Wie wirksam sind diätetische Maßnahmen beim atopischen Ekzem?

EBM-Radar, 15. März 08

Das atopische Ekzem ist in entwickelten Ländern die häufigste entzündliche Erkrankung der Haut bei Kindern. Als Ursache wird eine Kombination aus genetischen Faktoren und Umweltfaktoren angenommen. Die Schwere der Erkrankung kann bei Patienten von Stunde zu Stunde stark variieren. Assoziiert sind Komplikationen wie bakterielle und virale Infektionen. Gegenwärtig ist eine Heilung der Erkrankung nicht möglich. Viele Maßnahmen zielen darauf ab, die Symptome zu kontrollieren.

Ein Review der Cochrane Collaboration prüfte die Wirkung diätetischer Maßnahmen. Von 9 randomisierten kontrollierten Studien mit 421 Teilnehmern wurde in 6 Studien eine Ei- und Kuhmilchdiät untersucht, 1 Studie untersuchte das Weglassen verschiedener Nahrungsmittel, 2 Studien die Wirkung einer Elementardiät.

Bei unselektierten Patienten war eine ei- oder milchfreie Ernährung nicht wirksam. Es ergaben sich auch keine Beweise für einen Nutzen der anderen Diäten. Eine Ernährung ohne Ei hilft möglicherweise Patienten mit vermuteter Allergie, die spezifische IgE-Antikörper gegen Ei aufweisen. Zumindest fand eine Studie nach 6 Wochen bei 51% der Kinder signifikante Verbesserungen des Hautbildes bei Einhalten einer Ausschlussdiät im Vergleich zu einer normalen Ernährung.

Ausschlussdiäten bei nicht ausgewählten Patienten halten die Studienautoren nicht für sinnvoll. Der mangelnde Beleg eines Nutzens diätetischer Maßnahmen dieser Untersuchung ist möglicherweise auch auf andere Faktoren zurückzuführen wie etwa die Studiengröße und Auswahl der Patienten.

 

Quelle: F Bath-Hextall, FM Delamere, HC Williams. Dietary exclusions for established atopic eczema. Cochrane Database of Systematic Reviews 2008, Issue 1. Art. No.: CD005203. DOI: 10.1002/14651858.CD005203.pub2

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