Disulfiram ist ein uraltes Medikament, seit ewigen Zeiten am Markt, könnte für die gequälten Lyme-/ Coinfektions – Patienten eine wichtige Neuerung darstellen. Laut Aussage von eminenten Lyme-Behandlern aus den USA scheinen damit erstmals langfristige Remissionen möglich.

Für diesen Artikel hab ich fast eine Woche lang Youtube-Interviews gehört! 

 

Nachfolgender Artikel von mir zeigt ebenfalls ganz viel Forschung zur AB-Therapie der Borrelien

 

Historisch, HIV, Krebs-Wirksamkeit

historischer Hintergrund

(c) Wikipedia

Disulfiram ist eine schwefelhältige Substanz. Man sieht sofort die 4 Schwefelatome mit 2 Doppelbildungen und sieht ein „reaktives“ Molekül. Desswegen wird Disulfiram in der Reifen-Industrie zum Vulkanisieren eingesetzt – ein Prozess bei dem langkettige Gummi-Moleküle (=Seile) durch Schwefel-Gruppen quervernetzt  (=Netze) werden, wodurch der Gummi sehr fest und widerstandsfähig wird.

Arbeiter in den Gummi-Fabriken konnten keinen Alkohol mehr vertragen. So fand man die „Antabus“ Wirkung: wer unter Disulfriam als Medikament steht, verträgt Alkohol überhaupt nicht mehr und so wurde das Medikament als Rückfall-Prophylaxe bei Alkoholikern eingesetzt.

Antabus Benutzer haben seltener Krebs

so fand man dann auch, dass Disulfiram als Krebsmittel verwendung finden könnte. In Zellkultur-Studien findet man deutliche Hemmung von Brust- Prostata- und Lungenkrebs, auch Glioblastom-Zellen. Es gibt aber kaum klinische Studien.

Disulfiram kann latente Viren wieder hervorbringen: HIV

Problem beim HIV zB ist, dass „Latenz“ des Virus dessen Erradikation (Ausrottung) verhindert. Wenn ich den latenten HIV in einem Patienten aktivieren könnte, wäre dessen Behandlung effektiver. Disulfiram scheint hier eine Rolle spielen zu können.

 

Wirkspektrum

hilft definitiv langfristig gegen

  • Borrelien, auch Persissterformen
  • Babesien
  • weniger gut gegen Bartonellen
  • auch gegen Viren, Herpesviren
  • Candida, Hefen
http://lymediagnostics.com/2015/09/01/lyme-borreliosis-diagnostics/

Antibiotika können die chronischen Lyme-Infektionen nicht ausheilen

Antibiotika-Therapie können durch Reduktion der Keimzahl und umwandeln in ruhende „Persister-Formen“ die Borrelien so reduzieren, dass ein vernünftiges Leben möglich ist. Trotzdem sind Rückfälle bei den Patienten möglich, da die Persister wieder reaktiviert werden können, wenn eine Immunschwäche-Situation ausgelöst wird (Stress, Virus-Infektion…).

Siehe die Erfahrungen von Dr. Uwe auf der Strasse mit chronischen Toxoplasmose

 

Einnahme von Disulfiram

Einnahme muss zumindestens in einer dünndarmlöslichen Kapsel sein, da Disulfiram von der Magensäure zerstört wird. Da aber das meiste Disulfiram aus dem Dünndarm in der Leber abgebaut wird, bleibt nur wenig über um Borrelien zu eliminieren, daher wäre am besten eine i.v. oder i.m. Gabe oder zumindestens 4h retardierte Kapseln.

Viele der chronischen Erkrankten haben eine Entgiftungs-Schwäche, u.a. eine MTHFR-Schwäche. Dies bedeutet, dass sie mit Medikamenten aber auch Nahrungsmittel-Bestandteilen schlecht umgehen können. Sie produzieren eine irrlichternde Vielzahl an Beschwerden als Nebenwirkungen jeder Behandlung – egal was. Extrem anstrengend haben es Patienten mit Salicylat-Unverträglichkeit. Die reagieren sogar auf fast jedes Lebensmittel mit Schmerzen, Brain-Fag, Depressionen usw usf. Bei diesen Patienten sehen wir praktisch eine Unverträglichkeit gegen Disulfiram!

Hier muss man die potentiellen Disulfiram-Nebenwirkungen von den Herxheimer-Reaktionen unterscheiden (einem Aufflammen der Hirn-Entzündung durch freigesetzte bakterielle Lipopolysaccharide), was relativ leicht möglich ist.

 

Die Zieldosis für einen etwa 70-80kg Patienten ist zwischen 250-300mg / Tag. Keinesfalls darf man mit dieser Zieldosis die Therapie beginnen, es kann heftigste und tw. dauerhafte grauslige Nebenwirkungen in Form von Neuropathien auslösen kann. Dies ist bisher immer nur passiert wenn mit hohen Dosen –> 500mg Antabus gearbeitet wurde, und die Medikamentösen Nebenwirkungen als Herxheimer interpretiert wurden und die Patienten ermutigt wurden, mit dem Mittel in dieser Dosierung weiterzumachen.

Zieldosis 3 Monate. Laut Dr. Liegner fühlen sich die Leute gar nicht unbedingt wohl auf der Zieldosis, aber verbessern sich deutlich nach dem Absetzen des Disulfirams, danach „reduziert sich der Fatigue“. Keinesfalls darf man sich von den Patienten reinreiten lassen um die Dosis zu erhöhen!

Wir (Retzek) beginnen zB bei unseren Patienten mit 30mg Disulfiram alle 3 Tage nach Kinderlehrer (mit dem ich persönlich Kontakt habe) und Liegner und bearbeiten v.a. Detox-Schwächen! –> Update Dez 2020: ist zu langsame Steigerung, wir haben nicth so stark versaute patienten wie die USA, daher steigern wir jetzt um 30mg / Tag

 

Was geben die Experten noch dazu

alles was die Herxheimer Reaktion verbessert: CBD, Curcumin, Boswellia, VitC, ….

Dr. Kinderlehrer testet Methylierung und Detox Kapazitität, gibt vermehrt noch zusätzlich: Binders, Zink (vermindert Kupfer), Antiox (v.a. ALA), Hepatic Support (NAC, AOC, DIM …), Detox, Alkohol vermeiden – und besonders vorher Candida-Probleme behandeln, denn Hefen produzieren Acetaldehyd und Alkohol.

Er selber verträgt keinen Zucker mehr unter Disulfiram – als ob er etwas Wein getrunken hat. Kombucha, Essig – viel fermentiertes enthält Spuren von Alkohol oder Acetaldehyd und wird unverträglich unter Disulfiram.

Kinderlehrer misst regelmässig die Leber/Niere und findet selten Leberenzym-Erhöhung und nur in 1/100 der Fälle höhere Leberwerte (dann muss er absetzen).

Er verwendet keine Magensaft-resistenten Kapseln sondern lässt das Medikament mit dem Essen zusammen einnehmen, dann hat er weniger „Übelkeit“.

Weitere Hinweise hinsichtlich NEMs usw

zusammengeschrieben beim Stöbern in div. Gruppen – entspricht jetzt nicht unbedingt unserer Erfahrung, wir agieren hier aber auch arzttypisch „lässig“: zuerst muss sich eine Verschlechterung einmal manifestieren, da drauf lass ich es ankommen (bzw. testen wir ja alles was wir verabreichen).

Angeblich ist Nickelallergie ebenfalls eine Kontraindikation

manche besonders empfindliche Patienten reagieren auf Essiggeruch oder Desinfektionsmittel in Arztpraxen, in den Foren wird von Kupfer und Mangan in Präparaten gewarnt (?wieso?)

Polyphenole, Resveratrol, die üblichen Lyme-NEMS soll man vermeiden (?)

 

 

Unverträglichkeiten unter Disulfiram

(das stammt aus dem Youtube – ich würde vorerst mal alles bioenergetisch Testen auf Kompatibilität und nicht sofort verbieten)

  • Kupfer hältige Mittel oder NEMs
  • -Azole: Tinidazol, Metronidazol 
  • einige Antidepressiva, ev. trizyklische (Amitryptilin)
  • PPI
  • Statine

 

Kein Problem

bei Empfindlichkeit gegen Schwefel, diese Patienten reagieren nicht auf Disulfiram

NEMS bei Disulfiram

stöbern in div. Gruppen: Zink, Mariendistel und Glutathion nehmen fast alle, in den US-Facebook-Gruppen werden bis zu 30 NEMs – oft mehrfach täglich – eingeworfen. Meine Patienten können sich das finanziell gar nicht leisten, wir machen aber sowieso vor jeder Therapie mal massiv Detox und alle Organe auf, vorher werden bei uns gar keine AB oder DSF verschrieben“

Rückfälle

nur für Bartonella, nicht bei Borrelien und Babesien

Resistenzen

derzeit keine bekannt

Biofilme

man vermutet, dass einer der Metaboliten von Disulfiram – Schwefelkohlenstoff CS2 – die Biofilme penetriert und erradiziert. 

Schwangerschaft, Kinder

wird es derzeit nicht verwendet, ab dem 12 Lebensjahr hat Dr Kinderlehrer es verwendet, die sind ja grösser als er selber.

grobe Nebenwirkungen

Depressionen, Manien, Neuropathien, Übelkeit –> immer bei Dosis-Überschreitungen, meistens sind das Herxheimer-Reaktionen

kleinere Nebenwirkungen

komischer Körpergeruch, Atemgeruch, Blähungen: die Experten sehen dies häufig haben aber keine Ahnung was man tun kann. 

Darmflora, Mikrobiom

Dr. Kim Lewis meinte, er wählte Disulfiram weil es eigentlich kein Antibiotikum ist. Ausserhalb der bösen Keime und Staph und Strep hat er nicht viel gesehen, aber er ist auch nur „ein Labor-Wissenschaftler“ und hat wenig Erfahrung. Dr. Kinderlehrer gibt den Patienten automatisch Probiotika und behandelt Hefen/Candida. 

Pilztoxine, Aspergillus

Dr. Kinderlehrer hat sich selber regelmässig gemessen und hohe Mold-Toxin-Werte gefunden. Erst beim Einnehmen von Itroconazol sind diese im Lauf von 4 Monaten runtergegangen. Für ihn gibt es keinen Zweifel dass es eine chronische Besiedelung des Organismus mit Aspergillus-Schimmel-Pilz existiert.

 

Wissenschaftler & Ärzte die Disulfiram entdeckt haben und verwenden

Der Entdecker ist Prof. Rajadas aus Standford, der erste offizielle Anwender war Dr. Liegner. Der Kollege mit der meisten Öffentlichkeits-Wirksamkeit ist Dr. Kinderlehrer (und er hat bis jetzt erst 60 Patienten unter Disulfiram). Es gibt also erst einen kurzen Erfahrungs-Schatz und nur wenige Experten die damit arbeiten. 

 

Dr. Jayakumar Rajadas, Wissenschaftler in Standford  – Entdecker von Disulfiram gegen Lyme

Labor-Leiter an der Standford School of Medicine, hat 2017 Disulfiram entdeckt.

Er hat in seinem Labor > 7500 verschiedene Medikamente auf potentielle Wirksamkeit gegen Borrelien untersucht und 2016 dabei 20 wirksame publiziert.

Disulfiram „sterilisiert“ die Mäuse – elimiiert die Infektion, gleichzeitig reduziert es die Neuroinflammation, wodurch es als besonders wirkungsvoll „gespürt wird“.

Dr. Rajadas produziert Modelle von „Neuroinflammation“ in dem er zB kolloidales Silber in das Hirn von Mäusen spritzt und versucht dann Therapien zu entwickeln.

Am besten hilft Disulfiram mit intraperitonealer injektion, so geht es an der Leber vorbei. Kupfer ist nicht notwendig. Bisher nur an Burgdorferi getestet. Wirksam sind Metaboliten welche die Borrelien tatsächlich abtöten.

Minocyclin bringt wenig bei Borreliose, kann nicht sterilisieren, v.a. NFkB reduzieren wodurch weniger Beschwerden auftreten. 

Empfiehlt v.a. Monotherapie – ist aber kein Praktiker sondern Forscher.

 

PhD Kim Lewis

Dr. Kim Lewis hat massgeblich zur Borreliose gearbeitet und viele „Vermutungen“ wissenschaftlich gesichert. 

Er hat selber nicht über Disulfiram publiziert aber als einer der ersten schon 2015 darüber zu anderen Ärzten gesprochen. Dr. Lewis hat als einer der ersten die Arbeit von Dr. Rajadava an die Öffentlichkeit getragen.

 

 

Dr. Kenneth Liegner – erste Publikation

2019 hat Dr. Kenneth Liegner seine ersten 3 chronischen Borreliose-Patienten publiziert. Er ist 2017 durch einen Patienten drauf aufmerksam geworden, welcher die Antibiotika nicht absetzen konnte, da er sonst sofort einen Rückfall seiner Borreliose / Babesiose hatte. Der Patient hat ihn auf die Arbeit von Dr. Rajadas hingewiesen und gebeten ihm Disulfiram zu verschreiben

 

Hier eine weitere Studie, die Liegner auf der ILADS-Website veröffentlicht hat:

ERGEBNISSE von 67 auswertbaren Patienten:

13 von 33 Patienten (39%), die ein oder zwei hochdosierte Disulfiram-Kurse (> oder = 4 mg / kg / Tag) abgeschlossen hatten, konnten eine „dauerhafte Remission“ genießen, die als klinisch gut für> oder = 6 Monate ohne definiert definiert wurde weitere antiinfektiöse Behandlung.
62 von 67 Patienten (92,5%) befürworteten den Nettonutzen des erhaltenen Verlaufs oder der erhaltenen Disulfiram-Kurse, wobei die Niedrigdosisgruppe (<4 mg / kg / Tag), die Hochdosisgruppe und die Crossover-Gruppe kombiniert wurden.
5 von 67 Patienten (7,5%) gaben an, entweder keinen oder einen unklaren Nutzen aus der Anwendung von Disulfiram zu ziehen

Es ist unklar, ob eine niedrig dosierte Therapie nach Absetzen der Behandlung zu einer „dauerhaften Remission“ führen kann

Nebenwirkungen

10 von 67 Patienten (15%) berichteten über die Entwicklung von Parästhesien, von denen angenommen wurde, dass sie mit einer Disulfiram-induzierten peripheren Neuropathie vereinbar sind. Diese Symptome lösten sich über Wochen bis Monate vollständig oder im Wesentlichen auf, wobei in 7 von 10 Fällen nur minimale oder gar keine Rückstände auftraten. In 3 von 10 Fällen blieben leichte bis mittelschwere Rückstände bestehen.
21 von 67 Patienten (31%) zeigten eine emotionale Instabilität, die von Hypomanie bis zu Angstzuständen und / oder Depressionen reichte. Stimmungsstörungen lösten sich bei allen Patienten mit Absetzen von Disulfiram innerhalb von Tagen bis Wochen auf, obwohl einige eine psychiatrische Intervention erforderten.
10 von 67 Patienten (15%) zeigten eine leichte bis mittelschwere Lebertransaminitis, bei der die Behandlung bei 2 Patienten abgebrochen werden musste. Transaminitis in allen Fällen vollständig abgeklungen.

SCHLUSSFOLGERUNGEN:

Die Disulfiram-Monotherapie ist bei der Behandlung der Lyme-Borreliose nützlich.

Regelmäßige Laborüberwachung und engmaschige klinische Nachverfolgung sind erforderlich.

Dosierungen von 4-5 mg / kg / Tag für 6-12 Wochen scheinen optimal zu sein, um zu versuchen, eine „dauerhafte Remission“ zu erreichen und gleichzeitig Nebenwirkungen zu minimieren.

Dosierungen von nur 0,06 – 2 mg / kg / Tag für unbestimmte Zeiträume gewährten ebenfalls einen Nutzen mit minimalen Nebenwirkungen. Ein individueller und flexibler Ansatz mit gemeinsamer Entscheidungsfindung eignet sich besonders für den Einsatz dieses Wirkstoffs

 

Dr. Dan Kinderlehrer

selber Betroffener mit Borreliose und Bartonellose, sehr erfahren in der Behandlung von Lyme und Coinfektionen, arbeitet seit 1 Jahren mit Disulfiram und meint, dass dieses wirklich ein Gamechanger ist. Er hat bis jetzt 60 Patienten unter Disulfiram und macht sehr viel Werbung dafür, in dem er positiv drüber spricht.

Scott Forsgreen hat ein super Interview-Podcast. 

Weitere Gems aus diesem Vortrag. Viel von dem ganzen Artikel hier kommt aus diesem Interview.

  • 50% der Patienten haben Coinfektionen
  • 1/3 der Borrelien-Patienten haben chronische Borreliose, die sich dann als völlig andere Beschwerden zeigen: Depressionen, Neuropathie
  • seine Erstanamnesen dauern 3 Stunden, dabei deckt er ganz viel auf: schwache Nebennieren, Lyme, Coinfektionen usw usf. Die Patienten sind dann überwältigt, aber er ist es nicht, es macht alles Sinn für ihn. „eines kann ich ihnen sagen: sie werden besser werden, ganz sicher. Es wird lange dauern aber es wird werden. Wenn sie nciht dran glauben, ich glaube dran“. Vielleicht seh ich 1x/Jahr einen Patienten der so stark entzunden ist dass man zweifelt. Für ihn ist es wichtig: er reagiert auf Patientenanfragen innerhalb von 24h.
  • er selber: geht 2 x / Woche ins Fittness-Center, er nimmt seine Supplements, er schaut dass er regelmässigen Schlaf bekommt, er nimmt Stressoren nicht mehr so ernst. Er ist jetzt 70 Jahre alt und ist „halb pensioniert“. 

 

Psychiater Prof. Dr. Robert Bransfield

Dr. Bansfield referiert über die hohe Depressions-Rate und Suizidrate bei Patienten mit neurologischen Entzündungen des Hirns. Dr. Bransfield ist ein langjähriger „Lyme-Arzt“ der viele schwer kranke Borreliose-Patienten behandelt hat.

 

 

 

Studien

2019 – drei Fälle von chron. Lyme und Babesiose mit Disulfiram  – es wurden 4750 verschiedene Medikamente in vitro untersucht und Disulfiram als hochwirksam identifiziert. In der Praxis zeigte sich, dass es auch die Coinfektion Babesien mit eliminiert. Es wurden 500mg Disulfiram verwendet

Studie 2020 – ein fall einer schweren Neuropathie aufgrund einer Überdosierung von Disulfiram. Verbesserte sich sehr deutlich unter Immun globulin G Infusionen, danach wurde mit einer geringen Dosierung von 62.5mg weitergemacht. 

 

Nachtrag – noch weitere Infos

wenn ich so einen Artikel schreibe, hab ich die Tendenz „umfassend“ zu informieren, als Wissenschaftler auch alles zu „referenzieren“ – damit keiner sagen kann „der hat sich das aus den Fingern gesaugt“. Dabei verliere ich oft den Überblick und schreibe viel zu viel an „Einleitung“ oder „Problem-Darstellung“. So auch hier – es ging um Disulfiram und ich machte einen Borreliose- / Coinfektions-Artikel draus. Sorry – ist aber schade um die Arbeit, daher als Nachtrag:

 

Lyme und Co-Infections in den USA

die USA ist uns in vielem Voraus. V.a. in der Vehemenz und Ausdehnung der chronischen Tarnkappenkeim-Infektionen mit: Borrellia, Mycoplasma (fermentans), Bartonella, Babesia, Chlamydia, Parasiten usw usf.

Diese Keime invadieren den toxisch belasteten Organismus und führen zu mehr oder weniger verkrüppelnden Beschwerden von vorher völlig gesunden Personen.

Establishment ist diesen Patienten gegenüber oft hilflos

Man möge sich bitte, bitte, bitte den TV-Film des Australischen Fernsehteams auf meiner Seite ansehen „Neuroborreliose, wie sie aussehen kann„. Das TV-Team hat schwerstkranke Patienten in die Klinik St. Georg Bad Aibling zur Hyperthermie-Behandlung der Borreliosse begleitet. Dazu dann die erschütternden Kommentare der Australischen Gesundheitsbehörden „das gibt es nicht, die sind nur psychisch krank“.

Wer english kann, dem sei der nachfolgende unten verlinkte Film empfohlen: under your skin

 

Das alles erinnert an Prof. Ringels Vorlesungen zu meiner Studienzeit: er schleppte uns Fibromyalgie-Patienten in die Vorlesung und erzählte uns dass jeder dieser Schmerzgeplagten Patienten vorher 13 Jahre bei insg. 35 Ärzten war bevor er endlich seine Diagnose hat.

Übrigens glaub ich – aufgrund des guten Ansprechens auf LowDose-Ozon ins Gewebe gespritzt – dass die Fibromyalgie eine Infektion mit einem Anaeroben Bakterium sein muss. Professor Ziad Fahmy, Bad Kreuznach hat hier eine klinische Studie im Laufen und berichtet von sehr guten Erfolgen.

 

Tarnkappen“ weil diese Keime vom Immunsystem nicht weggeräumt werden und sich im Körper gemütlcih ausbreiten um dort entsprechende Symptome auszulösen.

  • Vielzahl von Schmerzen
  • Schwächezustände
  • Brain-Fag, Konzentrations-Störungen, Depressionen, weitere neurologische Beschwerden
  • Lähmungen

 

 

Problem Diagnostik und Therapie

weil die Patienten im „normalen System“ keine Hilfe bekommen („damit müssen sie sich eben abfinden“) wandern sie über Facebook-Betroffenen-Gruppen usw. zu verschiedenen „Experten“.

Sehr gut zeigt nachfolgendes Interview einer „MS-Patientin“ wie das heute so läuft

 

Diese vertrauen – fast immer aufgrund eigener Betroffenheit und Erkrankung und einem ganz mühseligem Weg heraus – ihrem klinischen Verstand oder Spezial-Untersuchungen durchführen (LTT, Immunfluoreszenz-AK, CD57+) und sich trauen entsprechende „Off-Label“ Therapien (nicht durch Guidelines gedeckt) durchzuführen. 

Hier ein Arzt der selber betroffen war

Oder hier das Interview von Dr. Sabine Weitkus, die durch ihre kranken Kinder zur Borreliose-Expertin wurde.

 

zB BCA – Augsburg (Antibiotika), St. Georg Klinik Bad Aibling (hochtemperatur-Hyperthermie + Antibiotika)

 

wichtiger Film: „under your skin“

Dokumentation über Borreliose und das Negieren des medizinischen Systems über die chronischen Auswirkungen dieser Erkrankung

 

Artikel aus dem ehemaligen BCA Augsburg zum Thema Disulfiram

Dr. Sigrid Blehle hat nach Abgang von Dr. Nicolaus das BCA übernommen und führt es in verkleinerter Form weiter. Aufgrund Corona-Virus Lockdown konnten die vielen Angestellten einfach nicht mehr getragen werden und die Klinik musste schliessen. Hier ein bericht von Dr. Behle zum Disulfiram

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Arzt für Allgemeinmedizin, multiple präventivmedizinische, schulmedizinische und komplementäre ZusatzausbildungenWissenschaftliche Arbeit und Forschungs-BeiträgeZahlreiche Artikel und VorträgeUmfangreiche Recherchen in der aktuellen medizinischen Forschung zum Zweck der Selbst-Weiterbildung und als Gedächtnis-Stütze.   Mässige Legasthenie, daher Rechtschreib- und Beistrichfehler, bitte nicht kommentieren, wer es nicht aushält bitte einfach nicht lesen - Dr. Retzek's Youtube - Kanal mit Testimonials usw. - neue Einträge abonnieren --> im Footer der Seite [toggle title="Ärztekammer Disclaimer"] Ärztekammmer Disclaimer die Oberösterreichische Ärztekammer moniert weite Teile diese Website als "aufdringlich, marktschreierisch und beim Laien den Eindruck medizinischer Exklusivität erweckend". Dies ist keinesfalls beabsichtigt, die Website ist ein absichtsloses Weiterbildungsmedium von Dr. Retzek, der seine wissenschaftlichen Pubmed-Recherchen hier mit ärztlichen Kollegen unentgeltlich teilt, wofür Dr. Retzek von vielen Kollegen aus dem In- und Ausland regelmässig Anerkennung ausgesprochen bekommt. Dass Wissenschaftsrecherchen und Studien "das Standesansehen der Ärzte" verletzen könnte, war Dr. Retzek nicht bewusst, er bedauert dies zutiefst und entschuldigt sich bei den betroffenen Kollegen. [/toggle] 

2 Kommentare

  1. Lieber Hr. Dr. Retzek, auf
    https://forum.onlyme-aktion.org/showthread.php?tid=12725&page=5
    habe ich folgenden Eintrag zu Disulfiram gefunden:

    Von „Valtullle“: 23.04.2020, 17:07
    Neue Publikation zu Disulfiram und PTLDS aus Frankreich (Alain Trautmann, Universität Paris), editiert von Ying Zhang, reviewt von Embers und Lambert:
    Zitat:
    Von potentiellen Patienten berichtete Toxizitäten mit Disulfiram-Behandlung bei spät verbreiteter Lyme-Borreliose
    Kürzlich wurde Disulfiram als vielversprechende Behandlung für Menschen vorgeschlagen, die unter anhaltenden Symptomen der Lyme-Borreliose leiden. Disulfiram hat mehrere unterschiedliche molekulare Angriffspunkte. Das bekannteste ist die Alkoholdehydrogenase, ein Schlüsselenzym für die Entgiftung des Organismus nach der Einnahme von Alkohol. Andere Ziele und Wirkungsweisen von Disulfiram, die problematische Nebenwirkungen haben können, werden weniger häufig erwähnt. Die Französische Föderation gegen Zeckenübertragene Krankheiten (Französische Abkürzung FFMVT), in der drei große Borreliose-Patientenorganisationen, MDs und PhDs, zusammengeschlossen sind, wurde kürzlich auf schwere und anhaltende toxische Ereignisse bei einem Patienten aufmerksam gemacht, der an einer spät verbreiteten Form der Borreliose nach der Einnahme von Disulfiram leidet. FFMVT reagierte darauf mit einem nationalen Aufruf, um zu prüfen, ob andere Patienten in Frankreich nach einer ähnlichen Behandlung identifiziert werden könnten und welche Vorteile oder Nebenwirkungen gemeldet werden könnten. Die Aussagen von 16 Patienten, die Disulfiram einnahmen, wurden gesammelt und werden hier vorgestellt. Dreizehn von 16 Patienten berichteten über toxische Ereignisse, und sieben von 16 berichteten über Vorteile zumindest für einen Teil ihrer Symptome. Auf der Grundlage der gesammelten Beobachtungen scheint es zu früh zu sein, Disulfiram als vielversprechende neue Behandlung zu propagieren, solange die Gründe für die berichteten Toxizitäten nicht erforscht und die Ergebnisse einer gut durchgeführten klinischen Doppelblindstudie nicht veröffentlicht worden sind. Die Bedeutung der Berücksichtigung der von Patienten berichteten Ergebnisse bei der Borreliose wird durch die vorliegende Studie unterstrichen.
    Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)
    Link zur Vollstudie:
    https://www.frontiersin.org/articles/10….00133/full

    Mit freundlichen Grüßen,
    Irmgard Gersmann-Zauner

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