Disulfiram ist ein uraltes Medikament, seit ewigen Zeiten am Markt, könnte für die gequälten Lyme-/ Coinfektions – Patienten eine wichtige Neuerung darstellen. Laut Aussage von eminenten Lyme-Behandlern aus den USA scheinen damit erstmals langfristige Remissionen möglich.

Für diesen Artikel hab ich fast eine Woche lang Youtube-Interviews gehört! 

Historisch, HIV, Krebs-Wirksamkeit

historischer Hintergrund

(c) Wikipedia

Disulfiram ist eine schwefelhältige Substanz. Man sieht sofort die 4 Schwefelatome mit 2 Doppelbildungen und sieht ein „reaktives“ Molekül. Desswegen wird Disulfiram in der Reifen-Industrie zum Vulkanisieren eingesetzt – ein Prozess bei dem langkettige Gummi-Moleküle (=Seile) durch Schwefel-Gruppen quervernetzt  (=Netze) werden, wodurch der Gummi sehr fest und widerstandsfähig wird.

Arbeiter in den Gummi-Fabriken konnten keinen Alkohol mehr vertragen. So fand man die „Antabus“ Wirkung: wer unter Disulfriam als Medikament steht, verträgt Alkohol überhaupt nicht mehr und so wurde das Medikament als Rückfall-Prophylaxe bei Alkoholikern eingesetzt.

Antabus Benutzer haben seltener Krebs

so fand man dann auch, dass Disulfiram als Krebsmittel verwendung finden könnte. In Zellkultur-Studien findet man deutliche Hemmung von Brust- Prostata- und Lungenkrebs, auch Glioblastom-Zellen. Es gibt aber kaum klinische Studien.

Disulfiram kann latente Viren wieder hervorbringen: HIV

Problem beim HIV zB ist, dass „Latenz“ des Virus dessen Erradikation (Ausrottung) verhindert. Wenn ich den latenten HIV in einem Patienten aktivieren könnte, wäre dessen Behandlung effektiver. Disulfiram scheint hier eine Rolle spielen zu können.

 

Wirkspektrum

hilft definitiv langfristig gegen

  • Borrelien, auch Persissterformen
  • Babesien
  • weniger gut gegen Bartonellen
  • auch gegen Viren, Herpesviren
  • Candida, Hefen
http://lymediagnostics.com/2015/09/01/lyme-borreliosis-diagnostics/

Antibiotika können die chronischen Lyme-Infektionen nicht ausheilen

Antibiotika-Therapie können durch Reduktion der Keimzahl und umwandeln in ruhende „Persister-Formen“ die Borrelien so reduzieren, dass ein vernünftiges Leben möglich ist. Trotzdem sind Rückfälle bei den Patienten möglich, da die Persister wieder reaktiviert werden können, wenn eine Immunschwäche-Situation ausgelöst wird (Stress, Virus-Infektion…).

Siehe die Erfahrungen von Dr. Uwe auf der Strasse mit chronischen Toxoplasmose

 

Einnahme von Disulfiram

Einnahme muss zumindestens in einer dünndarmlöslichen Kapsel sein, da Disulfiram von der Magensäure zerstört wird. Da aber das meiste Disulfiram aus dem Dünndarm in der Leber abgebaut wird, bleibt nur wenig über um Borrelien zu eliminieren, daher wäre am besten eine i.v. oder i.m. Gabe oder zumindestens 4h retardierte Kapseln.

Viele der chronischen Erkrankten haben eine Entgiftungs-Schwäche, u.a. eine MTHFR-Schwäche. Dies bedeutet, dass sie mit Medikamenten aber auch Nahrungsmittel-Bestandteilen schlecht umgehen können. Sie produzieren eine irrlichternde Vielzahl an Beschwerden als Nebenwirkungen jeder Behandlung – egal was. Extrem anstrengend haben es Patienten mit Salicylat-Unverträglichkeit. Die reagieren sogar auf fast jedes Lebensmittel mit Schmerzen, Brain-Fag, Depressionen usw usf. Bei diesen Patienten sehen wir praktisch eine Unverträglichkeit gegen Disulfiram!

Hier muss man die potentiellen Disulfiram-Nebenwirkungen von den Herxheimer-Reaktionen unterscheiden (einem Aufflammen der Hirn-Entzündung durch freigesetzte bakterielle Lipopolysaccharide), was relativ leicht möglich ist.

 

Die Zieldosis für einen etwa 70-80kg Patienten ist zwischen 250-300mg / Tag. Keinesfalls darf man mit dieser Zieldosis die Therapie beginnen, es kann heftigste und tw. dauerhafte grauslige Nebenwirkungen in Form von Neuropathien auslösen kann. Dies ist bisher immer nur passiert wenn mit hohen Dosen –> 500mg Antabus gearbeitet wurde, und die Medikamentösen Nebenwirkungen als Herxheimer interpretiert wurden und die Patienten ermutigt wurden, mit dem Mittel in dieser Dosierung weiterzumachen.

Zieldosis 3 Monate. Laut Dr. Liegner fühlen sich die Leute gar nicht unbedingt wohl auf der Zieldosis, aber verbessern sich deutlich nach dem Absetzen des Disulfirams, danach „reduziert sich der Fatigue“. Keinesfalls darf man sich von den Patienten reinreiten lassen um die Dosis zu erhöhen!

Wir (Retzek) beginnen zB bei unseren Patienten mit 30mg Disulfiram alle 3 Tage nach Kinderlehrer (mit dem ich persönlich Kontakt habe) und Liegner und bearbeiten v.a. Detox-Schwächen!

 

Was geben die Experten noch dazu

alles was die Herxheimer Reaktion verbessert: CBD, Curcumin, Boswellia, VitC, ….

Dr. Kinderlehrer testet Methylierung und Detox Kapazitität, gibt vermehrt noch zusätzlich: Binders, Zink (vermindert Kupfer), Antiox (v.a. ALA), Hepatic Support (NAC, AOC, DIM …), Detox, Alkohol vermeiden – und besonders vorher Candida-Probleme behandeln, denn Hefen produzieren Acetaldehyd und Alkohol.

Er selber verträgt keinen Zucker mehr unter Disulfiram – als ob er etwas Wein getrunken hat. Kombucha, Essig – viel fermentiertes enthält Spuren von Alkohol oder Acetaldehyd und wird unverträglich unter Disulfiram.

Kinderlehrer misst regelmässig die Leber/Niere und findet selten Leberenzym-Erhöhung und nur in 1/100 der Fälle höhere Leberwerte (dann muss er absetzen).

Er verwendet keine Magensaft-resistenten Kapseln sondern lässt das Medikament mit dem Essen zusammen einnehmen, dann hat er weniger „Übelkeit“.

Unverträglichkeiten unter Disulfiram

  • Kupfer hältige Mittel oder NEMs
  • -Azole: Tinidazol, Metronidazol 
  • einige Antidepressiva, ev. trizyklische (Amitryptilin)
  • PPI
  • Statine

Kein Problem

bei Empfindlichkeit gegen Schwefel, diese Patienten reagieren nicht auf Disulfiram

 

Rückfälle

nur für Bartonella, nicht bei Borrelien und Babesien

Resistenzen

derzeit keine bekannt

Biofilme

man vermutet, dass einer der Metaboliten von Disulfiram – Schwefelkohlenstoff CS2 – die Biofilme penetriert und erradiziert. 

Schwangerschaft, Kinder

wird es derzeit nicht verwendet, ab dem 12 Lebensjahr hat Dr Kinderlehrer es verwendet, die sind ja grösser als er selber.

grobe Nebenwirkungen

Depressionen, Manien, Neuropathien, Übelkeit –> immer bei Dosis-Überschreitungen, meistens sind das Herxheimer-Reaktionen

kleinere Nebenwirkungen

komischer Körpergeruch, Atemgeruch, Blähungen: die Experten sehen dies häufig haben aber keine Ahnung was man tun kann. 

Darmflora, Mikrobiom

Dr. Kim Lewis meinte, er wählte Disulfiram weil es eigentlich kein Antibiotikum ist. Ausserhalb der bösen Keime und Staph und Strep hat er nicht viel gesehen, aber er ist auch nur „ein Labor-Wissenschaftler“ und hat wenig Erfahrung. Dr. Kinderlehrer gibt den Patienten automatisch Probiotika und behandelt Hefen/Candida. 

Pilztoxine, Aspergillus

Dr. Kinderlehrer hat sich selber regelmässig gemessen und hohe Mold-Toxin-Werte gefunden. Erst beim Einnehmen von Itroconazol sind diese im Lauf von 4 Monaten runtergegangen. Für ihn gibt es keinen Zweifel dass es eine chronische Besiedelung des Organismus mit Aspergillus-Schimmel-Pilz existiert.

 

Wissenschaftler & Ärzte die Disulfiram entdeckt haben und verwenden

Der Entdecker ist Prof. Rajadas aus Standford, der erste offizielle Anwender war Dr. Liegner. Der Kollege mit der meisten Öffentlichkeits-Wirksamkeit ist Dr. Kinderlehrer (und er hat bis jetzt erst 60 Patienten unter Disulfiram). Es gibt also erst einen kurzen Erfahrungs-Schatz und nur wenige Experten die damit arbeiten. 

 

Dr. Jayakumar Rajadas, Wissenschaftler in Standford  – Entdecker von Disulfiram gegen Lyme

Labor-Leiter an der Standford School of Medicine, hat 2017 Disulfiram entdeckt.

Er hat in seinem Labor > 7500 verschiedene Medikamente auf potentielle Wirksamkeit gegen Borrelien untersucht und 2016 dabei 20 wirksame publiziert.

Disulfiram „sterilisiert“ die Mäuse – elimiiert die Infektion, gleichzeitig reduziert es die Neuroinflammation, wodurch es als besonders wirkungsvoll „gespürt wird“.

Dr. Rajadas produziert Modelle von „Neuroinflammation“ in dem er zB kolloidales Silber in das Hirn von Mäusen spritzt und versucht dann Therapien zu entwickeln.

Am besten hilft Disulfiram mit intraperitonealer injektion, so geht es an der Leber vorbei. Kupfer ist nicht notwendig. Bisher nur an Burgdorferi getestet. Wirksam sind Metaboliten welche die Borrelien tatsächlich abtöten.

Minocyclin bringt wenig bei Borreliose, kann nicht sterilisieren, v.a. NFkB reduzieren wodurch weniger Beschwerden auftreten. 

Empfiehlt v.a. Monotherapie – ist aber kein Praktiker sondern Forscher.

 

PhD Kim Lewis

Dr. Kim Lewis hat massgeblich zur Borreliose gearbeitet und viele „Vermutungen“ wissenschaftlich gesichert. 

Er hat selber nicht über Disulfiram publiziert aber als einer der ersten schon 2015 darüber zu anderen Ärzten gesprochen. Dr. Lewis hat als einer der ersten die Arbeit von Dr. Rajadava an die Öffentlichkeit getragen.

 

 

Dr. Kenneth Liegner – erste Publikation

2019 hat Dr. Kenneth Liegner seine ersten 3 chronischen Borreliose-Patienten publiziert. Er ist 2017 durch einen Patienten drauf aufmerksam geworden, welcher die Antibiotika nicht absetzen konnte, da er sonst sofort einen Rückfall seiner Borreliose / Babesiose hatte. Der Patient hat ihn auf die Arbeit von Dr. Rajadas hingewiesen und gebeten ihm Disulfiram zu verschreiben

 

 

Dr. Dan Kinderlehrer

selber Betroffener mit Borreliose und Bartonellose, sehr erfahren in der Behandlung von Lyme und Coinfektionen, arbeitet seit 1 Jahren mit Disulfiram und meint, dass dieses wirklich ein Gamechanger ist. Er hat bis jetzt 60 Patienten unter Disulfiram und macht sehr viel Werbung dafür, in dem er positiv drüber spricht.

Scott Forsgreen hat ein super Interview-Podcast. 

Weitere Gems aus diesem Vortrag. Viel von dem ganzen Artikel hier kommt aus diesem Interview.

  • 50% der Patienten haben Coinfektionen
  • 1/3 der Borrelien-Patienten haben chronische Borreliose, die sich dann als völlig andere Beschwerden zeigen: Depressionen, Neuropathie
  • seine Erstanamnesen dauern 3 Stunden, dabei deckt er ganz viel auf: schwache Nebennieren, Lyme, Coinfektionen usw usf. Die Patienten sind dann überwältigt, aber er ist es nicht, es macht alles Sinn für ihn. „eines kann ich ihnen sagen: sie werden besser werden, ganz sicher. Es wird lange dauern aber es wird werden. Wenn sie nciht dran glauben, ich glaube dran“. Vielleicht seh ich 1x/Jahr einen Patienten der so stark entzunden ist dass man zweifelt. Für ihn ist es wichtig: er reagiert auf Patientenanfragen innerhalb von 24h.
  • er selber: geht 2 x / Woche ins Fittness-Center, er nimmt seine Supplements, er schaut dass er regelmässigen Schlaf bekommt, er nimmt Stressoren nicht mehr so ernst. Er ist jetzt 70 Jahre alt und ist „halb pensioniert“. 

 

Psychiater Prof. Dr. Robert Bransfield

Dr. Bansfield referiert über die hohe Depressions-Rate und Suizidrate bei Patienten mit neurologischen Entzündungen des Hirns. Dr. Bransfield ist ein langjähriger „Lyme-Arzt“ der viele schwer kranke Borreliose-Patienten behandelt hat.

 

 

 

Studien

2019 – drei Fälle von chron. Lyme und Babesiose mit Disulfiram  – es wurden 4750 verschiedene Medikamente in vitro untersucht und Disulfiram als hochwirksam identifiziert. In der Praxis zeigte sich, dass es auch die Coinfektion Babesien mit eliminiert. Es wurden 500mg Disulfiram verwendet

Studie 2020 – ein fall einer schweren Neuropathie aufgrund einer Überdosierung von Disulfiram. Verbesserte sich sehr deutlich unter Immun globulin G Infusionen, danach wurde mit einer geringen Dosierung von 62.5mg weitergemacht. 

 

Nachtrag – noch weitere Infos

wenn ich so einen Artikel schreibe, hab ich die Tendenz „umfassend“ zu informieren, als Wissenschaftler auch alles zu „referenzieren“ – damit keiner sagen kann „der hat sich das aus den Fingern gesaugt“. Dabei verliere ich oft den Überblick und schreibe viel zu viel an „Einleitung“ oder „Problem-Darstellung“. So auch hier – es ging um Disulfiram und ich machte einen Borreliose- / Coinfektions-Artikel draus. Sorry – ist aber schade um die Arbeit, daher als Nachtrag:

 

Lyme und Co-Infections in den USA

die USA ist uns in vielem Voraus. V.a. in der Vehemenz und Ausdehnung der chronischen Tarnkappenkeim-Infektionen mit: Borrellia, Mycoplasma (fermentans), Bartonella, Babesia, Chlamydia, Parasiten usw usf.

Diese Keime invadieren den toxisch belasteten Organismus und führen zu mehr oder weniger verkrüppelnden Beschwerden von vorher völlig gesunden Personen.

Establishment ist diesen Patienten gegenüber oft hilflos

Man möge sich bitte, bitte, bitte den TV-Film des Australischen Fernsehteams auf meiner Seite ansehen „Neuroborreliose, wie sie aussehen kann„. Das TV-Team hat schwerstkranke Patienten in die Klinik St. Georg Bad Aibling zur Hyperthermie-Behandlung der Borreliosse begleitet. Dazu dann die erschütternden Kommentare der Australischen Gesundheitsbehörden „das gibt es nicht, die sind nur psychisch krank“.

Wer english kann, dem sei der nachfolgende unten verlinkte Film empfohlen: under your skin

 

Das alles erinnert an Prof. Ringels Vorlesungen zu meiner Studienzeit: er schleppte uns Fibromyalgie-Patienten in die Vorlesung und erzählte uns dass jeder dieser Schmerzgeplagten Patienten vorher 13 Jahre bei insg. 35 Ärzten war bevor er endlich seine Diagnose hat.

Übrigens glaub ich – aufgrund des guten Ansprechens auf LowDose-Ozon ins Gewebe gespritzt – dass die Fibromyalgie eine Infektion mit einem Anaeroben Bakterium sein muss. Professor Ziad Fahmy, Bad Kreuznach hat hier eine klinische Studie im Laufen und berichtet von sehr guten Erfolgen.

 

Tarnkappen“ weil diese Keime vom Immunsystem nicht weggeräumt werden und sich im Körper gemütlcih ausbreiten um dort entsprechende Symptome auszulösen.

  • Vielzahl von Schmerzen
  • Schwächezustände
  • Brain-Fag, Konzentrations-Störungen, Depressionen, weitere neurologische Beschwerden
  • Lähmungen

 

 

Problem Diagnostik und Therapie

weil die Patienten im „normalen System“ keine Hilfe bekommen („damit müssen sie sich eben abfinden“) wandern sie über Facebook-Betroffenen-Gruppen usw. zu verschiedenen „Experten“.

Sehr gut zeigt nachfolgendes Interview einer „MS-Patientin“ wie das heute so läuft

 

Diese vertrauen – fast immer aufgrund eigener Betroffenheit und Erkrankung und einem ganz mühseligem Weg heraus – ihrem klinischen Verstand oder Spezial-Untersuchungen durchführen (LTT, Immunfluoreszenz-AK, CD57+) und sich trauen entsprechende „Off-Label“ Therapien (nicht durch Guidelines gedeckt) durchzuführen. 

Hier ein Arzt der selber betroffen war

Oder hier das Interview von Dr. Sabine Weitkus, die durch ihre kranken Kinder zur Borreliose-Expertin wurde.

 

zB BCA – Augsburg (Antibiotika), St. Georg Klinik Bad Aibling (hochtemperatur-Hyperthermie + Antibiotika)

 

wichtiger Film: „under your skin“

Dokumentation über Borreliose und das Negieren des medizinischen Systems über die chronischen Auswirkungen dieser Erkrankung

 

 

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