbringen. Wir haben keinen finanziellen Hintergrund, keine Industrie, kein Buchgeschäft, welches querfinanziert.

Und obwohl wir alle gratis arbeitensind wir nicht lebensfähig unter 1000 Abos,

und selbst jetzt, im 5. Jahr sind wir stabil bei 850 Abos.

 

Es kommen st√§ndig neue Abos, aber andere k√ľndigen – wieso – siehe weiter unten.

Wir alle haben gehofft, dass wir bald die 2000 oder 3000 Subkribenten haben, wie es Kirsten Hill von ihren fr√ľheren Zeitschriften-Projekten kannte.

Deswegen – weil wir alle als Praktiker in der Ordination arbeiten, weil es keinen hauptberuflichen Herausgeber / Verleger / Chefredakteur / Lektor / Sekret√§rin usw…. gibt –

gibt es keinen Fortschritt bei der Website, keinen Newsletter, nicht die von uns geplanten Erweiterungen und Internet-Angebote, um uns alle besser auszutauschen und zu vernetzen,

einfach weil wir uns das alles derzeit nicht leisten können Рgeschweige denn,

dass sich Kirsten mal ein Gehalt auszahlt f√ľr ihre fast 100% Arbeit oder die Autoren ein kleines Honorar bekommen.

 

Mittlerweile bekommen wir regelm√§√üig K√ľndigungen mit dem Hinweis „ich kann es mir leider nicht mehr leisten“.

Wieso können sich die Leute die Homöopathie-Konkret nicht mehr leisten

Alternative Fortbildungsm√∂glichkeiten v.a. im Internet, neue Zeitschrift „Spektrum“ des Narayana Verlages, Hinwendung der Heilpraktiker Hom√∂opathie v.a. auf die Anamnese-Techniken mit weniger interesse an klinischer klassischer Hom√∂opathie.

Hauptgrund ist jedoch ein anderer

die Kollegen haben kein GeldPatienten gehen viel seltener zum Homöopathen wegen

1) der Negativ-Werbung des Systems

2) der Verw√§sserung durch viele andere Anbieter, die auch mit hom√∂opathischen Mitteln arbeiten und f√ľr Patienten nicht unterscheidbar sind

3) der zunehmenden Wirtschafts-Krise, sodass Patienten sich private Therapien mit fraglichem Ergebnis nicht mehr leisten wollen

4) ev. auch mehr Homöopathen? Weiß ich aber nicht, wenn die Ausbildungen und Fortbildungen immer leerer werden.

 

ein besonders ber√ľhrendes Beispiel f√ľr diesen Umstand ist folgende E-Mail, die uns erreichte, und die ich v√∂llig neutralisiert und um pers√∂nliche Angaben bereinigt zeigen m√∂chte (Erlaubnis wurde von Autorin eingeholt)

Email √ľber finanzielle Probleme einer engagierten Hom√∂opathin

Liebe Frau Hill,

herzlichen Dank f√ľr die letzte Zeitschrift, die wie immer ein sehr praktisches Hilfsmittel f√ľr den Alltag geworden ist. Da ich wei√ü, wie wichtig R√ľckmeldungen bzgl. der eigenen Arbeit sind, m√∂chte ich an dieser Stelle einmal DANKE sagen und etwas ausf√ľhrlicher auf die letzte Einleitung in der Hom√∂opathie-Konkret eingehen.

Damit Sie wissen, wovon hier die Rede ist ‚Äď kurz vorab ein paar erkl√§rende Worte zu meiner Stellung als Hom√∂opathin/ Heilpraktikerin.

Ich habe meine Praxis seit nunmehr 4 Jahren ‚Äď obwohl ich nach wie vor nie davon leben k√∂nnte. Ich finanzierte und finanziere die Praxis √ľber eine zweite Selbst√§ndigkeit als xxx, die anfangs enorm gut lief und nunmehr , da immer mehr Anbieter mit z.T. skurrilen Preisen auf den Markt r√ľcken, auch umsatzr√ľckl√§ufig ist.

Um irgendwie die Kosten zu schultern musste ich schweren Herzens immer irgendwo streichen, so dass ich, um zu √ľberleben, nun aus dem XXX ¬†ausgetreten bin, in 6 Wochen noch einmal in eine preisg√ľnstigere Praxis umziehe und ‚Äď nun komme ich auch zum Punkt ‚Äď so gut wie keine Fortbildungen mehr besucht habe. Das waren am Anfang noch bis fast 8-10 Fortbildungen im Jahr, die ich besucht habe, und die mir immer sehr viel neues Wissen gegeben haben ‚Äď nicht zu vergessen den Austausch mit Kollegen. Dabei bin ich ‚Äď wie ich wei√ü ‚Äď nicht allein und in vielen Gespr√§chen mit jungen Kolleginnen und Kollegen wurde mir bewusst, dass es nach wie vor kein Desinteresse oder mangelndes Brennen f√ľr die Hom√∂opathie ist sondern schlichtweg der enorme Kostendruck, der uns von Seminaren zur√ľck h√§lt und damit nat√ľrlich auch mangelnde ‚ÄěKompetenz‚Äú.

Zumindest f√ľr mich muss ich zugeben, dass ich mit reinem Lesen nicht ann√§hernd so viel gelernt h√§tte, wie in den Seminaren. Und dabei bin ich bei Punkt zwei. Ich habe es auf Grund meiner anf√§nglich gut laufenden Zweit-Selbst√§ndigkeit geschafft, mir ein umfangreiches Repertoire an B√ľchern zuzulegen, deren Wert weit das √ľbertrifft, was ich in 4 Jahren mit der Praxis erwirtschaftet habe.

….. ¬† Aber ehrlich gesagt, dauert es heute eben nicht 2-3 Jahre bis eine Praxis l√§uft sondern realistisch eher 8-10 Jahre.

Ich habe jetzt ….. gegr√ľndet, der … ¬†dem Erfahrungsaustausch dient. Nat√ľrlich sind wir alles Anf√§nger, aber es ist die preisg√ľnstigste Methode des Wissensaustausches. Wir w√ľrden uns nat√ľrlich auch √ľber weitere Kollegen und Kolleginnen freuen, solange das Zusammentreffen gepr√§gt ist von gegenseitigen Geben und Nehmen.

Ich habe auch √∂fter dar√ľber nachgedacht, Ihnen einige Praxissplitter zu schicken, denn von den gut 100 Patienten die es momentan (leider ;-)) erst sind, sind doch zwischen 80 bis 90% der F√§lle sehr gut und sehr erstaunlich gelaufen.

Dennoch fehlt mir hierzu der Mut wenn ich sehe und lese, mit wie viel Erfahrung andere Kollegen und Kolleginnen aufwarten und bin deshalb weiterhin nur stiller Mitleser.

Liebe Frau Hill, ich hoffe trotzdem, dass ich finanziell weiter durchhalte und möchte hiermit noch mal zum Ausdruck bringen, wie wichtig deshalb die Homöopathie-Konkret ist.

Bitte sehen Sie mir deshalb die ‚ÄěKosten-N√∂rgelei‚Äú etwas nach. Ich m√∂chte nur damit sagen, dass es ‚Äěuns‚Äú gibt (Neulinge, Junge usw.) und welche Gr√ľnde es aus meiner Sicht gibt, dass wir nicht so aktiv in Erscheinung treten (k√∂nnen).

Liebe Gr√ľ√üe und alles Gute

Wir bekommen monatlich mehrere √§hnlich lautende E-Mails! K√ľndigungen erfolgen in der Regel mit Wehmut aus „finanziellen Gr√ľnden“ unter Dank f√ľr unser Engagement als Autoren.

 

Hom√∂opathie Konkret kommt nicht nach √Ėsterreich

√Ėsterreich bleibt wei√ü

Jedenfalls gelingt es uns als HK-Zeitschrift nicht, in √Ėsterreich Fu√ü zu fassen. Die meisten meiner Kollegen hier kennen uns gar nicht. Was eigentlich noch schlimmer ist: Keiner ist interessiert uns kennenzulernen oder beizutragen. Allerorts herrscht ein Klima des R√ľckzugs auf das bereits Erreichte und die Resignation. Die unbegrenzte Begeisterung mit dem festen Willen, sich alles anzueignen, was nur m√∂glich ist und „der Welt einen Haxn auszurei√üen“ ‚Äď wie wir es als Studenten hatten ‚Äď ist kaum mehr sp√ľrbar, das Establishment ist mit dem aktuellen Zustand zufrieden und die Neuen bleiben aus, die Studenten und Youngsters sind anders als wir damals waren!

 

Die HK hat in √Ėsterreich wenige Abonnenten. Wir haben zahlreiche Gratis-Exemplare an die Gesellschaften gesendet (tats√§chlich sind diese NICHT GRATIS, denn die habe ich alle aus meiner privat-Tasche bezahlt) und zuerst f√ľr 2 Jahre lang keine Antwort bekommen.

Schlie√ülich waren einige Abos daraus, die dann alle wieder gek√ľndigt wurden (Info: Kirsten Hill).

Wesentliche Proponenten der √Ė-Gesellschaften kannten uns als Zeitschrift nicht (Gespr√§ch beim Pareek Seminar).

Mehrfaches Anschreiben der „gro√üen √Ėsterreichischen klassischen Hom√∂opathen“ ¬†hinsichtlich Mitarbeit, z.B. ein kleiner Praxis-Splitter, wurde jedesmal abschl√§gig beantwortet, die Kollegen in √Ėsterreich haben alle keine Zeit oder keine Lust, oder arbeiten f√ľr Zeitschriften.

Mir ist auch klar, dass wir als HK durchaus Artikel mit wechselnder Qualit√§t bringen, jedoch m√ľssen wir auch wachsen d√ľrfen und jeder kann beitragen!¬†

Da wir in √Ėsterreich eine Gruppe von sehr engagierten klassisch hom√∂opathischen √Ąrzten ¬†haben (HP gibt es offiziell nicht, siehe oben Abschnitt Energetiker), die jetzt um 40-50 Jahre alt ist und so schon gut 10-15 Jahre in der hom√∂opathie-Praxis sind,

w√§re √Ėsterreich logischer Ansprechpartner einer Menge von klassischen Hom√∂opathen mit guter Ausbildung und gro√üer klinischer Erfahrung, wichtig f√ľr den Zusammenschluss und gemeinsames Auftreten, f√ľr welches ich die Hom√∂opathie KONKRET pr√§destiniert sehe (da es keine andere klassische praxisorientierte Hom√∂opathie-Zeitschrift am Markt gibt).

Die HK sollte – mein Wunsch und mein Beitrag – hier ein wichtiger Punkt des Zusammenschlusses und der Diskussion sein.

 


 

Wieso ist es so wichtig, dass wir uns zusammenschließen

Nun gut, Kollegen. Bitte seht meine Worte als „Versuch aufzur√ľtteln“. Keiner da drau√üen ist an uns interessiert, au√üer wir selber und einige Patienten. Wenn wir nicht die Fahne tragen, wenn WIR SELBER nicht die Studien bringen, t√§glich den Beweis abliefern, uns vernetzen, uns verdichten, unsere Methodik verbessern und die M√∂glichkeiten vertiefen und beschleunigen ‚Äď wird es keiner tun!

Daher: Bitte verschenkt ein Abo an Kollegen und Freunde, bitte schreibt eure Splitter!

 

Heli O Retzek, Vöcklabruck 2013

 

Es ist enorm wichtig, dass wir als Front nach außen auftreten

um uns gegen Para-Homöopathie abzugrenzen:

  • Pendler,
  • Vitalfeld-Hom√∂opathen,
  • Body-Talk-Tanten,
  • Kinesiologischer Arzneimitteltestung
  • alles aus dem Energetiker-Bereich – usw. usf.

Wieso ist die Abgrenzung so wichtig

um der offenen Feindschaft eines vermutlich korrupten Pharma-Systems entgegenzutreten, welches uns zunehmend mehr und mehr in die Enge drängt und uns Praktikern keine  Chance gibt:

  • wir haben weder Ausbildung noch Tools um „zu forschen“, wir sind alles nur „Praktiker“
  • wir haben weder Ausbildung noch F√§higkeit, in der akzeptierten Sprache des etablierten Medizin-Systems zu publizieren
  • wir haben keine M√∂glichkeit, au√üerhalb der Hom√∂opathie-Zeitschriften zu publizieren, normale Med-Journals akzeptieren keine Hom√∂opathie-Reports
  • Artikel und Reportagen in au√üerhom√∂opathischen Medien werden zensiert und gebeugt¬† (siehe mein Kommentar zum Bericht des BR) bis an die Grenzen des Betruges
  • es wird schlichtweg gelogen (siehe Artikelserie von Prof. Walach √ľber Edzar Ernst¬†– unbedingt lesen!)
  • wir unterliegen einem gro√üen bezahlten Meinungsmarketing, welches vermutlich zentral gesteuert wird.
  • das bezahlte Meinungsmarketing bedient sich publicity-s√ľchtiger andienender Wissenschaftler, die unsere mangelnde Ausbildung in Wissenschaftsfragen benutzen, um ohne jede Ahnung √ľber die¬†Schwierigkeiten der Wissenschafts-Thematik von Life-Sciene-Themen Ego-Punkte in TV und anderen Medien sammmeln.

 

Typisches Meinungsmarketing gegen Homöopathie

in √Ėsterreich im April gelaufene TV-Comedy gegen Hom√∂opathie zeigt, was so l√§uft

http://youtu.be/gAntz0S1oAs

 

Regelmäßige Kampagnen mit hohem Auflagewert

gesicherte Auflage im TV, allen Zeitschriften usw. erleben die Kampagnen „nix drin, nix dran“ – bei denen Skeptiker vor TV-Kamera ein ganzes Fl√§schchen voller Phos. C30 oder Ars. C30 einnehmen.

z.B. April 2013 in Wien¬†– hier ein Blogbericht dr√ľber mit einem TV-Bericht Youtube verlinkt

 

Religonskriegerisch anmutender Kampf gegen Homöopathie

Die vielen publizierten Phänomene werden von den Kritikern nicht nachkontrolliert, sondern es herrscht ein harscher Ton mit hohem Glaubensfaktor. Man möge sich nur die Töne der Diskussionsbeiträge im Blogbericht eines öffentlichen Homöopathiekritikers durchlesen.

Hier ist klar: Man kann mit Studien, Phänomenen, Fallberichten usw. kommen, wie man will, man wird keine Chance haben, auch nur Interesse zu erwecken.

 

Zeitungsartikel vermutlich bezahlt

Profil Artikel gegen Homöopathie Рheftige Stimmungsmache

Typischer Artikel im gr√∂√üten Nachrichtenmagazin in √Ėsterreich: Bernd Ehgartner macht Meinungsartikel¬†im Profil. Das Profil entspricht dem deutschen Spiegel: zumeist seri√∂se Berichterstattung – denkt man sich – bis man selber Ziel eines Artikels ist (habe ich schon √∂fters geh√∂rt). Das Profil hat 2012 zwei gro√üe Leitartikel gegen die Hom√∂opathie publiziert. Der oben verlinkte Artikel ist ein klassischer gekaufter Meinungs-Marketing-Artikel: Plazebo, Abzocke, Betrug wird immer wieder zitiert.
 

Spiegel – multiple Artikel √ľber „Tod der Hom√∂opathie“

Der Spiegel macht sich häufig und reichlich zum Sprachrohr der Kritiker der Homöopathie

 

All dies sollte klarmachen, dass wir keine Überlebens-Chance haben werden, wenn wir uns nicht alle zusammenschließen und Argumente und Daten sammeln.

 

Abschließend

Liebe Kollegen, ich habe eine Menge an Infos hier bei mir gesammelt. Pro & Contra Hom√∂opathie, Pro und Contra Schumedizin, auch Info √ľber Hintergr√ľnde des Meinungsmarketings. Dies findet ihr auf meiner Homepage unter Titeln wie „Hom√∂opathie-Kritik“ oder „Pharma-Kritik“ usw., es gibt so viele Seiten dazu, dass ich dies hier nicht verlinken will. St√∂bert einfach ein wenig rum auf meiner Homepage, ein guter Einstieg sind die Hom√∂opathie-Seiten.

 

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Anmeldung zum Homöopathie-Newsletter von Heli Retzek

[wpmlsubscribe type=“list“ id=“4″] [/fancy_box]

 

Bitte schaut euch gerne bei mir auf der Homepage um.

Hom√∂opathie Konkret - Zeitschrift f√ľr die Praxis der klassischen Hom√∂opathie
Hom√∂opathie Konkret – Zeitschrift f√ľr die Praxis der klassischen Hom√∂opathie

Und bitte vergesst nicht

empfehlt und abonniert bitte unsere gemeinsame Zeitschrift, die Homöopathie Konkret

 

Nachfolgender Vorschlag muss noch von Kirsten genehmigt werden, ich habe die nachfolgenden Zeilen hier versuchsweise reingestellt. Dieses „Angebot“ ist daher noch nicht g√ľltig!

Kirsten hat f√ľr die Zeitdauer von 21. Mai bis 31. Mai f√ľr die Leser dieses Editorials ein Special eingerichtet:

Bestellung √ľber diese Weblinks

1 Jahre NEU-Abo Homöopathie-Konkret, ab Ausgabe 1/13 

10% Rabatt

2 Jahre NEU-Abo Homöopathie-Konkret, ab Ausgabe 1/13

15% Rabatt

3 Jahre NEU-Abo Homöopathie-Konkret, ab Ausgabe 1/13

20% Rabatt

Leider können wir nicht mehr Rabatt geben, da Рwie ich weiter oben klar beschreibe Рdie Zeitschrift noch nicht ausgeglichen bilanziert und uns dazu noch 200-300 Abonnenten fehlen.

 

liebe Gr√ľ√üe

 

Heli Retzek

 

[1] Fokussing, eigene psychotherapeutische Technik, in der durch Konzentration auf die physische Repräsentanz einer emotionalen Störung deren Hintergrund leichter erhoben werden kann

[2] Dis-Creation: eine psychotherapeutische Technik aus der Schule „Avatar“ von Harry Palmer, √§hnlich dem Fokussing werden St√∂rungen und Probleme als eigenst√§ndiges mentales Thema wahrgenommen und durch bestimmte Techniken „aufgel√∂st“ und so ihrer Energie und des Einflusses auf das Tagesbewusstsein beraubt.

[3] Tom Stone, ein US-Kinesiologe, entwickelte aus eigener Erfahrung ‚Äď wurde Opfer eines Mord-Anschlages und litt heftig an PTSS – zwei Mind-Techniken, mit denen prompt, einfach und effektiv teils sehr langdauernde Einschr√§nkungen und St√∂rungen aufgel√∂st werden k√∂nnen, √§hnlich dem Dis-Creieren von Harry Palmer.

[4] wie ich aus erster Hand erfahren habe, hat selbst Sankaran keine F√§lle von ernster oder schwerer k√∂rperlicher Pathologie zur Verf√ľgung.¬†

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Arzt f√ľr Allgemeinmedizin,¬†multiple pr√§ventivmedizinische, schulmedizinische und komplement√§re¬†Zusatzausbildungen.¬†

Wissenschaftliche Arbeit und Forschungs-Beiträge. Zahlreiche Artikel und Vorträge. 

Umfangreiche Recherchen¬†in der aktuellen medizinischen Forschung zum Zweck der Selbst-Weiterbildung und als Ged√§chtnis-St√ľtze. ¬†

Mässige Legasthenie, daher Rechtschreib- und Beistrichfehler, bitte nicht kommentieren, wer es nicht aushält bitte einfach nicht lesen
- Dr. Retzek's Youtube - Kanal mit Testimonials usw.
- neue Einträge abonnieren --> im Footer der Seite

√Ąrztekammer Disclaimer

√Ąrztekammmer Disclaimer

die Ober√∂sterreichische √Ąrztekammer moniert weite Teile diese Website als „aufdringlich, marktschreierisch und beim Laien den Eindruck medizinischer Exklusivit√§t erweckend“.

Dies ist keinesfalls beabsichtigt, die Website ist ein absichtsloses Weiterbildungsmedium von Dr. Retzek, der seine wissenschaftlichen Pubmed-Recherchen hier mit √§rztlichen Kollegen unentgeltlich teilt, wof√ľr Dr. Retzek von vielen Kollegen aus dem In- und Ausland regelm√§ssig Anerkennung ausgesprochen bekommt.

Dass Wissenschaftsrecherchen und Studien „das Standesansehen der √Ąrzte“ verletzen k√∂nnte, war Dr. Retzek nicht bewusst, er bedauert dies zutiefst und entschuldigt sich bei den betroffenen Kollegen.

 

5 Kommentare

  1. Lieber Heli,
    danke f√ľr diese ausf√ľhrliche Beschreibung und Ausarbeitung.
    Ich stimme dir weitgehend zu.
    Die Aufschreie nach Vereinigung, Zusammenstehen, klaren Grenzen zur Verwässerung der Homöopathie gibt es ja zur Zeit zunehmend.
    Doch was konkret ist zu tun?
    Wieviele bleiben √ľbrig, wenn du Hom√∂opathen, die nur psychisch arbeiten abziehst?
    Wo fangen wir an? In den eigenen Reihen- ohne fanatisch zu werden?
    Jeder f√ľr sich?
    Sowohl unsere Verbände als auch viele Homöopathen sind untereinander so verstritten, das die Aufräumarbeiten Jahre dauern werden!
    Ich lebe seit 5 Jahren in Hamburg, dort bauen wir eine Kollegengruppe auf. Wir organisieren Vorträge und sind froh, wenn wir die (kostenlos) zum laufen bekommen.
    Ich bin 24 Jahre Hom√∂opathin, hatte eine gut laufende Praxis und verf√ľge √ľber viel Erfahrung. Ich bin vor 5 Jahren hier her gezogen. Seit 3 Jahren versuche ich die Praxis zu Laufen zu bekommen. Sehr z√§h. Alle Hamburger wissen was Hom√∂opathie ist! Haben schon Globuli vom Apotheker, der Heilerin und dem Lebensberater bekommen- hat auch nichts gen√ľtzt. das ich was anderes mache unter dem gleichem Namen, kann ich kaum jemand hier klar machen. Zumal es bei mir auch noch mehr kostet wie bei der Wellnessberaterin.
    Viele glauben, man mu√ü nur gut sein. Ich bin nicht schlechter geworden. Habe mich in meinen 2 „Freijahren “ noch weiter fortgebildet, habe ein praktisches und wirtschaftliches Wissen √ľber Praxisf√ľhrung, denn ich habe 20 Jahre von meiner Praxis gelebt!
    Immer wieder frage ich mich: was ist der nächste Schritt? Was genau haben wir (ich ) zu tun?
    Danke f√ľr diesen sehr anregenden Artikel.
    Alles Gute f√ľr dich
    und kollegiale Gr√ľ√üe
    Claudia Fröhlich

  2. Lieber Heli,
    Danke f√ľr deine riesige Recherche-Arbeit auf deiner Website, sie erspart mir viel Arbeit/Zeit und hilft zudem vieler meiner Informations-suchenden Patienten.
    Danke auch f√ľr die Zusammenfassung des kritischen, ja dramatischen Zustandes in dem sich die Hom√∂opathie in Europa befindet.
    Da ich als Ausbilder ja viel rumkomme (> 15 Seminare/Jahr) und viel Kontakt zu diversen Schulleitern, anderen Dozenten etc. habe, von denen wieder viel erfahre, kann ich deine Beschreibung nur bestätigen.

    Die wesentlichen Punkte der „Krise“ in meinen Worten nochmals formuliert:
    – Nachwuchsmangel (√Ąrzte d√ľrfen z.B. heute ihre Hom.ausbildung erst NACH der Facharzt (!)-Ausbildung beginnen).
    – Die Verwirrung vieler Kollegen/innen durch den bunten Strau√ü an verschiedenen Meinungen/Glaubensrichtungen; gleichzeitig keine Instanz oder Autorit√§t, welche eine Grenzziehung zwischen hahnemannischer/bodenst√§ndiger und ‚moderner’/spekulativer Hom√∂opathie macht. Damit ist alles im Namen der ‚Toleranz‘ erlaubt, mit der Folge das die geschicktesten Blender – wie Sankaran – ohne eigene Erfolge in schweren Pathologien sich trotzdem gut verkaufen k√∂nnen.
    – Die Dominanz des Narayana-Verlages, der mit fragw√ľrdigen Methoden in Richtung eines Monopols arbeitet und zudem prim√§r die spekulative Psychohom√∂opathie f√∂rdert.
    – Die z.T. ungen√ľgende Qualit√§t der Hom.-Ausbildung (z.B. studentischer Arbeitskreise an den Universit√§ten); auch die in Deutschland erarbeiteten ‚Quali-Richtlinien‘ wurden ja zunehmend verw√§ssert, um m√∂glichst viele Kollegen qualifizieren zu k√∂nnen.
    РDer von dir beschriebene Boom der Laien-Homöopathie (dank Internet und diverser Laien-Ratgeber).
    РEine wirtschaftliche Krise in Europa, welche die relativ zeitintensive und damit teure Homöopathie benachteiligt.
    РDer rastlose, konsumorientierte, auf schnelle Ergebnisse fixierte Zeitgeist, welcher eine so nachhaltige bzw. langfristig orientierte Therapie wie die Homöopathie nicht mehr wertschätzen kann.
    РDie Entscheidung der Pharma-Lobby die Homöopathie nicht mehr zu tolerieren, sondern sie aktiv Рmit Hilfe diverser Medizin-Journalisten Рzu bekämpfen und zu diskreditieren.

    Was ich dennoch sehe (ich kann nur √ľber Deutschland und die Schweiz reden) sind starke regionale Unterschiede. Es gibt Schulen und Dozenten, welche eine sehr gute und hochqualifizierte Aus- und Fortbildung anbieten. Sie k√∂nnen sich meist gut halten, haben zwar leichte R√ľckg√§nge, aber sind (noch?) nicht gef√§hrdet. Aber dann wieder dramatische Einbr√ľche, das reihenweise Nicht-Zustandekommen von Lehrg√§ngen und Seminaren, das finanzielle Scheitern von Seminarveranstaltern, der Konkurs diverser Buchh√§ndler…

    Daher hoffe ich, das dein Kommentar Kollegen/innen aufr√ľttelt mit noch mehr Entschlossenheit die hahnemannsche Hom√∂opathie zu verteidigen bzw. zu f√∂rdern (z.B. mit einem HK-Abo).

    Danke f√ľr dein Engagement, Roland Methner

  3. ein Kollege hat diesen Kommentar erstellt zum Thema, w√ľnscht aber namentlich nicht genannt zu werden. Danke dir vielmals lieber TG f√ľr diesen sehr offenen und engagierten Kommentar!

    Lieber Heli,

    ich hab die letzten Tage so viel √ľber Hom√∂opathie, Studien, Wissenschaftlichkeit, GWUP, Meinungsmache usw. gelesen und recherchiert, wie schon lange nicht mehr.
    Keine Ahnung, wie viele Stunden ich auf Deiner (sorry, aber recht chaotischen) Homepage zugebracht habe, auch heute wieder, von mittags bis jetzt nach 3 Uhr morgens.

    Viele gute Links und Videos, viele gute Beschreibungen komplexer Sachverhalte hab ich gefunden, viele Statements eines enthusiastischen und enorm engagierten Kollegen, Heli!

    Und wenn Du Рangesichts der zunehmenden Attacken gegen die Homöopathie und deren Vertreter Рmal polemisch wirst, sagst Du das selber gleich dazu.

    Die Erweiterung Deines Editorials zur aktuellen HK habe ich selbstverständlich auch gelesen. Und jetzt kam vor einigen Minuten die Aufforderung, unsere Erfahrungen mit der aktuellen Situation in der Homöopathie bitte als Kommentar dazu zu schreiben.

    Ich hab damit einen inneren Konflikt: einerseits mein starkes Bed√ľrfnis, eine klare Haltung zu zeigen, eindeutig Position zu beziehen und dabei m√∂glichst sachlich zu bleiben – andererseits der Wunsch, der Hom√∂opathie in der aktuellen √∂ffentlichen und meist negativen Berichterstattung nicht zus√§tzlich zu schaden, indem ich sozusagen einstimme ins Klagelied vieler Kollegen.

    Scham spielt dabei auch eine Rolle. Die Scham, nach inzwischen 15-j√§hriger Praxist√§tigkeit nicht oder kaum von meiner Arbeit leben zu k√∂nnen. Eine Arbeit, die ich mit ganzem pers√∂nlichen, fachlichen und professionellen Einsatz immer noch mit Freude aus√ľbe und mir keinen sch√∂neren Beruf vorstellen kann.

    Diese Scham ist auch der Grund, weshalb ich dieses Statement nicht unter meinem Namen ver√∂ffentlichen m√∂chte. Ich habe mir einen ganz guten deutschlandweiten Ruf in der Kollegenschaft und bei vielen Patienten erarbeitet und es w√§re mir peinlich, wenn das alle w√ľssten.

    In den 15 Jahren seit Gr√ľndung meiner Praxis gab es √∂fter Phasen, in denen es wirtschaftlich mal besser, aber insgesamt eher schlechter lief – trotz √ľberwiegend guter Behandlungserfolge – sodass ich mir ernsthafte Sorgen machen musste, wie ich es schaffen k√∂nnte, die Praxis und meinen Traumberuf trotzdem weiterzuf√ľhren.

    Über einige Jahre in der Anfangszeit hatte ich noch zusätzliche Jobs oder kleinere Aufgaben, die wenigstens ab und zu etwas die wirtschaftliche Not milderten. Seit einigen Jahren lebe ich nun ausschließlich von der Praxistätigkeit und quäle mich in der letzten Zeit zunehmend von Monat zu Monat.

    Die Gr√ľnde daf√ľr sind sicher multifaktorieller Art:

    ‚ÄĘ Zun√§chst habe ich die Gr√ľnde bei mir gesucht, denn ich habe noch nie zu den Kollegen geh√∂rt, die jeden Tag von morgens bis abends hintereinander Patienten hatten, also eine wirklich volle Praxis. Meine – durchaus defizit√§re – Ausbildung in Klinik und Hom√∂opathie habe ich durch den jahrelangen intensiven Besuch von hochwertigen Seminaren, Supervisionen, Untersuchungskursen und intensives Selbststudium versucht zu kompensieren, die Mindestanzahl an geforderten Fortbildungsstunden f√ľr meine Zertifizierung habe ich jedes Jahr um ein Vielfaches √ľbertroffen. Mit gewissem Erfolg: Ich wurde sicherer in Untersuchungen, in der Anamnesetechnik, im Fallverst√§ndnis, der Rubrikensuche, der Mittelkenntnis und meine Verschreibungssicherheit steigerte sich deutlich, die Erfolge nahmen stetig zu und ich kann auf viele zufriedene, deutlich gebesserte oder sogar geheilte Patienten – darunter auch welche mit schweren Pathologien – zur√ľckblicken. Ich erstelle saubere, nachvollziehbare und ehrliche Fall-Dokumentationen und hinterfrage kritisch meine Arbeit, wenn F√§lle nicht optimal laufen; ich habe in der Regel einen sehr guten Zugang zu meinen Patienten und es dominiert ein vertrauensvolles Verh√§ltnis. Dennoch – meine wirtschaftliche Situation √§nderte sich nur marginal.

    ‚ÄĘ In der Gro√üstadt, in der ich praktiziere, hat die Hom√∂opathie keinen so guten Ruf und selbstverst√§ndlichen Stellenwert wie beispielsweise in S√ľddeutschland. Es gibt hier an jeder Ecke esoterisch angehauchte Praxen, in denen eher eine Art experimenteller Behandlung mit potenzierten Mitteln angeboten wird, die mit den eigentlichen Wurzeln der Hom√∂opathie nur noch entfernt etwas gemein hat. In vielen Praxen werden Komplexmittel verschrieben, hom. Arzneien „ausgependelt“, manchmal injiziert, oder sonst ein Hokuspokus veranstaltet. Das schadet der Hom√∂opathie mehr als alle Gegner und fanatischen Skeptiker zusammen! Ich kenne durch meine Zusammenarbeit mit Kollegen und viele, viele Seminare und Supervisionen dennoch etliche Heilpraktiker-Kollegen, die klassisch hom√∂opathisch arbeiten – nur sehr wenige k√∂nnen tats√§chlich von ihrer Arbeit leben. (Bei den √§rztlichen Kollegen scheint es besser auszusehen.) Kaum jemand kann sich in der Situation auch noch eine Altersvorsorge leisten. Was das f√ľr unsere Zukunft bedeutet, mag ich mir gar nicht ausmalen.

    ‚ÄĘ Hinzu kommt: In dieser Gro√üstadt, in der ich lebe, haben die meisten Menschen ein unterdurchschnittliches Einkommen, was ihnen nur mit gr√∂√üter M√ľhe und/oder nur bei hohem pers√∂nlichen Leidensdruck durch die Krankheit (und wenn konventionelle Behandlungsmethoden nicht erfolgreich waren) √ľberhaupt erm√∂glicht, eine alternative private Therapie zu bezahlen, denn eine private Krankenverischerung haben die wenigsten hier. Dies wiederum f√ľhrt teilweise zu Dumping-Methoden bei den Behandlungshonoraren, weil sonst noch weniger Patienten kommen. (Auf die unterirdischen Erstattungss√§tze der meisten PKVen nach dem v√∂llig veralteten Geb√ľH aus den 70er Jahren will ich jetzt nicht eingehen.)

    ‚ÄĘ In dieser ohnehin schwierigen Situation erscheinen seit Jahren in sch√∂ner Regelm√§√üigkeit grottenschlecht recherchierte und oftmals rei√üerisch aufgemachte Berichterstattungen √ľber die angebliche Nutzlosigkeit der Hom√∂opathie. Selten gibt es – wie k√ľrzlich den Bericht des BR – Beitr√§ge, die unvoreingenommen informieren, ohne die noch offenen Fragen auszusparen (Du hast auf Deiner Homepage ja geschildert, mit wie vielen Schwierigkeiten dieser Bericht verkn√ľpft war). Der Tenor der allermeisten Berichterrstattungen ist gepr√§gt von Unkenntnis der Methode, L√§cherlichmachung ihrer Anwender und Nutzer, Warnungen vor den „Gefahren“ und einem Vokabular, das jedem seri√∂sen Journalismus zutiefst widerspricht. Dies bedeutet nicht, dass gesunde Skepsis nicht angebracht sei.

    Seri√∂se Therapeuten (ob √Ąrzte oder Heilpraktiker) sind in der Regel sehr wohl dialogf√§hig.
    Schwierigkeiten im Dialog gibt es logischerweise, wenn das Gegen√ľber sich gar nicht mit der Methode, √ľber die man sich austauschen will, besch√§ftigen m√∂chte, sondern sie nur bek√§mpfen und l√§cherlich machen will (√ľbrigens eins der stereotypen Verhaltensmuster der GWUP-Anh√§nger). Einer der Gr√ľnde k√∂nnte das sein, was Prof. Walach mal als Plausibilit√§tsbias sehr anschaulich beschrieben hat.

    Was die GWUP betrifft, habe ich einen sehr interessanten Artikel von einem Aussteiger gefunden. Der kennt die internen Strukturen am besten und hat sie so √ľberaus treffend beschrieben, dass es sich lohnt, den langen Text gr√ľndlich zu lesen.

    Innere Haltung, Wortwahl und Ziele der GWUP und deren Anh√§nger in der √Ėffentlichkeit sind recht leicht zu erkennen, wenn man sie einmal verstanden hat.

    In Anbetracht der (√ľberwiegend negativen) √∂ffentlichen Berichterstattungen der letzten Zeit √ľber Hom√∂opathie wundert mich allerdings, dass offenbar eine Menge Journalisten, Redaktionen, Presseagenturen etc. genau nach deren (GWUP-internen) Regeln agieren…und nicht erkennen, dass diese Organisation mehr von einer Sekte hat als von gesunder Skepsis oder irgendetwas, was auch nur entfernt mit wissenschaftlichem Denken und Handeln zu tun hat.

    Die Art dieser Berichterstattungen h√§ngt nach meinem Empfinden auch damit zusammen, dass einige Menschen, die das urspr√ľnglich wollten, nun davor zur√ľckschrecken, sich hom√∂opathisch behandeln zu lassen, noch dazu eigenfinanziert und noch dazu von einem Heilpraktiker.

    Wenn es √ľberhaupt positive √∂ffentliche Berichte f√ľr die Hom√∂opathie gibt, dann werden in der Regel hom√∂opathische √Ąrzte befragt, keine Heilpraktiker.

    (Irgendwie muss ich jetzt, da ich das schreibe, an das Interview mit Prof. J√ľtte zum Thema „Hom√∂opathie und Nationalsozialismus“ denken, der sinngem√§√ü sagte, j√ľdische hom√∂opathische √Ąrzte habe es in der Nazizeit nur wenige gegeben – Jude zu sein h√§tte als Au√üenseiterposition schon gereicht, dann auch noch Hom√∂opath…)

    Moment: Ich will hier weder Standesd√ľnkel thematisieren noch den Anschein erwecken, etwas gegen hom√∂opathische √Ąrzte sagen zu wollen oder gar HP mit Juden zu vergleichen. Ich kenne viele √§rztliche Kollegen und viele HP-Kollegen, die die Hom√∂opathie ganz gewissenhaft, lege artis und seri√∂s betreiben! Das, was uns verbindet, ist die tiefe Kenntnis dessen, was diese Methode – korrekt angewendet – in vielen F√§llen zu leisten vermag. Das Wissen, das Engagement und die Erfahrung beider Berufgsgruppen noch mehr zu b√ľndeln und gemeinsam mehr zu kooperieren, w√§re sicher eine lohnende Aufgabe f√ľr die Zukunft.

    Die nachvollziehbare Aufforderung von einigen meiner Kollegen, in diesen Zeiten derartiger Berichterstattungen und r√ľckl√§ufiger Patientenzahlen einfach gut, transparent und professionell weiterzuarbeiten, teile ich zwar rational und mache das auch – es √§ndert allerdings nichts an der existenziell bedrohlichen Situation in meiner Praxis.

    Wenn ich nach so vielen Jahren der Berufserfahrung, mit einer sehr guten Erfolgsquote meiner Arbeit, trotz st√§ndiger Fort- und Weiterbildung nun mit Anfang 50 und ohne Altersvorsorge vor der Frage stehe, mir wieder einen Zusatzjob zu suchen, eins meiner HK-Abos k√ľndigen oder aus dem VKHD austreten soll (der gute Verbandsarbeit leistet!), oder mir anderswo m√ľhsam etwas einsparen kann, um meine Miete f√ľr die (winzige) Praxis und die Wohnung finanzieren zu k√∂nnen, dann l√§uft etwas gewaltig falsch.

    Und trotzdem freue ich mich auf meine Praxis morgen fr√ľh, auf die Patienten, die interessanten Entwicklungen unter der hom√∂opathischen Behandlung, neue Aspekte in der Betrachtung der Fallverl√§ufe, neue Erkenntnisse und neue Herausforderungen.
    Irgendwie m√ľssen wir Hom√∂opathen tats√§chlich verr√ľckt sein.

    Liebe Gr√ľ√üe
    TG

  4. Sehr geehrter Herr Retzek,

    ich nehme Bezug auf eine bereits etwas ältere Ausgabe der Homöopathie Konkret (1.13).
    Im Editorial auf Seite 4 schreiben Sie √ľber Nachwuchsprobleme in der Klassischen Hom√∂opathie.
    Als ich nun diese Ausgabe nach einiger Zeit wieder in die Hände bekomme, merke ich, dass ich Ihnen dazu schreiben muss.
    Denn es zwickt!

    Sie schreiben: ‚ÄúDie unbegrenzte Begeisterung mit dem festen Willen, sich alles anzueignen, was nur m√∂glich ist und ‚Äěder Welt einen Hax‚Äôn auszurei√üen‚Äú ‚Äď wie wir es als Studenten hatten ‚Äď ist kaum mehr sp√ľrbar, das Establishment ist mit dem aktuellen Zustand zufrieden und die Neuen bleiben aus, die Studenten und Youngsters sind anders als wir damals waren!‚Äú

    Als Praxisneugr√ľnderin und begeisterte Hom√∂opathin kr√§nkt mich diese, Ihre Sichtweise, die Sie hier der breiten √Ėffentlichkeit preisgeben.
    Ich ‚Äď und noch etliche KollegInnen ‚Äď wir rei√üen uns ‚Äěden Hax‚Äôn‚Äú aus!
    Wir nehmen große persönliche, finanzielle und energetische Belastungen auf uns, um immer tiefer, immer sicherer und immer erfolgreicher in die Materie der Klassischen Homöopathie zu kommen.

    Wir verschulden uns. Zum Teil sehr hoch! Nur, damit wir die wenigen Patienten, die kommen, dennoch behandeln und ihnen Linderung verschaffen können.
    Wir reisen nach Alonissos, wann immer es das Budget zulässt.
    Wir machen Supervision, gehen zu Vorträgen, kaufen Literatur, besuchen Kurse.
    Wir studieren bis zur geistigen Erschöpfung.
    Wir repertorisieren uns die Finger und die Hirnwindungen wund.
    Wir betreuen unsere Patienten bis knapp vor die totale Selbstaufgabe.
    Wir versuchen, trotz unserer Unsicherheiten mutig zu bleiben.
    Und am wichtigsten: wir verehren diese große, wundervolle Heilkunst von ganzem Herzen.

    Mit meinen inzwischen 42 Jahren geh√∂re ich wohl nicht mehr ganz zu den Youngsters, doch als Praxisanf√§ngerin f√ľhle ich mich angesprochen.
    Ich habe eine fundierte Ausbildung in Klassischer Homöopathie an einer SHZ akkreditierten Schule gemacht. Ich bin VKHD Mitglied.
    Und ich habe mein Leben der ‚Äěguten‚Äú Hom√∂opathie verschrieben.

    Bevor Sie und Ihre Kollegen als ‚Äěalte Hasen‚Äú so ein vernichtendes Urteil √ľber uns Newcomer f√§llen und in einem Sumpf von ‚Äěfr√ľher war alles besser‚Äú und ‚Äědie Jugend von heute taugt nichts‚Äú versinken, bitte ich Sie, unsere Seite der Medaille anzuschauen. Seien Sie uns lieber ein Vorbild. Motivieren Sie uns und helfen Sie uns hoch. Wir w√ľrden gerne von Ihrer Erfahrung lernen. Wenn wir jedoch den Eindruck bekommen, unsere Bem√ľhungen sind in Ihren Augen ohnehin zu nichts nutze, ist das einigerma√üen frustrierend.

    Aufgeben w√§re manchmal so einfach. Und dennoch mache ich weiter und weiter und weiter ‚Äď in der Hoffnung, irgendwann auf den gr√ľnen Zweig zu kommen. Denn es geht mir darum, die Hom√∂opathie am Leben zu halten und das Leiden der Menschen, die sich mir anvertrauen, zu verringern. Das ist meine Art, etwas beizutragen.
    Es wäre schön, wenn die Generation vor uns unsere Vorreiter sind, ohne auf dem hohen Ross zu sitzen.

    Und eine Anregung zum Schluss: vielleicht liegt es ja am zu schnell gewachsenen Fortbildungsmarkt, dass die einzelnen Kurse nur halb belegt sind und nicht am mangelnden Interesse und Engagement der ‚ÄěNeuen‚Äú.

    Liebe Gr√ľ√üe,

    Christin Köhler

    Christin Köhler
    Heilpraktikerin
    Klassische Homöopathie
    Nobelstr. 38
    88131 Lindau
    +49 160 163 1065
    mail@christinkoehler.com

    • Von: Dr.med. Helmut Retzek [mailto:heli.retzek@ganzemedizin.at]
      Gesendet: Freitag, 23. Mai 2014 17:36
      An: ‚Christin K√∂hler‘
      Betreff: AW: HK 1.13

      Cool Christin,

      kannst du das nicht bitte als Leserbrief √∂ffentlich machen und auch auf der Homepage von mir als Kommentar einf√ľgen.

      Mein Geschreibsel war die Zusammenfassung von mehreren Tagen Mittagessen mit den massgeblichen Kollegen der √ĄKH sowie einer VKHD Kollegin.

      Mir war das alles vorher nicht so bewusst, erst durch deren Gerede wurde mir klar wie ernst die situation ist.

      Gratuliere zu deinem Engagement, sehr vielverspreechend!

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