Fleischlose Ern√§hrung sch√ľtzt nicht vor Darmkrebs

Krebsrisiko bei Vegetariern insgesamt aber deutlich geringer
 
Gem√ľse k√∂nnte speziellen Krebsschutz bieten (Foto: aboutpixel.de/Christoph Ruhland)

Oxford (pte/01.07.2009/10:00) – Vegetarier erkranken im Allgemeinen weniger wahrscheinlich an Krebs als Menschen die Fleisch essen. Das gilt jedoch nicht f√ľr alle Krebsarten. Zu diesem Ergebnis ist eine gro√ü angelegte Studie unter der Leitung von Tim Key von der University of Oxford http://www.ox.ac.uk gekommen. Die Auswertung der Daten von mehr als 60.000 Menschen hat ergeben, dass jene, die sich vegetarisch ern√§hrten, seltener an Blut-, Blasen- und Magenkrebs erkrankten. Die sch√ľtzende Wirkung der Ern√§hrung erstreckte sich jedoch offensichtlich nicht auf Darmkrebs, eine der h√§ufigsten Todesursachen. Details der Studie wurden im British Journal of Cancer ver√∂ffentlicht.

Britische und neuseeländische Wissenschaftler begleiteten 61.566 britische Männer und Frauen. Dazu gehörten Menschen, die Fisch aber kein Fleisch aßen und Teilnehmer, die keines von beiden zu sich nahmen. In der allgemeinen Bevölkerung erkranken laut BBC rund 33 von 100 Menschen an Krebs. Bei jenen, die kein Fleisch essen, sinkt dieses Risiko auf 29 von 100. Laut den Wissenschaftlern gibt es deutliche Unterschiede zwischen Fleischessern und Vegetariern vor allem bei der Neigung zu Lymph- und Blutkrebs. Bei Vegetariern besteht die Neigung nur bei etwas mehr als der Hälfte. Bei multiplen Myelomen, einer relativ seltenen Erkrankung des Knochenmarks, erkrankten Vegetarier um 75 Prozent weniger wahrscheinlich.

Die Verringerung des Risikos war bei Menschen, die Fisch a√üen, weniger deutlich ausgepr√§gt. Die genauen Gr√ľnde daf√ľr sind laut den Wissenschaftlern nicht klar. M√∂gliche Erkl√§rungen berufen sich auf Viren und Mutationen verursachende Bestandteile des Fleisches. Denkbar ist auch, dass Gem√ľse einen speziellen Schutz bietet. Gerade beim Magenkrebs gab es erstaunliche Unterschiede. Obwohl die Anzahl der Erkrankungen nur gering war, erkrankten jene beiden Gruppen die kein Fleisch a√üen, um ein Drittel weniger wahrscheinlich. Bei Darmkrebs zeigte sich jedoch ein v√∂llig anderes Bild. Das relative Risiko, an Geb√§rmutterhalskrebs zu erkranken, war wiederum bei jenen, die sich fleischfrei ern√§hrten, doppelt so hoch. Die Menge der Daten war gering und k√∂nnte auf den Zufall zur√ľckzuf√ľhren sein. Das Team h√§lt es jedoch f√ľr denkbar, dass die Ern√§hrung einen Einfluss auf das Virus hat, das bei dieser Krankheit von entscheidender Bedeutung ist. Key betonte, es sei unm√∂glich, aus einer einzelnen Studie absolute Schlussfolgerungen zu ziehen. (Ende)

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