uraltes Blutgerinnungs-hemmendes Mittel Dipyrimadol ist möglicherweise ein interessantes Zusatztool gegen der DIC (disseminierten intravasalen Coagulation) – die Haupt-Todesursache bei der Coronavirus-Pneumonie COVID.

zwei Verläufe bei der COVID-Pneumonie durch Coronavirus

a) Lungenversagen ARDS

b) Multisystemversagen

zahlreiche Hinweise – v.a. die vielen Laborbefunde aus Wuhan – zeigen Hyperkoagulation und DIC als Folge der Coronavirus-Infektion

  • Fibrin-Spaltprodukte 10 fach erhöht (FDP)
  • Fibrin-Gerinnungsmarker DDimer 10fach erhöht
  • verlängerte Prothrombinzeit und aktivierte Thromboplastin-Zeit
  • verschwinden der Thrombos und Leukos
  • alles Hinweise für „disseminierte intravasale Koagulation“ = DIC 

Je stärker DIC, desto tödlicher – der pathophysiologische Mechanismus der Ganzkörper-Blutgerinnung (mit nachfolgendem Organversagen) ist noch unklar, die Intubations-Beatmung scheint dies noch zu beschleunigen – die These der „inneren Erstickung“ durch Hämoglobin-Eisen-Dissoziation bleibt dzt. gewart, da Hypoxie das DIC drastisch beschleunigt.

hier sind zwei theoretische Studie, deren Implikationen aber ziemlich exakt den aktuellen Fakten entsprechen:  das Virus vergreift sich am Hämoglobin (Hb), verdrängt das Eisen (Fe) sodass Hb das Fe verliert und dadurch keinen Sauerstoff mehr binden kann und als Sauerstoff-Transporteur ausfällt –> inneres Ersticken wie bei einer Kohlenmonoxid-Vergiftung – desswegen wenig Effekt durch Überdruck-Beatmung, gleichzeitig Überladung des Organes mit freigesetztem Eisen –> Fenton-Reaktion –> Oxidativen Sturm durch massivst gebildete Peroxide  Liu 2020 (1), Liu 2020 (2)

Standardgemäss wird beim DIC in der Klinik heparinisiert. Es scheint auch in Studien ein wenig an der Mortalität zu schrauben, aber nur bei aktivem DIC, routinemässige Gabe an jeden Patienten erhöht die Mortalität (Tang, Preprint) – vielleicht weil unser Covid-19 Virus so wie der Mäuse-Coronavirus das Heparin sogar als Eintritts-Hilfe in die Zellen benutzt? (2005).

Hier sind die wöchentlich aktualisierten Guidelines der UK-Intensivmediziner zur Behandlung von DIC beim Coronavirus.

Mein „Intensivmediziner“ berichtet mir, dass die Heparinisierung wenig bringt.

 

Studiensuche – gibts vielleicht was besseres?

Jetzt aktuell hab ich aber eine ganz neue Wuhan-Studie im Preprint gefunden die zeigt, dass der alte Blut-Gerinnungshemmer PERSANTIN ® (Dipyromadol) eine bessere Hilfe sein könnte:

60% der schweren Fälle von COVID und 100% der leichten Fälle haben unter Dipyrimadol überlebten.

über Dipyridamol

  • aus der Studie direkt übersetzt, die Zahlen in Klammer beziehen sich auf die Referenz in der Studie

Dipyridamol (DIP) ist ein Thrombozytenaggregationshemmer und wirkt als Phosphodiesterase (PDE) -Inhibitor

  • erhöht das intrazelluläre cAMP / cGMP (22)

Abgesehen von der bekannten Thrombozytenaggregationshemmung bringt DIP COVID-19-Patienten zusätzliche therapeutische Vorteile:

  • In China durchgeführte klinische Studien (23-31) haben gezeigt, dass DIP ein breites antivirales Spektrum aufweist
  • Aktivität, die besonders wirksam gegen positivsträngige RNA-Viren ist.(24)
  • Zweitens unterdrückt es Entzündung und fördert die Heilung der Schleimhaut. (32)
  • Drittens kann DIP als Pan-PDE-Hemmer akute Verletzung und fortschreitende Fibrose von Lunge, Herz, Leber und Niere verhindern. (33)

Hier zeigen wir drei weitere Ebenen der Evidenzen für DIP als Therapie gegen Covid zur Verfügung:

In silico und in vitro haben wir gezeigt, dass DIP Anti-HCoV-19-Effekte besitzt.

In einem VSV-induzierten Lungenentzündungsmodell konnten wir auch bestätigen, dass DIP eine starke antivirale Immunität besitzt und die Überlebensrate signifikant erhöht.

In einer kleinen Klinik In einer Kohorte fanden wir heraus, dass die DIP-Zusatztherapie zu einem Anstieg der zirkulierenden Lymphozyten und Blutplättchen und verringertem D-Dimer-Spiegel und deutlich verbesserte klinische Ergebnisse führt.

 

Disclaimer

Hinsichtlich COVID bin ich ein reiner Schreibtisch-Täter, habe keine praktische Verbindung zu Intensivabteilungen ausser dass ich Personal behandle oder kenne, ich hab aber das Know-How Pubmed-Recherchen durchzuführen und interessante „Edelsteine“ zu finden. Es mag dieser Artikel dem einen oder anderen Praktiker als Gedankenanstoss dienen.

Ich bin begeistert von der Arbeit unsere Regierung und dem aktuellen Outcome, wir dürfen sehr sehr stolz auf Österreich und unsere Leute sein!

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Arzt für Allgemeinmedizin, multiple präventivmedizinische, schulmedizinische und komplementäre Zusatzausbildungen

Wissenschaftliche Arbeit und Forschungs-BeiträgeZahlreiche Artikel und Vorträge

Umfangreiche Recherchen in der aktuellen medizinischen Forschung zum Zweck der Selbst-Weiterbildung und als Gedächtnis-Stütze.  

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Dass Wissenschaftsrecherchen und Studien „das Standesansehen der Ärzte“ verletzen könnte, war Dr. Retzek nicht bewusst, er bedauert dies zutiefst und entschuldigt sich bei den betroffenen Kollegen.

 

1 Kommentar

  1. Ein sehr interessanter Artikel!
    Hat man eigentlich Erfahrungen mit Nattokinase? Ich nehme zur Thrombosevorbeugung 2 x 2000 FU Nattokinase ein, was ich sehr gut vertrage und es wirkt, ohne Nebenwirkungen! Ist das nun gut bei Corona oder eher nicht?

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