neue Review der Ansprech-Zahlen und √úberlebenszeiten bei Krebs: gute Erfolge bei 5 seltenen Tumoren, sonst in 40j kein Vortschritt

Ich bespreche hier ein Review aus dem British Medical Journal die 2015 rausgekommen ist. 

5Jahres-√úberlebensrate bei Krebs

wer 5 Jahre krebsfrei √ľberlebt hat es zumeist geschafft und nur noch ein geringes R√ľckfallrisiko.

In der Onkologie bezieht sich der Zeitraum 5J-ÜLZ Рnicht auf krebsfrei sondern auf Prozentsatz der Menschen, die noch nach 5j am Leben sind, also  Patienten mit Krebs (und auch ohne).

Jede neue Tumor-Behandlung wird l√§ngerfristig daraufhin √ľberpr√ľft, ob sie hier einen Vorteil bringen kann, ob mehr Menschen mit ihrem Tumor mindestens 5j √ľberleben k√∂nnen.

Eine zweite, wichtige Zahl f√ľr Erfolg einer onkologischen Therapie ist die durchschnittliche √úberlebenszeit mit diesem Tumor und einer entsprechenden Therapie (Mean survival time = MST).

Erfolg moderner Onkologie: in den letzten 40j kam es zu 20% 5j-√úLZ Verbesserung!

In den letzten 40 Jahren Onkologie hat sich das 5Jahres-Überleben von 49% auf 68% verbessert, fast 20% Рkein unbeträchtlicher Erfolg (1)!

V.a. moderne Immuntherapie lässt uns eine weitere Рdeutliche Verbesserung erhoffen.

Aber: leider nur wenige Tumore haben angesprochen

In der Subgruppen-Analyse zeigt sich jedoch, dass nur 

  • Hodenkrebs¬†(40%),
  • Hodgkin‚Äôs disease (37%),
  • Cervix-Krebs (12%),
  • Lymphom (10.5%),
  • Eierstock-Krebs¬†(8.8%).

die miteinander zusammen weniger als 10% aller Fälle repräsentieren profitiert haben (2).

Durch die drastische Verbesserung der vorher furchtbar schlechten √úberlebenszeit von Patienten mit einer dieser 5 Krebsarten konnte die Gesamt-Statistik um 20% (von 49% –> 68%) verbessert werden.

90% der Krebs-Erkrankungen haben minimalen Vorteil

die verbliebenen 90% Krebs-Patienten, v.a die mit den häufigsten Tumoren:

  • Lunge,
  • Prostata,
  • Darm,
  • Brust

verbesserte die medikamentösen Therapien (chemo usw.) das 5j-ÜL um weniger als 2.5%, mit einem Überlebenszeit-Vorteil von durchschnittlich 3 Monaten!

Dies  waren die Zahlen von 2004!

Im Jahr 2014 kam jedoch eine neue grosse Untersuchung raus, die 18 neue Рzumeist unglaublich teure РMedikamente untersuchte, welche KEINE Verbesserung des 5j ÜL zeigt und einen Überlebenszeit-Vorteil von durchschnittlich 2.1 Monaten (3)

 

 

 

Fragw√ľrdige Behandlungs-Erfolge

die besprochene Review im BMJ zieht nun (wie zB auch schon Ref-3) ethische Schlussfolgerungen:

ist es tats√§chlich gerechtfertigt so teure Behandlungen mit einem h√§ufig so heftigem Nebenwirkungs-Profil f√ľr einen so geringen √úberlebenszeit-Vorteil – mit viel Druck und tw. Erpressung – den Patienten einzureden?

Die Chance – so der Autor Wise – ist relativ hoch, dass die Patienten durch die Therapie sogar schneller sterben als ohne Therapie,

wodurch vermutlich dieser geringe Überlebenszeit-Vorteil bei den häufigsten Krebserkrankungen zustandekommt.

Wieso wird diese Therapie trotzdem immer „bis zum Schluss“ durchgef√ľhrt

Patienten erwarten diese Behandlung einfach.

Wir √Ąrzte geben den Patienten keine realistische Auskunft, aus Gr√ľnden des Mitgef√ľhls und weil diese „Aufkl√§rung“ eine der schwierigsten Dinge des √§rztlichen Alltages ist und wir dies nicht lernen und keine Supervision daf√ľr bekommen.

75% aller Patienten mit metastasierten Erkrankungen erwarten, dass sie durch die onkologische Therapie geheilt w√ľrden (4).

Nochmal der Link zur interessanten Studie im British Medical Journal

 

Meinungs-Teil

Dr. Retzek muss das einfach noch anf√ľgen

bad-pharmaDieselbe Erwartungshalten wird auch „vom System“ an uns √Ąrzte gestellt, wir „m√ľssen“ dies einfach so machen, wer Teil des √§rztlichen Systems ist stellt dies nicht in Frage, hier herrscht ein unglaublicher Gruppen-Druck.

Junge Onkologen sind entsprechend euphorisiert, √§ltere Onkologen sind jedoch – wie ich in Fortbildungen immer wieder sehe – ern√ľchtert bis frustriert:

„jedes Jahr ein oder zwei neue Wundermittel mit wahnsinns-Kosten, am Ende bleibt nichts √ľber“, in meiner Praxis sind viele Krebs-Patienten, die direkt aus dem System stammen und diese Chemotherapien¬†an sich selber verweigern.

√Ąrzte sind auch nur Ausf√ľhrende

Wie kommt es, dass uns √Ąrzten von den Spokesman der Forschung – den Professoren – so viel Hoffnung gemacht wird – die wir dann an die Patienten genauso weitergeben:

110 Milliarden Dollur Umsatz mit Krebsmedikamenten ist eine gute Motivation. Wie die Industrie intern arbeitet zeigen „Whistleblower“ wie Peter Gotsche oder sauber recherchierende Wissenschafts-Journalisten wie Ben Goldacre (–> ich habe mehrere Seiten dazu geschrieben, zB 5, 6)

Vorteile einer reduzierten Therapie können nicht publiziert werden

allen Kollegen begegnet das selbe Problem: wenn sie ein grösseres Kollektiv vergleichbarer Krebspatienten lange Zeit behandeln und ihre Statistiken publizieren wollten, gelingt dies nicht:

Die grossen Journals sind in der Hand der Pharmafirmen.

Dr. Achim Schuppertachim-schuppert, K√∂ln – konnte bei √ľber 250 Brustkrebs-Patientinnen zeigen, dass Chemotherapierte h√§ufiger Fernmetastasen haben und ein geringeres Langzeit√ľberleben wie die durch ihn integrativmedizinisch behandelten (7).

Dr. Nikolaus Gonzalez, New York – hatte zahlreiche langzeit-geheilte Pankreas-Karzinom-Patienten, der l√§ngste davon 20j. Bei einer gemeinsamen Studie mit dem National Cancer Institute bekam er nur die beinahe sterbenden Patienten zugewiesen, die Krebsklinik nahm sich „die guten“. Trotzdem waren seine Therapie-Erfolge um das vielfache besser als die der Klinik. Es war ihm nicht m√∂glich diese Daten zu publizieren – er hat √ľber seine Erfahrungen sogar ein Buch geschrieben¬†

in den USA gehen die Uhren ganz anders

im Jahr 2015 ist Nick Gonzalez leider tot auf der Strasse umgefallen (es konnte keine Ursache gefunden werden). Zwei Wochen danach ist sein Praxispartner ebenfalls ungekl√§rt verstorben, so wie 60 andere „alternative“ ¬†√Ąrzte in den USA (9,10)

einige Meinungsartikel von Dr Retzek zum Thema „System-Kritik“

√úber das industrielastige System habe ich weidhin geschrieben, auch √ľber die Sektierer¬†und Antihom√∂opathen (welche¬†allesamt unbelastet sind hinsichtlich Life-Science und Medizin, aber alles besser wissen als tausende √Ąrzte).¬†

 

Online TV-Reportagen

Wer – so wie ich – an nachlassender Sehkraft leidet holt sich gerne die Reportagen via Youtube ins Haus (absolut praktisch: Google Chromecast und Amazon Fire-Stick, man kann direkt vom Handy bzw. Tablet am TV streamen)

 

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Arzt f√ľr Allgemeinmedizin,¬†multiple pr√§ventivmedizinische, schulmedizinische und komplement√§re¬†Zusatzausbildungen.¬†

Wissenschaftliche Arbeit und Forschungs-Beiträge. Zahlreiche Artikel und Vorträge. 

Umfangreiche Recherchen¬†in der aktuellen medizinischen Forschung zum Zweck der Selbst-Weiterbildung und als Ged√§chtnis-St√ľtze. ¬†

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√Ąrztekammer Disclaimer

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die Ober√∂sterreichische √Ąrztekammer moniert weite Teile diese Website als „aufdringlich, marktschreierisch und beim Laien den Eindruck medizinischer Exklusivit√§t erweckend“.

Dies ist keinesfalls beabsichtigt, die Website ist ein absichtsloses Weiterbildungsmedium von Dr. Retzek, der seine wissenschaftlichen Pubmed-Recherchen hier mit √§rztlichen Kollegen unentgeltlich teilt, wof√ľr Dr. Retzek von vielen Kollegen aus dem In- und Ausland regelm√§ssig Anerkennung ausgesprochen bekommt.

Dass Wissenschaftsrecherchen und Studien „das Standesansehen der √Ąrzte“ verletzen k√∂nnte, war Dr. Retzek nicht bewusst, er bedauert dies zutiefst und entschuldigt sich bei den betroffenen Kollegen.